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Der Hobbit - Eine unerwartete Reise

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Wie ein kleiner Film zu einer 4 teiligen Kritik führte

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise Kritik

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise Kritik
1 Kommentar - 21.10.2013 von Ganvai
In dieser Userkritik verrät euch Ganvai, wie gut "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise" ist.
Der Hobbit - Eine unerwartete Reise

Bewertung: 3 / 5

Lang ist es her das Peter Jackson mit seiner Der Herr der Ringe Trilogie die Zuschauer begeisterte. Noch nicht ganz so lang ist es her, das Peter Jackson sich aufmachte, diesen Erfolg seiner Trilogie mit der Vorgeschichte dazu wieder aufleben zu lassen. Klären wir zuerst die Grundlagen: Bilbo Beutlin ist ein ganz normaler Hobbit aus dem Auenland und wird eines Tages von Gandalf dem Zauberer unfreiwillig auf sein größtes Abenteuer geschickt, was nebenbei auch noch die Geschicke der Völker Mittelerdes bestimmen wird. Er macht sich zusammen mit dreizehn Zwergen, angeführt vom großen Thorin Eischenschild, und Gandalf auf den Weg die alte Heimat der Zwerge, den Einsamen Berg, vom grausamen Drachen Smaug zu befreien. Überflüssig zu erwähnen das dabei einige Abenteuer auf den unbedarften Hobbit warten. Dabei basiert die Geschichte auf dem Buch J.R.R. Tolkiens „Der Hobbit“. Um aus dem kurzen Kinderbuch eine Trilogie epischen Ausmaßes zu spannen entlieh sich Peter Jackson aber weiteres Material aus den sogenannten „Anhängen“, welche das Abenteuer Bilbos einordneten in die große, allumfassende Geschichte des einen Ringes. Und damit wären wir auch schon bei dem ersten Punkt den wir bei diesem Film besprechen müssen: [b]Das Buch, die Anhänge und was daraus wurde[/b] Die Verfilmung hält sich ungewöhnlich stark an die Buchvorlage, im Vergleich zur vorrangegangenen Trilogie fast schon exzessiv. So hat Jackson nicht nur fast jede Szene des Buches in den Film gebracht, nein, er hat sich sogar dazu entschlossen, vor allen Dingen die Lieder des Buches in den Film zu bringen. Eine mutige Entscheidung, aber auch gelungen. Gerade diese Szenen, die vielleicht nicht in einen modernen Actionfilm passen, aber die Atmosphäre des Buches greifbar machen, werden Fans der Bücher lieben. Zuschauer denen die Vorlage Fremd ist werden sich vielleicht wundern, aber dennoch tiefer in die Welt und die Lebensart der Völker Mittelerdes eintauchen. Auch die im Buch sehr kindgerecht erzählten Stellen, wie Bilbo zum ersten Mal auf die Zwerge trifft oder Bilbos Ratespiel mit Gollum wurden zwar ein wenig umgeschrieben um dem erwachsenen Publikum gerecht zu werden, sind aber dennoch stimmungsvoll inszeniert. Im erschreckenden gegensatz dazu steht die Trollszene die mit dem faden Beigeschmack hängen bleibt, dass vielleicht etwas weniger Slapstick mehr gewesen wäre. Dann gibt es da noch die Szenen aus den Anhängen Tolkiens. Hierbei wird schnell klar, dass sie nicht zur Kinderbuchgeschichte des Hobbits gehören und obwohl sie auch das Gefühl stärken wieder in Mittelerde zu sein, fällt auf das hier ein gewisses Ungleichgewicht entsteht. Manche wirken zu bedrohlich und düster als das sie zur vorrangegangenen Szene oder der darauffolgenden passen könnten. Aus dem weiterspinnen der Geschichte wurde der Charakter Radagast ins Spiel gebracht, der von Tolkien zwar erwähnt wird, aber im Hobbit nie tatsächlich in Erscheinung tritt. Hier schießt Jackson weit über das Ziel hinaus. Auch wenn er sich an die Vorgabe des verschrobenen Zauberers hält, ist die Figur des seltsamen Zauberers doch näher an Jar Jar Binks als an einem Zauberer aus Mittelerde. Jackson schaffte es bei den Zwergen ein gutes Mittelmaß zwischen Ernsthaftigkeit, die der ältere Zuschauer braucht und Leichtigkeit die den Charakteren des Buches gerecht wird, zu finden. Bei Radagast gelang es ihm leider nicht. Mit Radagast geraten auch dessen Szenen in ein Ungleichgewicht. Ist die Szene in Dol Goldur noch bedrohlich und gruselig und ist kurz davor einen in den Bann einer größeren Bedrohung zu ziehen, macht der kurz darauf folgende [i]Kifferwitz[/i] bei dem Radagast ganz und gar wie eine Comicfigur agiert, die Stimmung vollkommen zunichte. Der Kaninchenschlitten setzt dem ganzen dann eine traurige Krone auf. Vollkommen neu in dieser Geschichte ist der weiße Ork Azog, der nach seiner Verstümmelung durch Thorin Eichenschild diesem nach dem Leben trachtet. Dabei gab es Azog auch bei Tolkien, doch fiel dieser im Orginal in eben jener Schlacht in der Thorin ihm im Film den Arm abschlug Obwohl Azog nicht im Hobbit auftauchte bringt er eine notwendige Tiefe in die Verfolgung durch die Orks. Das Buch war hier etwas Zusammenhangsloser und mir gefällt diese dezente Änderung die sowohl dem Charakter Thorin etwas mehr Tiefe verleiht, als auch auf der Reise ein Gefühl der ständigen Bedrohung vermittelt. Dadurch wirkt es nicht so, als würde die Truppe durch Zufall einfach von einer Gefahr in die nächste stolpern. [b]Wo man hinsieht CGI[/b] Der Herr der Ringe ist gut gealtert. Das liegt vor allem an dem sparsam eingesetzten CGI was soweit es ging vermieden wurde und durch echte Hand- und Maskenarbeit ersetzt wurde. Dennoch brachte gerade Gollum uns zum Staunen. So eine CGI-Figur hatten wir noch nicht auf der Leinwand gesehen und auch über zehn Jahre später macht er noch eine richtig gute Figur. Dennoch, das handgemachte war eine Stärke der Trilogie. Soweit es ging waren Orks Träger gut gemachter Masken. Gerade die Uruk Hai wirkten damals mehr als nur eindrucksvoll. Leider ist diese Tugend nicht im Hobbit übernommen worden, wohl vor allen Dingen aufgrund des effektvolleren 3D Einsatzes. Doch gerade dadurch wirkt vieles oft billig, nicht nur Actionszenen, sondern auch Charaktere. Gerade für Azog gibt es keinen triftigen Grund ihn nur durch CGI darzustellen. Erst recht nicht, wenn man sieht wie diese, sehr künstlich wirkende, Figur mit echten Figuren interagiert. Auch das Replacement von echten Figuren für kurze Actionsequenzen durch CGI-Doubles funktioniert noch immer nicht. Brachten in der ersten Trilogie die schlechten (völlig überzogenen und unnötigen) Legolas-Effekte einen noch ungewollt zum Lachen wirken hier die CGI-Doubles meist nur noch störend und sorgen für Verärgerung. Für Kleinigkeiten wie einen vom Adler herabspringenden Gandalf wäre so etwas eigentlich nicht nötig gewesen. Hier wirkt es mehr so, als hätte man der Bequemlichkeit halber sich dazu entschieden. Die Actionszenerie bei den Orks im Nebelgebirge setzt dem Ganzen die Krone auf. Während man die Verfolgung von Radgasts Kaninchenschlitten zumindest nach wenigen Sekunden vergessen hat, quält einen die groß ausgebaut Actionszene bei den Orks im Nebelgebirge allerdings noch eine lange Zeit. Die Szene wirkt als wäre sie mehr aus einem Harry Potter Film als aus dem Herrn der Ringe Universum. Alles ist übertrieben, überspitzt und so Überanimiert das es fast das CGI-Pensum der Star Wars Prequels übertrifft. Total unnötig und sehr traurig. Für einen fetten Ork musste es unbedingt ein fetter CGI-Ork sein der sich wie seine CGI-Kollegen der Trolle dann auch noch in albernem Slapstick verliert. Das sind Momente in denen man merkt, dass Jackson nie das Gleichgewicht für diesen Film findet und immer zwischen der Adaption eines Kinderbuches und dem Auftakt zu einer neuen, epischen Trilogie hin und her schwankt. [b]Das Balancieren auf dem Stimmungsseil![/b] Allgemein scheint Jackson einen Hang für übertriebenen CGI-Slapstick-Humor zu haben. Radagast auf einem Kaninchenschlitten (der vollkommen frei erfunden ist), die übertriebenen Trolle, die kein bisschen komisch sind, der Trollkönig der wirkt wie eine Harry Potter Figur und abtritt mit einem so tumben One-Liner, dass man glaubt „Stirb Langsam“ wäre von Shakespear. Ich möchte hier zum Schluss noch einmal zwei Dinge aufgreifen die entscheidend sind für einen guten Film: Stimmung und Gleichgewicht. Die Stimmung eines Films ist das wovon der Film lebt. Es ist die Atmosphäre in die man eintaucht. Es gibt Filmgenres die eine Stimmung vorschreiben (Drama, Thriller, Komödie) und Mischarten davon (Dramedy, Action-Komödie). Einige Genres sind jedoch offen was ihre Grundsatzstimmung angeht, wie zum Beispiel Abenteuerfilme, Science Fiction oder Fantasy. So kann ein Science-fiction mit vielen leichten Momenten gespickt sein aber dennoch eine ernste und spannende Geschichte erzählen(Star Wars, Serenity) oder aber auch einfach nur ernst und bedrückend wirken ohne ins Horror-Genre abzudriften (Blade Runner, Moon). Die Kunst eine ernste Geschichte zu erzählen, dabei sie aber mit auflockernden Elementen zu verstricken haben zum Beispiel die Indiana Jones Filme perfektioniert. Die Filme präsentieren eine reale Bedrohung und Herausforderung für den Helden, wirken aber nie so bedrückend brutal das sie einen Witz fehl am Platze wirken lassen. Ebenso sind die lustigen Passagen stets so dezent in den Film integriert, dass sie nicht fehlplatziert in der Welt wirken, in welcher der Film spielt. Ob ein Witziger Oneliner, eine raffinierte Handlung oder ein lustiger Slapstickmoment zünden hängt vom Gefühl des Regisseurs für das Gleichgewicht des Filmes ab. Ist der Film leicht genug, ist der letzte dramatische Moment vom Zuschauer mittlerweile verarbeitet worden um ihn nun in eine etwas andere Stimmung zu versetzen ohne zynisch zu wirken. Ein Film mit einer schweren Story, verträgt nur ein entsprechend lockers Maß an Witzigkeit. Meist gilt: je leichter die Story, desto ausufernder dürfen die lustigen Passagen sein. Ein perfektes Gegenbeispiel dafür ist zum Beispiel schwarzer Humor, bei dem diese Gegensätze gewollt so ins Ungleichgewicht gebracht werden, dass sie eine ganz andere Wirkung erzielen. Bleiben wir für ein Beispiel kurz bei Harrison Ford: Indie kann nach gefährlichen Situationen mit lockeren Sprüchen nur so um sich schmeißen („Ah, Venedig“) in Air Force One ist der lustigste Moment allerdings ein leerer Akku und das auch nur nachdem einige Zeit zwischen einer ergreifend Inszenierten Hinrichtung liegt. Als Indies Vater im letzte Kreuzzug angeschossen wird, ist dies das Signal das nun für das große Finale eine erstere Grundstimmung herrscht. Gleichzeitig werden also auch Indies Sprüche zurückgefahren, bis das Happy End das Signal gibt das sich die Bedrohliche Stimmung in Erleichterung aufgelöst hat. Dies ist also das Gleichgewicht von dem wir reden. Und genau dies ist das, was Jackson leider nicht schafft. Jackson lädt viel neues (nicht unbedingt frei erfundenes) Material in seinen Hobbit, wodurch der Film den Charakter des Kinderbuches endgültig verliert. Dafür versucht er wohl mit diesen übertrieben albernen Szenen die bedrückende Stimmung etwas zurück zu fahren. Was gedacht war als Ausgleich stellt sich am Ende als Stimmungstöter heraus. Gerade wenn man glaubt die Atmosphäre fassen zu können wird einem die Spannung wieder entrissen. So schwankt „Der Hobbit“ zwischen extrem ernsten und spannenden Szenen, gefühlvollen Momenten und albernen Comedyeinlagen, doch Jackson gelingt es nie ganz mit seinem humorvollen Einlagen dem vorher aufgebauten Grundton des Films gerecht zu werden. Es ist ein wenig so als wollte Jackson die Leichtigkeit von „Die Gefährten“ übertragen wollte in die tragische und schwere atmosphäre von „Die Rückkehr des Königs“. [b]Es ist nicht alles Schlecht[/b] Es ist ein Jammer, gerade weil Jackson so viele Szenen so gut arrangiert. Die Einleitung Bilbos, sein erstes Treffen mit den Zwergen, Thorins Hintergrund, die Ereignisse in Dol Goldur und nicht zu vergessen Bilbos Begegnung mit Gollum, all das sind großartige Szenen mit viel Liebe und Gefühl arrangiert. Doch sie wechseln schlagartig zu unerwarteten Tiefpunkten wie zum Beispiel Radagasts Comiceinlagen, die überzeichneten Trolle und der geradezu lächerlich absurde Orkkönig samt des dazugehörigen Actionabschnitts. Diese Szenen wirken wie von einem anderen Regisseur aus einem anderen Film. Ein klein wenig spiegelt die Filmmusik genau das wieder. Howard Shore hat neue, großartige Themen für diesen Film geschrieben, die aber so inflationär aufgegriffen werden, dass es fast schon lächerlich wirkt wenn in jeder Actionszene einem die gleiche Heldenmelodie entgegenträllert. Genauso falsch wirkt es aber auch, wenn er Themen aus den alten Filmen verwendet, die aber eigentlich eine ganz andere Bedeutung hatten und nun einfach willkürlich eingestreut werden. Bestes Beispiel dafür ist das Thema der Nazgul welches plötzlich aufspielt wenn Thorin sich Azog stellt. Peter Jackson nahm sich ein Kinderbuch und presste es in das Gewand einer epischen Trilogie. Oft schafft er es dem Buch gerecht zu werden, doch durch wenige, aber dennoch grobe, Schnitzer scheitert er an seinem Vorhaben grandios. Wenn der Abspann läuft hat man das Gefühl keine Vorgeschichte zur Trilogie gesehen zu haben, sondern mehr eine schlechte, unnötige Fortsetzung. Viele Elemente der Inszenierung erinnern an das große Orginal, werden aber eher Wahllos präsentiert. Man hat das Gefühl, man versucht schon vom ersten Teil an, an die epische Stimmung von „Die Rückkehr des Königs“ heranzukommen, vergißt aber, dass es wichtiger wäre dem Film und der neuen Trilogie eine eigene Stimmung zu verpassen. Am Ende des Films sagt Bilbo „Ich hoffe das Schlimmste liegt hinter uns“. Ich hoffe er hat recht. [b]3 von 5 Sterne.[/b] PS: Kein Wort zu HFR? Na gut, ich äußere meine persönlichste Meinung dazu. Es ist beeindruckend wie scharf das Bild in HFR ist, wie sich die Weitsicht noch verstärkt, wie Details einem ins Gesicht fliegen und ja, 3D und HFR arbeiten besser zusammen. Dennoch begleitete mich ein stetes Unbehagen den gesamten Film über. Zu oft fällt mir der Soap-Effekt auf als das die darauffolgenden Panoramabilder diesen Effekt wieder gut machen könnten. Ich bin schon kein großer Freund des 3Ds gewesen, aber die HFR gefällt mir nun überhaupt nicht! Das war meine ganz persönliche Anmerkung dazu, die ich aber nicht in die Wertung dieses Films mit einbezogen habe. Ich habe den Film in der Variante HFR und 3D und nichts von beidem gesehen.

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise Bewertung
Bewertung des Films
610
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Cairbre : : Moviejones-Fan
26.10.2013 11:53 Uhr
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Dabei seit: 23.11.11 | Posts: 199 | Reviews: 0 | Hüte: 2
Hervorragende Kritik!
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