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Fabian und die mörderische Hochzeit

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"Knives Out" made in Germany

Fabian und die mörderische Hochzeit Kritik

Fabian und die mörderische Hochzeit Kritik
0 Kommentare - 08.02.2026 von Moviejones (MJ-SceneTalk)
Wir haben uns "Fabian und die mörderische Hochzeit" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Fabian und die mörderische Hochzeit

Bewertung: 2.5 / 5

Nach dem riesigen Erfolg von Knives Out, Glass Onion - A Knives Out Mystery und Wake Up Dead Man - A Knives Out Mystery versucht sich auch Deutschland an einem Whodunit. Auf Amazon Prime könnt ihr nun sehen, ob Bastian Pastewka in Fabian und die mörderische Hochzeit eine gute Alternative zu Daniel Craigs Benoit Blanc ist oder ob er und der Film hinter den Möglichkeiten bleiben.

Bastian Pastewka wurde mehr und mehr zur Allzweckwaffe von Prime Video Deutschland. Nachdem schon die letzte Staffel von Pastewk von dem Streaming-Riesen produziert wurde, folgte die erste Staffel von Perfekt Verpasst mit Anke Engelke. Auch seine Teilnahmen an der Comedy-Serie LOL - Last One Laughting sind mittlerweile legendär und eine wahre Goldgrube für Memes. In Fabian und die mörderische Hochzeit spielt er nun zum ersten Mal die Hauptrolle in einem Prime-Originalfilm.

Es geht um den Hochstapler Fabian (Bastian Pastewka), der nach einem verpatzten Coup zu Beginn des Films auf der Flucht vor einem Killer ist. Um ihm zu entkommen, taucht er als Fotograf bei einer Hochzeit unter. Doch alle anderen halten ihn plötzlich für den echten Fotografen. Also nehmen sie ihn kurzerhand mit auf das Anwesen der Mutter der frisch verheirateten Braut. Das Geschenk, das der Braut überreicht werden soll, weckt Fabians Interesse. Doch bevor er es stehlen kann, wird die Mutter der Braut in einem Gartenpavillon tot aufgefunden. Da Fabian nicht einfach entkommen kann, weil die Straßen durch einen Schneesturm unpassierbar sind, gibt er sich als Polizist aus, um den Fall zu lösen – und am Ende doch noch das Geschenk für die Braut zu stehlen.

Dass Bastian Pastewka einer der beliebtesten Prominenten Deutschlands ist, dürfte klar sein. Der Wixxer sowie Neues vom WiXXer sind hierzulande längst Kult, seine Serie Pastewka wurde mehrfach ausgezeichnet und seine Arbeiten als Synchronsprecher, etwa bei Baymax oder Mister Link, sind hervorragend. Sein Schaffen ist aus der deutschen Popkultur kaum noch wegzudenken. Seit Kurzem ist Pastewka vermehrt in Prime-Video-Produktionen zu sehen und darf nun auch in einem eigens für Prime produzierten Film die Hauptrolle spielen. Dabei handelt es sich um einen Whodunit, der stilistisch stark an Knives Out erinnert – nur dass Fabian in diesem Fall ein Betrüger ist und kein echter Detektiv wie Benoit Blanc in der Reihe von Rian Johnson. Glaubwürdig ist Pastewka in dieser Rolle dennoch, allein schon, weil er immer mit einer lockeren, natürlichen Art an die Figuren herangeht, die er porträtiert.

Ansonsten ist Fabian und die mörderische Hochzeit nicht sonderlich stark besetzt, und darin liegt zugleich eine der größten Stärken des Films. Viele andere Werke dieses Subgenres verraten durch ihr Casting schon vor dem Start, wer am Ende als Mörder infrage kommt. Spätestens nach den ersten 30 Minuten weiß man oft, wem man nicht trauen kann. Da man die Darsteller hier nur bedingt kennt, lässt sich anhand prominenter Namen zumindest nicht erraten, wer am Ende als Täter entlarvt wird. So bleibt die zentrale Frage, wer der Mörder ist, bis zum Schluss interessant genug. Doch das war es dann auch schon. Ansonsten ist dieser Film das 1×1 des Whodunits mit allen Wendungen und Entwicklungen, die man aus dem Genre bereits kennt. Während also das Interesse bleibt, den Täter zu entlarven, kommt nie wirkliche Spannung auf, weil die Entwicklungen des Films am Ende viel zu vorhersehbar sind.

Zudem hat der Film das gleiche Problem, das aktuell viele Streaming-Produktionen betrifft: Diese Werke mutieren immer mehr zu reinen Hörspielen. Expositionen werden ständig wiederholt, und als Zuschauer müssen wir längst nicht mehr selbst mitdenken, weil der Film uns das Denken abnimmt. Alle zehn Minuten wird noch einmal zusammengefasst, was zuvor passiert ist. Probiert es ruhig mal aus: Es gibt da eine passende Szene. Als Bastian Pastewka nach dem Mord im Speisesaal rund um den großen Tisch erklärt, dass einer von ihnen der Mörder ist, schließt einfach die Augen und hört nur zu. Man muss gar nicht mehr hinsehen, um die Szene vor seinem geistigen Auge zu verstehen. Hier kann man nebenbei den Abwasch machen, die Wäsche bügeln oder sich um die Kinder kümmern, ohne auch nur eine Sekunde über das nachzudenken, was man eigentlich sieht. Der Film hält sein Publikum für faul und dumm – und das nervt.

FAZIT

Fabian und die mörderische Hochzeit entwickelt nie echte Spannung, alles wird vorweggenommen, Miträtseln ist kaum möglich. Bis auf Bastian Pastewka, der sich hier sichtlich Mühe gibt, und einen unverbrauchten Cast, der nicht sofort verrät, wer der Täter ist, bleibt am Ende nur ein Krimi nach Schema F – gemacht für Menschen, die sich jeden Sonntag den neuesten Tatort intravenös in den Körper jagen. Wer so etwas gern schaut, wird seinen Spaß haben. Für alle anderen ist es eher eine Zeitverschwendung.

Fabian und die mörderische Hochzeit Bewertung
Bewertung des Films
510

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