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Crimson Peak

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Eine Kritik von sid

Crimson Peak Kritik

Crimson Peak Kritik
0 Kommentare - 08.04.2016 von sid
In dieser Userkritik verrät euch sid, wie gut "Crimson Peak" ist.
Crimson Peak

Bewertung: 4 / 5

Wieder mal eine Kritik zu einem zu Unrecht nicht viel beachteten Film.
Da um mich herum niemand wirklich auf Horrorfilme steht (mit Ausnahme von ungruseligem Teenie-Horror, der eher amüsiert) bleibe ich häufig allein auf ihnen sitzen, was für die Stimmung gar nicht schlecht ist. Nur mit dem einen Nachteil, dass ich dann teilweise wirklich geschockt bin ;). Deshalb schreibe ich die Kritik wahrscheinlich auch, um den Film zu verarbeiten.

Die Handlung: Wie so häufig weiß man hier am besten rein gar nichts vorher (der Trailer wirkte auf mich eh ganz anders als der Film) und deshalb verrate ich hier auch nichts weiter als dass eine junge Frau (Edith, gespielt von Mia Wasikowska) um 1900 herum in ein schauriges (Liebes-)Abenteuer hineinschliddert.

Trailer zu Crimson Peak

Kritik: Vom Genre her kann ich mich (auch aus Unkenntnis) nicht genau festlegen: Geister-Grusel-Romance vielleicht und von den Locken, Kleidern, dem geradezu poetisch herabrieselnden Schnee und auch der Geschichte her könnte es auch ein dunkles Märchen sein. Ist auch egal, auf jeden Fall ist es alles andere als ein plumper Schocker geworden.
Ich will auch keine weiteren Vergleiche zu anderen Filmen von Guillermo Del Toro (hier Regisseur und Drehbuchautor) ziehen, außer, dass es deutliche Parallelen gibt, Crimson Peak aber bis auf kleine Elemente keinesfalls eine Kopie ist (ich kenne aber auch nicht alle seiner Filme). Manches, auch von der Handlung her, erinnert ein bisschen an Tim Burton, aber auf weniger skurrile und sehr viel ernstere Art und Weise.

Wie es in der Kritik von MJ schon steht, ist die Atmosphäre des Films wohl eine der besten, die man sich vorstellen kann. Nach warmen Kulissen am Anfang stürzt Del Toro Edith und die Zuschauer im längeren zweiten Teil in eine perfekt schauderhafte Umgebung. Das teilweise immer noch prächtige, jetzt aber kurz vor dem Verfall stehenden Familienanwesen und auch die nordenglische Landschaft und Jahreszeit haben mich automatisch an eine Lungenentzündung oder einen heißen Grog denken lassen. Ich hab gelesen, dass das Haus in monatelanger Arbeit von der Filmcrew aufgebaut wurde und das sieht man auch.
Und wen es während des Films nicht häufiger mal gerissen hat, der muss echt gute Nerven haben, denn die Geister werden zwar nicht inflationär eingesetzt, sind aber sehr wirkungsvoll. Ebenso wie das ganze riesige Haus mit seinen Winkeln, langen Gängen, Kellergewölben und Dachkammern.
Auch der Gegensatz Industriezeitalter vs. altes Anwesen wird sehr geschickt eingesetzt. Erinnert an den zeitgleich angesiedelten Sleepy Hollow: kopfloser Reiter und erste elektrische Straßenlaternen.
Und Gore-Fans kommen gegen Ende doch tüchtig auf ihre Kosten; das R-Rating ist angemessen.

Zudem ist der Film tipp-topp besetzt. Bei den drei Hauptdarstellern Mia Wasikowska, Jessica Chastain und Tom Hiddleston könnte ich mich gar nicht entscheiden, wer seine Sache nun am besten macht und auch Charlie Hunnam und Ediths Filmvater Jim Beaver sind sehr glaubwürdig. Hab gelesen, dass ursprünglich Emma Stone und Benedict Cumberbatch vorgesehen waren, aber so gut, wie die tatsächliche Besetzung Wasikowska und Hiddleston auch optisch in ihre Rollen passen, ist die Umbesetzung keinesfalls ein Problem.
Auch die mädchenhafte deutsche Synchronstimme von Wasikowska passt, meistens als Kontrast, einfach perfekt.

Aber Crimson Peak hatte für mich auch die eine oder andere Schwäche und da komme ich gleich nochmal auf die Geister zurück: Wirklich hilfreich ist der erste Geist ja nicht, den Seitenhieb kann ich mir nicht verkneifen. „Hüte Dich vor...“ – pah, etwas konkretere Angaben wären besser gewesen, so wie „Hüte Dich vor dem...“. Na gut, der Zuschauer soll ja nicht schon alles wissen. Aber so oder so hätte sich Edith alles sehr viel schneller zusammenreimen müssen – Crimson Peak – Purpurner Gipfel – mmh.
Und das war eben mein Hauptproblem mit dem Film: die Vorhersehbarkeit an einigen Stellen. Das zweite Problem war die (eine der) Liebesgeschichte(n), denn diese endet mit dem Wissen der Zuschauer bzw. dem, was sie zu sehen bekommen, zu schnell und endgültig. Der Schluss und etwas anderes hat die Sachlage für mich wieder etwas romantischer gemacht, aber insgesamt wäre da deutlich mehr möglich gewesen. Auch die Motivation einiger Figuren wird mir nicht klar, weil doch einiges sehr unverhältnismäßig wirkt. Wird zwar im Film angesprochen, aber nicht gut beantwortet.

Fazit: Extrem stimmungsvoller Grusel mit ein paar inhaltlichen Schwächen. Deshalb aufgerundete 4 Hüte von mir.

Crimson Peak Bewertung
Bewertung des Films
810

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