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Detroit

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Sunday Night in Detroit City

Detroit Kritik

Detroit Kritik
4 Kommentare - 30.10.2017 von Moviejones
Wir haben uns "Detroit" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Detroit

Bewertung: 4 / 5

Unterhaltsam und lehrreich - zwei Eigenheiten, die man unproblematisch mit Filmen von Kathryn Bigelow übereinbringen kann. Die Regisseurin, die 2010 für ihr Irak-Drama Tödliches Kommando - The Hurt Locker den Oscar für die Beste Regie gewann, bringt nun mit Detroit die Erinnerung an die Rassenunruhen im Jahr 1967 zurück, die bis heute kontrovers diskutiert werden. Der Film fühlt sich eingangs zwar mehr wie eine Dokumentation an, legt aber kurz darauf mehr Wert auf persönliche Empfindungen der Beteiligten und rückt diese deutlich und erschreckend nachfühlbar in den Vordergrund. Die Grenzen sind zumeist klar verteilt, aber die naive Einteilung Gut/Böse ist dennoch nicht, wie leicht zu erwarten, erkennbar. Andererseits irritiert die Fokussierung auf John Boyega, der zwar eine wichtige Rolle einnimmt, aber der bei Weitem nicht das Zentrum des Films ist wie es Trailer und Poster vermuten lassen.

Detroit Kritik

Juli 1967. Eine Polizeirazzia in einer Bar führt zu einer der schlimmsten Rassenunruhen in den USA und fordert in nur wenigen Tagen über vierzig Todesopfer. Darunter auch drei junge Schwarze, die im "Algiers Motel" mit anderen Gästen durch die örtliche Polizei willkürlich bedroht und festgesetzt wurden. Die zuständigen Polizisten wurden später zwar vor Gericht gestellt, aber für nicht schuldig befunden.

Trailer zu Detroit

Für viele sind die USA das Traumland schlechthin - die Green Card lockt jährlich Millionen - doch Traum und Albtraum liegen oft nicht weit auseinander. Nicht zuletzt zeigten die Ausschreitungen der vergangenen Jahre, ob in Ferguson oder Charlottesville, wie tief der Graben zwischen Weißen und Schwarzen weiterhin ist. Und Bigelow legt den Finger in die Wunde. Bis heute ist gibt es unterschiedliche Aussagen, ob der "12th Street riot" von 1967 aufgrund der Rebellion gegen die Staatsgewalt ausging beziehungsweise ganz klar aufgrund rassistischer Übergriffe Fahrt aufnahm. Nicht zuletzt zeigt hingegen der Vorfall im Algiers-Motel, wie willkürlich und rassistisch geprägt viele Übergriffe waren, die in Detroit intensiv in Szene gesetzt werden.

Unterstützung erfährt Bigelow unter anderem von Darstellern wie Will Poulter, Jack Reynor, John Boyega, Anthony Mackie und Jason Mitchell. Speziell Poulter legt in seine Darstellung des aggressiven, rassistisch-geprägten Polizisten Krauss so viel Intensität, dass wir uns auf die kommenden Jahre mit ihm, der eine starke Antagonisten-Qualität mitbringt, freuen. Die Präsenz seiner Rolle und deren Autorität gegenüber seinen Kollegen, die angestachelt den Aufforderungen folgen, machen das ganze Geschehen derart unfassbar. Brutalität und Willkür aufgrund bloßer Vermutungen lassen erschaudern, vermitteln Panik, und das über viele Minuten des Films. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass die Taten nie wirklich geahndet wurden, ein trauriges Zeugnis.

Dennoch legt Detroit Wert darauf, die Gut-Böse-Grenze zu durchstoßen, denn mitnichten sind alle weißen Polizisten rassistisch und alle Schwarzen arme Opfer. Bei aller Frustration, sich gegen unfaire Behandlung und das System aufzulehnen, darf hinterfragt werden, was eingeschmissene Ladenscheiben deines schwarzen Nachbarn und die Verstümmelung bis zur Unkenntlichmachung deines Wohnblocks mit berechtigter und konstruktiver Revolte zu tun haben. Oder waren die Auslöser viel oberflächlicher, die sich ganz banal in Vandalismus äußerten? Detroit verknüpft diese existierenden Ansätze über die Ausbrüche und macht dennoch sehr deutlich, dass die Reaktion durch Polizei und Staat in keinem Verhältnis standen.

Wo der Beginn des Films stark dokumentarische Züge annimmt, um die Geschichte in Fahrt zu bringen - was auch durch den wackeligen Kameraeinsatz verstärkt wird - erfährt er nach und nach viel persönlichere Züge. Verknüpft wird das Drama mit der Geschichte um die Motown-Band The Dramatics, deren Sänger Larry Reed einst im Algiers Motel festgehalten wurde, was Detroit zudem musikalisch-emotional untermalt. Ein guter Film, der damals wie heute seine Berechtigung hat und versucht, das Geschehene nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Detroit Bewertung
Bewertung des Films
810
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4 Kommentare
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LastGunman : : Moviejones-Fan
19.11.2017 16:16 Uhr
0
Dabei seit: 05.09.15 | Posts: 307 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Ich erinnere mich, dass es eine Folge von Zurück in die Vergangenheit zu dem Thema gab. Hat mich da schon sehr interessiert.

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TheGargoyle : : Moviejones-Fan
15.11.2017 10:12 Uhr
0
Dabei seit: 28.06.17 | Posts: 48 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Allein wegen Anthony Mackie will ich den Film sehen. Der ist neben Daniel Kaluuya, Morgan Freeman und Denzel Washingonton mein Liebling was afroamerikanische Schauspieler angeht.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
10.11.2017 15:34 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 2.763 | Reviews: 26 | Hüte: 148

Letzterem stimme ich zu.

Ob ich ersterem bei diesem Thema in genau dem gleichen Wortlaut zustimme?

Dünyayi Kurtaran Adam
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MisfitsFilms : : Marki Mork
10.11.2017 15:26 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 783 | Reviews: 0 | Hüte: 27

GEIL GEIL GEIL GEIL!

In Bigelow we trust

- Was wollen Sie mit zwei Kisten Seife?

- Ich ... öhm ... möchte sauber bleiben.

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