Nach Weinstein-Skandal heimatlos

Tarantino lässt antanzen: Film über Manson-Morde sucht Studio

Tarantino lässt antanzen: Film über Manson-Morde sucht Studio
7 Kommentare - Mi, 15.11.2017 von N. Sälzle
Dass der Weinstein-Skandal Hollywood ordentlich durchrüttelt, steht nun außer Frage. Auch QuentinTarantino zieht seine Konsequenzen und klappert nun die Studios ab.

Update 3: Der Bieterkrieg um Quentin Tarantinos neunten Film geht in die heiße Phase! Paramount Pictures, Sony Pictures und Warner Bros. machen es wohl unter sich aus, alle drei Studios pilgerten zum WME-Hauptquartier, hörten sich Tarantinos Pitch an und gaben ihr Bestes, um ihn für sich zu gewinnen. Um ein zweites Meeting zu bekommen, mussten die Studios einigen Bedingungen zustimmen: Tarantino fordert ein Produktionsbudget um die 100 Mio. $, einen Anteil an den ersten Bruttoeinnahmen des Films und das Recht auf den "final cut", also die kreative Kontrolle über die endgültige Schnittfassung.

Die finanziellen Bedingungen schreckten viele Bewerber ab, nur die drei genannten sind noch übrig. Neu ist auch, dass Tarantino für eine der beiden Hauptrollen mit Tom Cruise gesprochen hat. Ob Cruise, Brad Pitt und Leonardo DiCaprio alle im Film unterkommen oder nur zwei, einer oder gar keiner von ihnen, hängt auch von der Studio-Entscheidung und der Zeitplanung ab. Harry Potter-Produzent David Heyman schloss sich Tarantino derweil als Hauptproduzent an - ihre erste Zusammenarbeit.

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Update 2: Sein nächster Film handelt nicht von Charles Manson, sondern vom Jahr 1969, hat Quentin Tarantino nun klargestellt. Was zu den jüngsten Berichten passt, wonach Manson nur eine Nebenrolle einnimmt, siehe das erste Update.

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Update: Deadline weiß noch mehr über Quentin Tarantinos neunten und damit vorletzten Film zu berichten. Nachdem die Weinstein Company für ihn keine Option mehr ist, geht er jetzt alle größeren Studios durch - alle außer Disney, da sein R-Rated-Stil nicht dorthinpasst. Netflix oder Amazon kommen für einen traditionellen Cineasten wie ihn auch nicht in Frage, es muss schon ein richtiges Filmstudio sein. Mit einer Entscheidung wird innerhalb der nächsten zwei Wochen gerechnet, so dass der Film Mitte 2018 in Produktion gehen und 2019 im Kino starten kann.

Das Budget soll im Bereich von Django Unchained liegen und Tarantinos Skript aus kommerzieller Sicht sehr attraktiv sein. Unter seinen eigenen Filmen könnte man diesen am ehesten mit Pulp Fiction vergleichen, schreibt Deadline. Der Schauplatz - Los Angeles - ist der gleiche, nur dass Pulp Fiction ungefähr ein Jahrzehnt später spielt. Und um die Bedenken bezüglich der brisanten Thematik abzuschwächen: Hier von einem Film über Charles Manson und dessen Mordserie zu sprechen, wäre so ähnlich, als würde man Inglourious Basterds einen Film über Adolf Hitler nennen.

Margot Robbie wünscht sich Tarantino weiterhin unbedingt als Sharon Tate, die Schauspielerin, die der Manson-Familie zum Opfer fiel. Außerdem hat er Rollen für Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Samuel L. Jackson geschrieben, alles alte Bekannte von ihm. Gespräche mit ihnen gab es schon, offizielle Zusagen noch nicht. Aber Jackson findet garantiert Zeit, wetten?

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Der Harvey-Weinstein-Skandal zieht weiterhin seine Kreise. Quentin Tarantino hat sich von seinem ehemaligen Unterstützer losgesagt und befindet sich nun auf der Suche nach neuen Studios, die sich seines kommenden Projekts annehmen. Die Rede ist von dem noch titellosen Film, der sich den Manson-Morden widmet. Angepriesen werden soll er unter anderem bei Warner Bros., Universal Pictures und Paramount Pictures, wie ein Insider The Wrap zufolge verraten hat.

Nachdem Angebote eingeholt wurden, sollen sich die Studios für weitere Details direkt mit Tarantino in Verbindung setzen, erklärte die Quelle weiter. Konsequenzen zieht Tarantino mit dieser Geheimniskrämerei um sein neuestes Projekt nicht nur aus dem Weinstein-Skandal. Auch aus dem Debakel um The Hateful 8 hat er gelernt, als die Handlung des Films von Personen, die er eigentlich für absolut vertrauensvoll hielt, in einer sehr frühen Phase der Produktion preisgegeben wurde - sehr zu seinem Ärger.

Was man von Tarantinos Verhalten in der Weinstein-Sache halten mag, das sei mal dahingestellt. Ebenso strittig wie der gesamte Skandal ist allerdings auch das Thema seines neuen Films. Die Manson-Morde sorgten einst für eine Menge Aufruhr und Entsetzen und gelten heute noch als einige der brutalsten Morde der Geschichte. Der lebenslang inhaftierte Charles Manson hat dabei selbst nie Hand angelegt, sondern seine sektenartig herangezogenen Jünger mit den Gräueltaten beauftragt.

Quelle: Deadline
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7 Kommentare
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MD02GEIST - Godzilla Fan #1
15.11.2017 16:50 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Kommentare: 2.016 | Kritiken: 12 | Hüte: 153

Ob nun mit Manson oder nicht. Was möchte denn Tarantino erzählen? Es gäbe zwar einiges was 1969 passierte, aber einen Jahresüberblick wird er wohl nicht machen.

Ausgenommen wir machen total auf Conspiracy. Die 1 ist der Anfang. 969 ist nicht nur eine Zahl sondern ein Symbol von Aufstieg und Fall das sich ewig fortsetzt.

Und alles endet irgendwie auf 27. Das wäre die Multiplikation der Zahlen 1+9+6+9. 27 durch 2 = 13 = UnGlückszahl. Die 1 Zahl der 12. 12 Stunden bilden die Hälfte eines Tages. Sorry, das musste mal sein wink

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
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theMagician - Unvergesslicher
15.11.2017 16:32 Uhr
0
Dabei seit: 03.05.13 | Kommentare: 1.142 | Kritiken: 0 | Hüte: 34

Fänd ich total cool wenn Tom Cruise in einem Tarantino Film mit macht. Hoffe er spielt einen irren Kranken Psycho oder sowas

You, me, or nobody is gonna hit as hard as life. But it ain’t about how hard you hit. It’s about how hard you can get hit and keep moving forward
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MobyDick - Moviejones-Fan
15.11.2017 15:36 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Kommentare: 2.027 | Kritiken: 11 | Hüte: 99

100 Mio sind schon ein Sümmchen, ich tippe auf Warner

Dünyayi Kurtaran Adam
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TiiN - Pirat
15.11.2017 15:15 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Kommentare: 3.181 | Kritiken: 74 | Hüte: 102

Sollten die genannten Forderungen stimmen dann wären diese absolut nachvollziehbar für einen Mann wie Tarantino.

Ich persönliche tippe, dass er mit den Paramount Pictures zusammenkommen wird.

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TiiN - Pirat
05.11.2017 08:43 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Kommentare: 3.181 | Kritiken: 74 | Hüte: 102

Quentin Tarantino ist nicht nur ein genialer Regisseur sondern ein ebenso genialer Drehbuchschreiber. Ein Drehbuch zu seinem Film ist ganz offenbar schon vorhanden und von diesen Manson Film hat man bereits vor längerer Zeit gehört. Man kann sich also vorstellen, dass Tarantino hier bereits sehr viel Zeit in das Drehbuch sowie in diverse Recherchearbeiten investiert hat. Denn dieser Mann ist kein Auftragsschreiber sondern einer der leidenschaftlichsten Filmemacher die es gibt.

Nur weil dieser Skandal um Harvey Weinstein aufgekommen ist das Projekt wofür bereits soviel Zeit investiert wurde wieder zu verschieben, das wäre einfach falsch. Tarantino ist auch kein Filmemacher der denn Leuten das gibt, was sie gerade brauchen, er gibt den Leuten das, was er zu erzählen hat. Er ist ein Künstler.

Von daher finde ich seine Herangehensweise absolut nachvollziehbar. Der Mann arbeitet seit einer Weile an seinem neuen Werk und das will er auch realisiert bekommen.

Zum eigentlichen Filmprojekt:

Wie gut sich Tarantino auch in sehr ernsten Thematiken austoben kann konnten wir eindrucksvoll in Inglourious Basterds sehen. Hier wird es vielleicht noch einen Tick sensibler weil die Vorfälle um die Manson Familie dem amerikanischen Volk sicherlich präsenter sind als das, was die Soldaten im zweiten Weltkrieg in Europa veranstaltet haben.
Hier gibt es wahnsinnig viel erzählerisches Potential. Ich bin gespannt, was wir 2019 zu sehen bekommen.

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MD02GEIST - Godzilla Fan #1
31.10.2017 12:29 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Kommentare: 2.016 | Kritiken: 12 | Hüte: 153

Ich habe den Weinstein Skandal nicht komplett verfolgt, weiß aber im groben worum es geht und das reicht mir auch.

Doch hier herrscht trotz berechtigter Vorwürfe auch sehr von Hexenjagd drinne und damit komme ich wieder zu Tarantino.

Tarantino plante einst ein Remake vom ZATOICHIS PILGRIMAGE zu machen, der von Weinstein in den USA rechtemäßig eingekauft wurde. Sicher dies ist das Unternehmen, dass nun seinen Vorsitzenden entließ, aber warum nimmst sich Tarantino dieses Themas gerade jetzt an?

Herrschst wie gesagt nicht gerade schon Hexenjagd-Stimmung? Muss dies wahrlich damit noch verstärkt werden, wenn man über eben diese Morde jetzt einen Film macht?

Ich sehe es so. Filme sind immer Unterhaltung. Sie können sehr realistisch sein. Doch: heutzutage sehe ich dies so. Viele Menschen wissen nicht mehr was Fiktion und Realität ist, bzw. fühlen sich von der Informationsmasse so dermaßen erdrückt, dass es ihnen nach Einfachheit dürstet.

Und diese Einfachheit wird durch die Medien jetzt in eine Form von Teufelsspirale gesetzt. Darum finde ich sollte Tarantino dieses Projekt wahrlich nicht als sein vorletztes Projekt annehmen, sondern einfach erstmal nichts machen.

Die Welt braucht im Moment mehr Ruhe in Bezug auf den Realismus, den ein solcher Film eben innehaben wird - zwangsläufig.

Die Menschen müssen einfach wieder Zeit haben zu träumen und in sich zu gehen. Der ganze Stress unserer Gesellschaft ist zwar nicht komplett abbaubar, aber zu Teilen. Und wenn wir dies wahrlich tun, haben wir schon einen guten ersten Schritt getan.

Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
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Mindsplitting - Moviejones-Fan
30.10.2017 22:04 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.14 | Kommentare: 354 | Kritiken: 0 | Hüte: 19

Sollten dien Anschuldigungen stimmen, richtige Entscheidung.

Aber in der heutigen Zeit, würde ich erstmal abwarten was dabei rum kommt, es werden recht häufig schmierenkampagnen geführt, die sich am ende als falsch heraus stellen. Am ende sind dann existenzen vernichtet für nichts und aber nichts.

Wie dem auch sei, Tarantino ist nunmal "frei" und wie er sich auch entscheidet, seine Filme sind Pflichtprogramm.

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