Auerhaus

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Prädikat: besonders wertvoll

Auerhaus Kritik

Auerhaus Kritik
0 Kommentare - 01.12.2019 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Auerhaus

Bewertung: 4 / 5

Neele Leana Vollmars Verfilmung des gleichnamigen Jugendbucherfolgs erzählt die Geschichte von vier jungen Menschen, die kurz vor dem Abi gemeinsam eine WG gründen. Und zum ersten Mal spüren, was es heißt, als Erwachsene Entscheidungen zu treffen - mit allen Konsequenzen. Frieder hat versucht, sich umzubringen. Gelungen ist es ihm nicht, denn sein Vater hat ihn gefunden und nun ist Frieder in einer psychiatrischen Anstalt. Das ist schlimm, vor allem für Höppner, dem Frieder immer bei den Hausaufgaben geholfen hat. Als Höppner Frieder besucht, erzählt der ihm von einer Idee. Was wäre, wenn Frieder und Höppner zusammenziehen? So könnte Frieder die Psychiatrie verlassen und auch für Höppner, der sowieso etwas unabhängiger werden will, wäre es eine gute Lösung. Und so ziehen Höppner, Frieder, Höppners Freundin Vera und die Außenseiterin Cäcilia gemeinsam in ein Haus. Eigentlich eine gute Lösung für alle. Doch bald schon wird klar: So ganz einfach ist es nicht, dieses Erwachsensein. Und dazu ist Frieder eine tickende Zeitbombe, die nur darauf wartet, zu explodieren.

Lange Zeit schien es unmöglich, den Ton und die Stimmung des Jugendbucherfolgs Auerhaus - das in den 1980er Jahren in der deutschen Provinz spielt - von Bjov Berg filmisch zu übersetzen. Doch dank der einfühlsamen Regie von Neele Leana Vollmar und ihres pointiert geschriebenen Drehbuchs spürt man in jeder Minute des Films den lakonisch trockenen und doch anrührenden Ton der literarischen Vorlage.

Trailer zu Auerhaus

Die verschiedenen Charaktere des Buchs sind wunderbar herausgearbeitet und mit den Jungdarstellern Max von der Groeben als Frieder, Damian Hardung als Höppner, Luna Wedler als Vera und Devrim Lingnau als Cäcilia großartig besetzt. Vor allem Max von der Groeben, der die manisch depressiven Phasen von Frieder beeindruckend kraftvoll verkörpert, und Damian Hardung, der eine innere Ambivalenz zwischen Orientierungslosigkeit, Frust und Naivität auf der Schwelle zum Erwachsensein zeigt, passen hervorragend zusammen in ihrem Spiel.

Dank seiner perfekten Ausstattung und der gut gewählten Location wird das Lebensgefühl der 1980er Jahre in der deutschen Provinz zwischen Rebellion und gähnender Langeweile ungemein authentisch wiedergegeben. Dazu passen auch die überzeugende Kameraarbeit von Frank Lamm und der stimmungsvolle Soundtrack. Auerhaus ist ein mitreißender Film über das Loslassen und das Festhalten. Ein Film über Freundschaft. Und ein Film übers Erwachsenwerden, mit all seinen Chancen und Herausforderungen.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

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810
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