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Bad Boys - Ride or Die

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Bad Boys: Ride or Die Kritik

Bad Boys - Ride or Die Kritik

Bad Boys - Ride or Die Kritik
0 Kommentare - 08.06.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Bad Boys - Ride or Die" ist.
Bad Boys - Ride or Die

Bewertung: 3 / 5

Eigentlich läuft alles gut im Leben der Detectives Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence). Doch als die beiden eines Tages einem Korruptionsskandal auf die Spur kommen, der direkt in Verbindung mit ihrem verstorbenen Chef Conrad Howard (Joe Pantoliano) steht, ändert sich ihre Situation schlagartig. Bald schon werden sie von ihren eigenen Leuten gejagt und wollen dazu noch die Unschuld von Howard beweisen. Doch dazu müssen sie sich mit Mikes verbrecherischem Sohn Armando Aretas (Jacob Scipio) zusammentun.

Bedeutend ist eine Rückkehr im Jahre 2024 keineswegs mehr. Wenn etwas in filmischer Hinsicht zurückkehrt, dann ist es eigentlich keine Überraschung mehr und alteingesessene Franchises werden am laufenden Band zurückgeholt. Hollywood steckt also in einer Krise, finanziell, wie auch künstlerisch. Daß Bad Boys, ein eher unrundes Franchise inmitten der Pandemie mit Bad Boys For Life (2020) zurückkehrte, ist entweder jedem bereits bekannt oder unscheinbar über die Bühne gegangen. Doch wie das eben so ist, muss das weitergehen und daher schickt sich nun eine weitere Fortsetzung an, den Erfolg weiterzutreiben. Bad Boys: Ride or Die erzählt, um etwas zu zeigen und zeigt im Glauben etwas zu erzählen. Wir können uns vermutlich schon zu Beginn darauf einigen, daß jener Film weder tiefgreifende Gesellschaftsanalysen vollbringt, noch daß es klug wäre, irgendwas davon in diesem Film zu erwarten. Auch hier passt die „Geschichte“ auf einen Teelöffel und wirkt mitunter doch recht konstruiert. Dann kann man sich anschließend an allen Stellschrauben ein wenig abarbeiten. Witzig, aber manchmal auch nicht. Emotional, aber manchmal auch nicht. Rasant, aber manchmal auch nicht. Gute Actionsequenzen, aber manchmal auch nicht. Immersiv, aber manchmal auch nicht. Bad Boys: Ride or Die ist eigentlich eine sichere Nummer und bewegt seine Figuren keinen Schritt weiter, weil dieses Weiter schon das Ziel dessen ist, was der Film überhaupt bedeutet.

Trailer zu Bad Boys - Ride or Die

Nun kann man ebenso schlau daherreden und sich der Gewissheit erfreuen, daß es auch deutlich schlimmer geht. Bad Boys II (2003) resümierte auf die Frage „Wie menschenverachtend man eigentlich sein kann?“ mit „Ja.“ und damit könnte man auch gleichzeitig eine Eingliederung dessen vornehmen, wo der Film im „Franchise“ steht. Tatsächlich beginnt der Film mit Kitsch, die Ehe wird vollzogen und als Zuschauer ist man dann schon ein wenig irritiert, daß Mike Lowrey eine andere Frau heiratet, während doch die Chemie zwischen ihm und seiner neuen Chefin Rita Secada im Vorgänger so etwas eher für diese zwei andeutete. Aber genug vom Inhalt und den Figuren. Letzten Endes beginnt der Film mit einer Actionsequenz, die an das erinnern lässt, was Bay so übertrieben hysterisch inszenierte. Martin Lawrence spielt einen übergewichtigen Mann, der verdächtig cartoonesk auf „das Mistding“ blickt und man fragt sich als Zuschauer, wo man eigentliche gerade ist. Es ist wieder diese infantile Haltung gegenüber Witz und Ernst, die hier noch ein wenig mehr in den Vordergrund rückt, als es im Vorgänger der Fall war. Bad Boys: Ride or Die ist aber nicht nur eine zeitgemäßere Variante eines Michael Bay-Films, wie etwa Humoristik und stellenweise die menschenverachtende Haltung gegenüber dem Leben suggerieren, sondern auch weiterhin ein moderner Blockbuster nach der Marvel-Formel und dem Fast & Furious-Franchise. Die Story ist dabei eben ein 08/15, der irgendwie Charaktere vertiefen möchte und dabei nur familiären Pathos absondert.

Erinnern sich Leute wirklich noch an Dorn und Kelly? Und wenn ja, wen interessiert deren hauptsächlich a-sexuelle Romanze? Ja, auch das ist modern und wie gesagt, wann immer Bad Boys: Ride or Die so tut, als ginge es tatsächlich um Figuren und deren Motivation und Handlungen, wird der Film schnell ausgebremst. Tatsächlich gelingt den Regisseuren El Arbi und Fallah aber erneut eine gewisse Ästhetik der Gewalt. Nicht im Sinne dessen, daß der Film irgendwie besonders großartige Actionsequenzen liefern würde, die das Genre maßgeblich verändern könnten. Nein, daß ist kein John Wick (2014). Gleichwohl fällt abermals auf, daß die Macher ein unglaubliches Gespür für Farben und Innovationen anderer Natur haben. Besonders eine Home-Invasion-Szene wird dabei zu einem absoluten und absurden Highlight. Andererseits liefert der Film aber durch eine an ein Videospiel erinnernde First-Person-Sequenz durchaus etwas, was man schon sicherlich eine Weile nicht mehr gesehen hat. Und ja, in diesem Segment ist der Film durchaus erfrischend. Nicht sonderlich aufschlussreich oder meisterhaft, aber dennoch einen Blick wert. Und abseits dessen wird Bad Boys: Ride or Die in einem für ein ansonsten eher passiv-politisches Franchise, dann in einem anderen Moment doch noch einmal deutlich konkreter. Gerade wenn die beiden auf ein Gespann aus Rednecks trifft, können sich die Macher einen Seitenhieb auf die derzeitig politisch eskalierte Situation in den Staaten nicht verkneifen. Danke dafür, daß ist dann ebenso erfrischend und sorgt für ein kurzes, innerliches Aufatmen.

Wo Bay auf absurden unüberschaubaren Gigantismus setzt, setzen die Macher hier vor allem auf intimere Action. Das sorgt dafür, daß die Kämpfe deutlich mehr Immersion und Abwechslung zeichnen und ebenso auch verständlich bleiben. Unterdessen ist natürlich die Frage, wie sich die Verhalten, gegen die die Gewalt durch Lowrey und Burnett eigentlich gerichtet ist. Hier muss man sagen, daß Bad Boys: Ride or Die auf die Blaupause böser Figuren im Genre setzt und dort auch keine neuen Akzente zu finden sind. Stattdessen wird eben durch jene vermeintliche Rachegeschichte auch viel davon legitimiert, was man eher aus Zeiten wie Dirty Harry (1971) oder Ein Mann sieht rot (1974) kennen dürfte.

Wild, sinnlos und zuteilen menschenverachtend schreitet Bad Boys: Ride or Die erneut stilistisch in modernere Tage. Das macht irgendwo Spaß und ist ebenso sinnlos, zeugt aber davon, daß Blockbuster auch mal wieder auf dem Niveau verstanden werden, wo sie eigentlich häufig hingehören.

Bad Boys - Ride or Die Bewertung
Bewertung des Films
610

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