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Der Marathon-Mann

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Filmkritik zu "Der Marathon-Mann"

Der Marathon-Mann Kritik

Der Marathon-Mann Kritik
0 Kommentare - 25.08.2023 von filmfreak99
In dieser Userkritik verrät euch filmfreak99, wie gut "Der Marathon-Mann" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

Nein, hier wird kein Sportlerfilm rezensiert, wie man vielleicht beim Lesen des Titels annehmen könnte! Der Marathon-Mann ist ein knallharter Thriller mit starken politischen Einschlägen von 1976. Der britische Regisseur John Schlesinger adaptierte die Romanvorlage von Autor William Goldman, der auch das Drehbuch hierzu verfasste.

Der New Yorker Geschichtsstudent Thomas Babington Levy (Dustin Hoffman), kurz "Babe" genannt, schreibt gerade an seiner Doktorarbeit und trainiert fleißig für seinen ersten Marathon-Lauf. Eher zufällig wird er Zeuge eines Verkehrsunfalls, als er an einem ganz normalen Tag durch den Central Park joggt. Dass dieser Unfall von zwei Senioren bald darauf sein Leben negativ beeinflussen wird, kann er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Plötzlich werden er und seine neue Freundin Elsa (Marthe Keller) von zwei Männern in Anzügen überfallen, später wird er von einem älteren Herren, gefesselt an einen Stuhl, gefoltert. Der Zuschauer erfährt genau wie der Hauptdarsteller nur Stück für Stück, wieso diese Ereignisse auftreten.
Ausgangspunkt ist Babes Bruder Henry (Roy Scheider), genannt "Doc", der ihm jahrelang vorgaukelte, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein. Tatsächlich jedoch arbeitet er als eine Art Agent für eine zwielichtige US-Regierungsorganisation, die besonders schmutzige Aufträge übernimmt. In diesem Fall gilt es, alte Nazi-Schergen aufzuspüren, die sich nach dem Holocaust irgendwo auf der Welt niedergelassen haben. Genau wie Christian Szell (Laurence Olivier), ein ehemaliger KZ-Arzt in Ausschwitz mit dem Spitznamen "Der weiße Engel", der in Uruguay Zuflucht gefunden hatte und sein Leben nun mit Diamanten finanziert, die er damals jüdischen Inhaftierten abgenommen und in einem New Yorker Bankschließfach deponiert hatte. Mithilfe von Kurieren werden die Diamanten zu Geld gemacht. Babes Bruder Doc übernahm solche Kurierdienste, im Gegenzug verriet Szell Aufenthaltsorte von ehemaligen Nationalsozialisten.
Doch auch Szells in den Verkehrsunfall verwickelte Bruder zu Beginn war ein solcher Kurier. Er stirbt noch am Unfallort und die Medien machen seinen Namen öffentlich. Szell selbst gerät in Panik und versucht nun, alle Kuriere aus dem Weg zu räumen, da dieser Geldbeschaffungsweg zu unsicher geworden ist. Auch diejenigen, die ihnen nahe stehen wie Docs Bruder Babe.

Sehr spannender Krimi, der in vielen Szenen eine düstere Stimmung aufbaut, die mit entsprechenden filmischen Mitteln erzeugt wurden. Flucht und Verfolgung finden meistens nachts statt, mit entsprechend gruselig anmutender Musik von Michael Small.
Passend dazu werden Bilder präsentiert vom oscarprämierten Kameramann Conrad L. Hall: Dunkle Gassen und graue Gebäude New Yorks der 70er Jahre, klaustrophobische Enge in Babes Wohnung und in dem kleinen Landhaus von Szells Bruder oder in den Juwelierläden im New Yorker Diamond District.
Hinzukommen immer wieder Erinnerungs-Sequenzen von Babe in Sepia-Tönen, die die Situation seines Vaters (Allen Joseph) während der McCarthy-Ära der 1950er Jahre aufgreifen. Damals gab es in den USA eine starke antikommunistische Haltung, unter der im Film sein Vater enorm zu leiden hatte und schließlich Selbstmord beging. Da gibt es durchaus Parallelen zwischen Protagonist und Antagonist. Babe und Szell werden von ihrer jeweiligen Vergangenheit eingeholt.

Die Schauspieler spielen hier ihre Klasse aus, vor allem der Brite Laurence Olivier als ehemaliger KZ-Zahnarzt, der für diese Rolle eine Oscarnominierung erhielt. Natürlich glänzt auch Dustin Hoffman in seiner Darstellung des Studenten, der oft wegrennen muss und der Verzweiflung nahe ist, aber nie aufgibt. In bester Method Acting-Manier trainierte er fleißig für die Rolle mit Gewichten und schlief auch kaum für mehrere Tage, was in dem Drama sehr gut transportiert wird.

Apropos Training: Man fragt sich als Zuschauer des Öfteren, was eigentlich der Titel respektive der Marathonlauf mit dem Ganzen zu tun hat. Ich denke, das Marathonlaufen ist hier als Metapher zu verstehen, als Metapher für das Leben. Man steht an der Startlinie und hat eine lange Strecke vor sich, aber trotz aller Qual und Schmerzen während des Laufs, darf man nicht aufgeben - eben so wie der Protagonist in diesem Politkrimi niemals kapituliert.

Auszeichnungen: Oscarnominierung und Golden Globe für Laurence Olivier plus weitere Nominierungen für Regie, Drehbuch, Haupt- und Nebendarsteller/-in.

Anmerkung:

Wer Lust hat, kann gerne meiner Facebook-Gruppe (s.u.) beitreten oder einen Film auf meinem Blog vorstellen!

FB-Filmgruppe: https://www.facebook.com/groups/1333530337459482

Filmblog: https://gerisfilmblog.blogspot.com

Der Marathon-Mann Bewertung
Bewertung des Films
910

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