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Dead of Winter

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Emma Thompson eiskalter Kampf ums Überleben

Dead of Winter Kritik

Dead of Winter Kritik
0 Kommentare - 10.02.2026 von Moviejones (MJ-SceneTalk)
Wir haben uns "Dead of Winter" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Dead of Winter

Bewertung: 3 / 5

Emma Thompson in einem Action-Thriller, der auch für Jason Statham hätte bestimmt sein können. In Dead of Winter kämpft die Oscar-Preisträgerin in der eisigen Wildnis Minnesotas ums Überleben. Kann der Thriller dem doch recht ausgelutschten Genre etwas abgewinnen?

Die britische Schauspielerin Emma Thompson ist bekannt dafür, ihre Rollen wohlbedacht auszuwählen. Für das Drehbuch von Sinn und Sinnlichkeit aus dem Jahr 1995 konnte sie den Oscar gewinnen, mit Rollen in Viel Lärm um nichts, Tatsächlich... Liebe oder der Harry Potter und der Gefangene von Askaban machte sie sich einen Namen. In so vielen Genres war sie bisher zu sehen, nur ein echter Action-Thriller fehlte ihr noch in der Filmografie. Das ändert sich mit Dead of Winter, der von Regisseur Brian Kirk inszeniert wurde, der durch seine Arbeiten an Game of Thrones oder Penny Dreadful bekannt wurde.

Im Fokus steht Barb, die in der entlegenen Wildnis Minnesotas lebt. Sie möchte dort den letzten Wunsch ihres verstorbenen Mannes erfüllen und seine Asche über dem See verstreuen, wo ihre gemeinsame Reise begann. Der See befindet sich jedoch weit abseits jeglicher Zivilisation, und als sie bei einer verlassenen Hütte ankommt, hört sie die Hilferufe eines jungen Mädchens, das angekettet im Keller des kleinen Häuschens sitzt. Barb versucht nun alles, um sie zu befreien und in Sicherheit zu bringen, doch das Entführer-Paar ist noch in der Nähe. So beginnt ein Überlebenskampf, der durch die bittere Kälte der einsamen Landschaft nur noch schwerer wird.

Dead of Winter könnte, wenn man sich die Synopsis so durchliest, auch ein Jason-Statham-Vehicle sein. Schließlich dreht er solche Filme seit Jahren, und dieses Jahr kommt mit Shelter schon der nächste Eintrag in Stathams „Ich muss mit aller Macht ein Kind vor Killern beschützen“-Franchise. Doch dieser Überlebenskampf läuft wesentlich anders ab, als man es von einem Statham-Film erwartet. Hier steht vor allem die Zerbrechlichkeit von Barb im Vordergrund, die keine ausgebildete Söldnerin ist und auch über keine besonderen Skills verfügt. Sie ist eine einfache Frau, die das Richtige tun will und nun beim Kampf ums Überleben irgendwie über sich hinauswachsen muss. Das ist nicht immer völlig glaubwürdig, aber immer emotional greifbar. Das liegt besonders an Emma Thompson, die Barb mit einer Zerbrechlichkeit spielt, sodass wir jederzeit mit ihr mitfühlen. Wie sie sich für dieses Mädchen ins Zeug legt und über ihre Grenzen hinausgeht, ist stark gespielt und glaubhaft vermittelt. Auch die Entführer, gespielt von der immer starken Judy Greer und Marc Menchaca, wirken vielschichtiger, als man zunächst annehmen möchte.

Doch der Film stellt sich mit einer Entscheidung leider selbst ein Bein. Die immer wieder eingebauten Rückblenden bringen gar nichts. Sie machen die Situation weder spannender noch emotionaler, sondern nerven eher und reißen einen aus der eigentlich stringenten und packenden Situation heraus. Dass sie ihren Mann verloren hat und noch immer trauert, hätte man auch anders zeigen können. Rückblenden wirken dabei oft wie eine faule Lösung, weil es so scheint, als wäre den Machern keine bessere Möglichkeit eingefallen, diese Themen sinnvoll zu vermitteln. Denn der Überlebenskampf und die innere Zerrissenheit unserer Protagonistin übertragen sich auch ohne diese unnötigen Rückblenden stark auf den Zuschauer. Zwar versucht man damit, den Figuren mehr Tiefe zu geben, doch das funktioniert kaum, weil sich durch diese dramaturgische Entscheidung schnell eine gewisse Abwehrhaltung entwickelt.

Was hingegen gut funktioniert, ist das Gefühl der Bedrohung. Dieses geht aber weniger von den Entführern aus, sondern von der bitteren Kälte Minnesotas. Hier bibbert man im Kinosaal förmlich mit. Es wird einem von Anfang an eiskalt, und wenn unsere Protagonistin auch noch im tiefen Schnee versucht, sich und das Mädchen zu retten, wird die Witterung zum größten Feind. Zwar ist es nicht sonderlich schwer, Kälte auf den Zuschauer zu übertragen, da man den Schnee sieht – Hitze ist wesentlich schwieriger zu visualisieren –, doch hier wird genau das erreicht, was erreicht werden soll: eine bedrückende Atmosphäre durch die unerbittliche Kraft der Natur.

FAZIT

Dead of Winter ist ein recht spannender und gut gespielter Überlebenskampf, der sich mit seinen Rückblenden leider einiges verbaut und so immer wieder aus der packenden Situation reißt. Je länger man nach dem Abspann über den Film nachdenkt, desto mehr bleibt ein seltsamer Beigeschmack zurück, der verhindert, dass man hier eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen kann. Für Fans von kurzweiligen Thrillern könnte dieser Kampf ums Überleben aber durchaus einen Blick wert sein.

Dead of Winter Bewertung
Bewertung des Films
610

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