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Avatar - Aufbruch nach Pandora

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Avatar - Aufbruch nach Pandora Kritik

Avatar - Aufbruch nach Pandora Kritik
2 Kommentare - 04.08.2010 von Moviejones
Wir haben uns "Avatar - Aufbruch nach Pandora" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Avatar - Aufbruch nach Pandora

Bewertung: 4.5 / 5

Avatar, ein Film, den wir auf Moviejones immer mit besonderer Freude angekündigt haben. Blicken wir drei Jahre zurück, als unsere Filmdatenbank noch winzig war, da stechen zwei Filme besonders hervor. Battle Angel und eben Avatar. Es waren Filme, die keiner bekannten Reihe angehörten und von uns für "würdig" befunden wurden, in die Datenbank aufgenommen zu werden. Sicherlich hat der "James Cameron Faktor" einen starken Einfluss gehabt, aber es sagt sehr viel darüber aus, welche Hoffnungen wir über die Jahre in  Camerons Rückkehr zum großem Effektekino gelegt haben. Wer sich über die Zeit mit Avatar beschäftigte, dem werden der stetig aufgebaute Hype und die Lobgesänge nicht entgangen sein. Am großen Teil der Bevölkerung ging dies natürlich vorbei, was vor allem jetzt in der Startphase des Films erschreckend auffällt, denn die allgemeine Bekanntheit ist äußerst gering. Die Trailer stießen auf zwiegespaltene Meinungen und den Kinoerfolg vorherzusagen ist so etwas wie ein unmögliches Unterfangen. Hinzu kam, dass 20th Century Fox für einen Blockbuster dieser Größenordnung eine sehr fragwürdige Werbekampagne propagierte. Jetzt ist also endlich der Tag gekommen, Avatar - Aufbruch nach Pandora kommt weltweit in die Kinos und wir fragen uns, war der Film den allgemeinen Hype wert oder stellt er sich als seelenlose Hülle wie das diesjährige Transformers - Die Rache oder Terminator - Die Erlösung heraus?

In Avatar wird die Geschichte des Ex-Marines Jake Sully erzählt, der seit einem Unfall an einen Rollstuhl gefesselt ist. Die Erde ist längst von der Menschheit heruntergewirtschaftet worden, da wird ihm ein folgenschweres Angebot unterbreitet. Er soll anstelle seines verstorbenen Bruders einen Avatar auf dem Planeten Pandora lenken. Avatare sind künstlich geschaffene Wesen aus menschlicher und Alien-DNA, die per Gedanken kontrolliert werden. Die Aliens sind dabei die Eingeborenen Pandoras, einer üppigen Dschungelwelt, genannt Navis. Im Auftrag des Militärs und der Industrie soll Jake eine politische Lösung für einen schwelenden Konflikt zwischen Menschen und Navis finden, denn deren Siedlung liegt auf einem extrem reichhaltigen Lager von Bodenschätzen. Es kommt wie es kommen muss, Jake nähert sich mit der Zeit immer mehr den Navi an, lernt sie zu schätzen und verliebt sich in die schöne Navi Neytiri, doch der befehlshabende Colonel Quaritch strebt eine militärische Lösung an und es kommt zum Krieg.

Trailer zu Avatar - Aufbruch nach Pandora

In wenigen Worten, die Story ist vorhersehbar und alles andere als neu. Schon fast zehn Jahre zirkuliert ein grobes Drehbuch für Avatar im Internet, Überraschungen brauchte man also kaum erwarten, die wurden von Cameron aber auch nie angekündigt. Er selbst bezeichnete diese immer nur als zweckdienlich, ihm ging es darum, den Zuschauer auf eine fremde Welt zu einem Abenteuer zu entführen und genau das tut die Handlung. Einfach gestrickt mit bekannten Stereotypen, aber dafür professionell umgesetzt mit der von früheren Cameron-Filmen gewohnten Qualität. Ein emotional angehauchter Actionfilm eben. Cameron schafft es, Figuren nachhaltig zu erschaffen, eine glaubwürdige Welt und das mit modernster Tricktechnik zu garnieren. Und die Ziele, die er sich steckte, erreicht er mit Leichtigkeit. Man mag ihm bei der Handlung vorwerfen können, er versuche, die Ökobotschaft mit dem Dampfhammer dem Zuschauer beizubringen. Aber dies ist unserer Meinung nach eine gänzlich falsche Betrachtungsweise. Die Botschaften mögen offensichtlich sein, das Rückbesinnen ist aber gerade in unserer Gesellschaft bitter nötig. Wer damit nicht klar kommt, sollte also vielleicht nicht Cameron die Schuld geben, sondern seine eigene Sicht der Dinge mal reflektieren.

Über die verwendete Technik könnten dabei ganze Aufsätze geschrieben werden. Ein neues Motion-Capturing verfahren sollte erstmals künstliche Lebewesen erschaffen, welche Emotionen glaubwürdig transportieren können. Auch wenn der Gipfel hiermit noch längst nicht bestiegen ist, schafft es Cameron, blaue Navis überzeugend darzustellen. Ein wenig Eingewöhnung ist nötig, doch nach 15 Minuten vergisst man alles um sich herum und dass ein Großteil der gezeigten Szenen dem Computer entstammen. Avatar ist kein zweites Beowulf und auch nicht Robert Zemeckis Eine Weihnachtsgeschichte. Zwar setzt Letzterer auf eine ähnliche Technik, doch Camerons Kreationen wirken um ein vielfaches glaubwürdiger. Endlich können auch computeranimierte Figuren überzeugen und vielleicht werden wir dank dieser Technik irgendwann einmal Filme zu sehen bekommen, in denen ältere Darsteller ihre jüngeren Persönlichkeiten mimen. Ein alter Harrison Ford, der vielleicht eines Tages einen jungen Indiana Jones gibt. Die Möglichkeiten sind auf jeden Fall vielversprechend. Neben diesen künstlich geschaffenen Wesen gibt es aber auch eine reichhaltige Effektpalette und Cameron zeigt, wie Actionszenen umgesetzt werden müssen, damit der Zuschauer nicht verwirrt wird. Ruhige Aufnahmen und jederzeit kann nachvollzogen werden, warum wer mit wem kämpft. Zwar sind über 60% von Avatar am Computer entstanden, aber vorrangig bei der Flora und Fauna. Viele Effekte sind dezent, reine Kampfszenen eher selten und auf das Finale beschränkt. Damit hebt sich der Streifen wohltuend von anderen Blockbustern dieses Jahres ab.

Und dann gibt es da natürlich noch das Thema 3D. Avatar kann sich wohl mit Fug und Recht als einer der ersten Filme schimpfen, die diese Technik sinnvoll einsetzen. Zukünftig werden findige Regisseure herausfinden, welche Möglichkeiten sich für die Erzählweise ergeben. Doch was Cameron zeigt, ist bereits beachtlich. Niemals hat man den Eindruck, 3D sei nur Selbstzweck und oft fallen einem die Effekte auch überhaupt nicht auf und doch sind sie da und verändern das, was man sieht und wie man es sieht. Selbst Szenen, die es in irgendeiner Form bereits in anderen Filmen zu sehen gab, bekommen so einen neuen, erfrischenden Blickwinkel. Dennoch ist 3D nicht zwangsläufig nötig. James Cameron drückte es sehr treffend vor wenigen Tagen in einem Interview aus: Avatar funktioniert selbstverständlich sehr gut in 2D und der Film wird dadurch nicht wirklich schlechter. Das stimmt. Es ist wie bei der Frage nach dem Sound oder der Farbe: man kann sich einen modernen Film auch in Stereo-Ton oder Schwarz/Weiß anschauen, es kommt ganz auf den persönlichen Anspruch an. Reicht mir ein Film mit Standardauflösung oder soll es HD sein? 2D oder 3D? Wer Qualität möchte, greift zu Blu-ray Discs & Co. und erfreut sich an einem besseren Erlebnis, aber der Film bleibt im Kern bleibt immer der Gleiche, denn oft kommt es ganz allein auf die Story an. Effekte allein machen nicht satt und kaum ein anderes Kinojahr hat das so eindrucksvoll bewiesen. Zwar setzt auch Cameron auf bewährte Rezepte und die bereits am Anfang einfache Handlung, jedoch weiß er diese in Szene zu setzen und sorgt dafür, dass wir als Zuschauer mit den Figuren mitfiebern. Neben all den Effekten widmet er sich stark den Protagonisten und das ist gut so. Bis auf Sigourney Weaver setzte Cameron hauptsächlich auf Darsteller, die keinen allzu großen Namen haben. Sam Worthington, Zoe Saldana oder Giovanni Ribisi sind Namen, von denen Kinofans bereits hörten, aber nur wenige können sie wirklich einordnen. Doch Avatar funktioniert und jeder Darsteller überzeugt in seiner Rolle. Sam Worthington dürfte in Kürze eine steile Karriere vor sich haben und vielleicht für frischen Wind im Actiongenre sorgen. Die Show stiehlt aber ein anderer und das ist Stephen Lang als Colonel Quaritch. Schon in früheren Filmen zeigte Cameron sein Faible für das Militär und Langs Darbietung von Quaritch ist auf jeden Fall fantastisch.

Im August, als wir einen Kommentar über den Avatar-Day verfasst hatten, schrieben wir, die gesehenen Szenen deuten nicht den Film an, auf den wir im Vorfeld warteten. Das war ein anderer Avatar-Film. Inzwischen konnten wir uns an den farbenfrohen Stil gewöhnen und sind wirklich begeistert. Cameron hat mit seinem Wunschfilm ein wundervolles Science Fiction-Abenteuer abgeliefert mit einer gehörigen Prise Fantasy. Die Liebe zum Detail merkt man dem Film an und einziger Wehrmutstropfen ist die Handlung, die nicht ganz so episch ausfällt wie es zu wünschen gewesen wäre. Aber emotional dennoch aufwühlt und den Zuschauer beim Einsetzen des Abspanns nicht enttäuscht zurücklässt. Auch bekommt der im Vorfeld gescholtene Titelsong "I see you" durch den Film mehr Substanz und passt zum Gesamtwerk. Avatar mag von der Tiefe kein Der Herr der Ringe sein und wird wahrscheinlich auch nie den Kult eines Star Wars erreichen, dafür haben sich die Zeiten zu stark geändert. Doch das Werk hätte ohne Frage Erfolg an den Kinokassen verdient und Cameron sollte auch die Chance haben, die ganze Geschichte als Trilogie zu erzählen. Dann, und nur dann, wenn er die Qualität des ersten Films hält und noch übertrifft, könnte sich Avatar mit Fug und Recht in die großen Trilogien unserer Zeit einordnen. So ist es bisher nur einer der besten Science Fiction-Filme der letzten Jahre. Avatar steht wunderbar für sich allein, über Fortsetzungen würden wir uns aber jetzt noch mehr freuen. Jedem Kinofan können wir einen Kinobesuch nur empfehlen und wir sind uns sicher, dass Avatar wie frühere Filme aus Camerons Feder auch noch in zehn Jahren den Test der Zeit bestehen wird, so wie Aliens - Die Rückkehr, Terminator 1+2, oder eben das zuerst viel gescholtene Titanic. Eins steht fest, auch nach 12 Jahren Leinwandabstinenz hat James Cameron sein Mojo nicht verloren und wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf weitere Filme von ihm.

Bleiben am Ende noch ein paar Fragen offen...

Ist Avatar der beste Film des Jahres geworden?
Definitiv nein, aber er zählt zu den besten. Vergleicht man Avatar mit anderen Blockbustern des Jahres, dann liegt er mit gehörigem Abstand vor Transformers - Die Rache, Terminator - Die Erlösung, 2012 und auch einem Star Trek.

Hat Cameron zuviel versprochen?
Nein, wer sich seine Aussagen im Vorfeld noch einmal ansieht, wird diese im Film bestätigt finden.

Ist Avatar fehlerfrei?
Auch hier ein ganz klares Nein. Wie jeder Film kann auch Avatar noch an vielen Ecken und Kanten abgeschliffen werden. So merkt man dem Film oft ein sehr hohes Tempo an, die 160 Minuten vergehen wie im Fluge, doch eine Extended Edition wie schon bei Der Herr der Ringe würde dem Film sicherlich gut tun. So kommen Norm, Selfridge oder Trudy an vielen Stellen zu kurz, manche Dinge geschehen zu schnell. Auch das Verhältnis Menschen : Navis beziehungsweise die Leinwandzeit Marine-Corps : Dschungel hätte sich unserer Meinung nach etwas ausgeglichener gestalten können. Aber vielleicht spricht in diesem Moment auch bloß der Aliens-Fan aus uns, der mehr Szenen mit Quaritch & Co. im Vorfeld des Kriegs erwartet hatte.

Wird Avatar das Kino revolutionieren?
Wohl kaum. Die neuartige Technik wird sicherlich Einfluss auf die kommenden Jahre haben, aber als Gesamtwerk ist Avatar einfach nur ein wirklich guter und runder Film mit einer Menge toller Ideen. Für Filme wie Avatar wurde das Kino erfunden, deswegen wird aber in Hollywood weder ein Umdenken weg von Remakes stattfinden, noch wird jeder Regisseur auf diese Technik setzen. Vielleicht nehmen sich aber einige Regisseure Cameron zum Vorbild und versuchen, ein wenig umzudenken und statt inhaltsloser Effekthascherei lieber etwas mehr Substanz in ihre Projekte zu legen. Denn eines sollten sich Regisseure wie Michael Bay und Roland Emmerich nach Avatar wirklich fragen: wieso berührt einen das Schicksal eines computeranimierten Tsutey mehr, als das von einem (ohne Frage talentierten) Shia LaBeouf als Sam Whitwicky?

Fazit: Avatar stellt derzeit das dar, was mit moderner Tricktechnik zu erreichen ist, bietet einen mitfühlenden Plot und wunderschöne Szenen. Wir sind auf jeden Fall überzeugt, dass unser in James Cameron bereits vor Jahren gesetztes Vertrauen gerechtfertigt ist. Wer sich auf den Film unvoreingenommen einlässt, wird ebenfalls nicht entäuscht werden. Avatar ist einer dieser wunderbaren Filme, die es alle Jubeljahre einmal gibt und das Beste ist: man muss für Avatar - Aufbruch nach Pandora nicht mal sein Gehirn an der Kinokasse abgeben!

Avatar - Aufbruch nach Pandora Bewertung
Bewertung des Films
910
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2 Kommentare
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TheBreaker7 : : Moviejones-Fan
03.08.2011 11:35 Uhr | Editiert am 03.08.2011 - 12:06 Uhr
0
Dabei seit: 31.07.11 | Posts: 243 | Reviews: 0 | Hüte: 1
Und bald kommt der 2 Teil raus das Wusstet ihr noch nicht oder smile












scherz
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Predmaralien : : Moviejones-Fan
25.07.2011 22:45 Uhr | Editiert am 25.07.2011 - 22:45 Uhr
0
Dabei seit: 22.05.11 | Posts: 403 | Reviews: 0 | Hüte: 0
Wie kann man Avatar so Bewerten. Der ist nicht umsonst der Erfolgreichste Film der Welt. Einfach Genial der Film.
Wenn es blutet, kann man es töten.
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