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Abraham Lincoln Vampirjäger

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Auf und ab eines Vampirjägers

Abraham Lincoln Vampirjäger Kritik

Abraham Lincoln Vampirjäger Kritik
0 Kommentare - 02.09.2013 von Ganvai
In dieser Userkritik verrät euch Ganvai, wie gut "Abraham Lincoln Vampirjäger" ist.
Abraham Lincoln Vampirjäger

Bewertung: 2.5 / 5

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird Abraham Lincoln im heutigen Kentucky geboren. Nachdem er sich für einen Sklavenjungen einsetzt wird seine gesamte Familie von ihrem Arbeitgeber gefeuert. In der Nacht erlebt der junge Abe wie seine Mutter von ihrem ehemaligen Arbeitgeber, Jack Barts, überfallen und gebissen wird. Nur wenig später stirbt sie an einer seltsamen Krankheit. Abe gibt Barts die Schuld daran und viele Jahre später versucht der nun erwachsene Abraham (Benjamin Walker) diesen nun umzubringen. Der Versuch geht schief denn Abe muss feststellen, dass Barts ein Vampir ist und nur mit Hilfe des mysteriösen Henry Sturges (Dominic Cooper) überlebt er. Sturges nimmt sich Abraham Lincolns an und trainiert diesen zum Vampirjäger. Die Idee den beliebtesten Amerikanisch Präsidenten zum Vampirjäger zu machen ist so abstrus, das man schon fast schmunzeln muss wenn man sieht das der russische Regisseur Timur Bekmambetow diesen Film realisiert hat. Das Tim Burton einer der Produzenten gewesen ist, fällt nicht auf. Klar, der Film ist etwas düsterer, aber es geht hier schließlich um Vampire. Achja, Vampire. Waren das nicht mal diese blutsaugenden Monster, die sich in Fledermäuse verwandelten, vor Knoblauch und Kruzifixen zurückschreckten und im Sonnenlicht verbrannten? Nun, im Bekmambetwos Version funkeln sie zumindest nicht im Sonnenlicht. Das war es dann auch schon. Silber ist der Freund Abraham Lincolns, der Axt und Reden schwingend sich durch Horden der Blutsauger kämpft, die Sonne, Kreuze und Knoblauch wenig zu interessieren scheinen. Dafür können diese sich nun unsichtbar machen und haben statt zwei Fangzähnen nun 30 derer im Gesicht. Schon alleine das ist irgendwie Schade, wäre doch gerade das 19. Jahrhundert prädestiniert dazu gewesen, mal wieder klassische Vampire einzuführen. Hier wählt Bekmambetow den modernen Weg, ebenso wie in den Actionszenen, die zwar Gott-Sei-Dank ohne Wackelkamera und mit vielen coolen Fahrten und Schnitten daherkommen, allerdings auch recht gewagt an Matrix erinnern und das nicht nur im Guten. Der Einsatz von CGI ist a) übertrieben und b) auf unterstem Niveau. Jede Computeranimation erkennt man auf hundert Meter Entfernung, der Kampf zwischen Barts und Lincoln in einer Pferdeherde gerät da zum schieren Effektalbtraum, denn offensichtlich gab es in Hollywood keine echten Pferde mehr, dafür genügend untalentierte CGI-Künstler. Die Stellen an denen CGI-Dolls Menschen ersetzen sind so schlimm erkennbar wie damals, als Neo Agent Smith in hundertfacher Ausgabe auf einem Hinterhof bekämpfte, wisst ihr noch? Der Gruseleffekt in beiden Filmen ist der Selbe. Zu schade nur das zwischen den Filmen 9 Jahre liegen. Aber es gibt auch gute Schnitte, extrem aufregende visuelle Ideen, die vielleicht ein wenig zu stark den Stempel „Hollywood-Bombast“ aufgetragen haben, aber dennoch gefallen können. Dies sind Momente in dem man das Handwerkliche Geschick Bekmambetows aufblitzen sieht und man sich zu fragen beginnt warum es bei so viel Können doch so viele, handwerkliche Schnitzer gibt. Zum Beispiel sind manche Farbfilter einfach schlecht gewählt, auch wenn sie der Stimmung zuträglich sind, dem Makeup der Schauspieler helfen sie nicht. Lippen verschwinden auf gruselige Art und Weise, Makeup-Puder wird deutlich sichtbar. Auch Kontinuitätsfehler bei den Actionszenen sind Gang und gebe, Physik wird zu einem vagen Begriff. CGI Ersatzmenschen können nicht einmal mehr überzeugend Fallen und wirken, als wären sie von einem Plastikdummie gedoubelt. Die Schauspieler spiegeln diese Auf und Ab ebenso wieder. Als Junger Abe ist Benjamin Walker ausdrucksloser denn je, weder Wut und Rache, noch den verliebten Jüngling nimmt man ihm ab. Die Darstellung des betrunkenen Abraham Lincolns misslingt derart, dass man sich an Laienschauspielaufführungen in der Aula seiner alten Schule erinnert fühlt. Und dann spielt Benjamin Walker Abraham Lincoln als Präsident in den fünfzigern und man erlebt einen anderen Schauspieler. Das liegt vielleicht zum einen an der Maske in der Walker nun auch endlich an die Bilder des Präsidenten erinnert, zum anderen aber auch an seinem Spiel. Ihm zur Seite steh als Love-Interest die bezaubernde Mary Elizabeth Winstead als Mary Todd Lincoln. Während in der ersten Hälfte nicht mehr als ein hübsches Lächeln auf der Leinwand, dreht sie zum Ende sogar richtig auf und sticht aus der eher unmotivierten (oder untalentierten) Cast positiv hervor. Dagegen sind Rufus Sewell als Vampiroberbösewicht sowie seine sexy Gefährtin, gespielt vom amerikanischen Model Erin Wasson, genauso blas wie Vampirhaut. Keinem nimmt man zu irgendeiner Zeit die ernsthafte Bedrohung ab, selbst nicht wenn Wasson als gruseliges Zimmermädchen fungiert. Das einseitige Scripting der Charaktere hilft dabei keinem der Schauspieler. Alle Charakterbeschreibungen würden wohl zusammen auf einen Bierdeckel passen. Eindimensional wäre da noch geschönt. Selbst die wohl als schockierend gedachte Offenbarung in der Mitte des Films ist so lachhaft vorhersehbar, dass man sich fragt warum sie überhaupt thematisiert wurde. Es gibt keine Charaktere sondern nur Anweisungen die den Plot vorantreiben. Jeder Charakter wird da mal so, mal so eingesetzt. Unausgeglichen ist der Film dann auch im Gesamteindruck. Der Film kann grob in Vier Teile aufgeteilt werden. Der kurzen Einleitung und Abraham Lincolns Werdegang zum Vampirjäger, die Zeit als Vampirjäger, der Aufstieg und die Amtszeit als Präsident mit dem Weg in den amerikanischen Bürgerkrieg hinein, sowie das Finale des Films. Während der Film in den ersten beiden Teilen ein klassischer, fast schon B-Movie artiger Actionfilm ist, wechselt der Film seinen Stil wenn er zur Geschichte über Lincolns Amtszeit kommt. In tollen Schnitten wird erzählt wie Abe Axt gegen Feder tauscht und nun als Präsident versucht die Geschicke des Landes zu lenken. Nach dem musikvideoartigen Editing der ersten Teile gefällt hier das langsamere Tempo. Walkers Wandlung vom draufgängerischen Vampirjäger zum Präsidenten ist zwar nicht erarbeitet, aber Walkers Darstellung ist plötzlich nicht mehr so anstrengend mitanzusehen. Zwischendurch erlangt der Film, trotz vieler historischer Fehler, einen ungeahnten Tiefgang. Leider nur solange bis es zum Action- und Effektüberladenen Finale kommt bei dem jedwede Logik, Physik oder Schnittkontinuität so schamlos über Bord geworfen werden, dass man das Gefühl hat in einem Uwe Boll Film zu sitzen. Der Epilog der fast schon auf tragische Weise überleitet zum letzten Abend Abraham Lincolns bevor er im Theater von John Wilkes Booth erschossen wird ist plötzlich wieder auf einem ganz anderen, fast schon künstlerischem Niveau, mit viel Gespür für die Hauptfigur und deren Leben. Dies ist das perfekte Beispiel für das Ungleichgewicht dieses Films. Auf der einen Seite eine Seichte Actionkomödie, auf der anderen Seite Lebensweg Abraham Lincolns, findet der Film nie einen durchgängigen Ton um genau diesen Weg gehen zu können. An den Stellen wo der Film ein einfacher Actioner sein will, nimmt er sich selbst viel zu ernst, an den Stellen an denen er gefühlvoll seine Hauptfigur nach vorne Stellen will, ist er zu trashig und zu lasch inszeniert. Die Frage war: Wie schafft man es die Geschichte des größten, amerikanischen Präsidenten aller Zeiten mit einer Vampirjägerstory zu verbinden. Zu schade, dass dieser Film gemacht wurde ohne eine passende Antwort auf eben jene Frage zu haben. Das Endresultat ist ein enttäuschender Mischmasch der zwischendurch einen kurzen Blick darauf werfen lässt, was der Film hätte werden können

Abraham Lincoln Vampirjäger Bewertung
Bewertung des Films
510
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