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Ein Goldfisch an der Leine

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Ein Goldfisch an der Leine Kritik

Ein Goldfisch an der Leine Kritik

Ein Goldfisch an der Leine Kritik
0 Kommentare - 26.01.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Ein Goldfisch an der Leine" ist.

Bewertung: 3 / 5

Roger Willoughby (Rock Hudson) ist der erfolgreiche Autor eines Fachbuches für Angler und arbeitet als Experte in einem Sportgeschäft. Doch der Autor war selber wirklich noch nie angeln und all sein Wissen erlangte er nur von seinen Kunden. Als die für Öffentlichkeitsarbeiten verantwortliche Abigail Page (Paula Prentiss) ihn jedoch bei einem Anglerwettbewerb anmelden will, sieht er sich gezwungen, ihr sein Geheimnis zu verraten.

Auf den ersten Blick scheint zumindest mit der Prämisse von Ein Goldfisch an der Leine eine wirklich originelle Geschichte im Film stattzufinden. Ein Verkäufer von Angelbedarf, der eigentlich keine Ahnung vom Fischfang hat und dann bei einem Turnier teilnehmen soll, daß ist wirklich mal anders. Klar, der Film leidet allgemein auch darunter, nicht wirklich bedeutsam zu sein und vielleicht zum großen Teil auch entpolitisiert worden zu sein. Schließlich darf man sich schon fragen, wen genau diese Geschichte denn interessieren soll. Am Ende ist ja klar, worauf das hinausläuft. Auch muss man sagen, daß sich in Sachen Humor entweder in den letzten sechzig Jahren doch erstaunlich viel noch getan hat, oder der Film wirklich sehr handzahm daherkommt. Das mag seiner Zeit geschuldet sein und Hawks war sicherlich seiner Zeit da mal wieder um einiges voraus, doch auf der anderen Seite, daß muss man immerhin zugestehen, gibt es ja schleichende Prozesse der Entzenisierung, wodurch bestimmte Dinge einfach möglich werden. Und seinen Teil sicherlich dazu beigetragen hat auf jeden Fall dieses Werk. Das mag dann vielleicht als reiner Film nicht so bedeutsam sein, aber für die Filmgeschichte umso mehr.

Warum sich das bei diesem Film so deutlich in den Vordergrund rückt und auch gar nicht abzustreiten ist, ist die ständige sexuelle Spannung, die zwischen den beiden Hauptfiguren stattfindet. Man muss Sexualität und derlei Themen in Kontexten betrachten. Was heute keinerlei Anzüglichkeit mehr enthält, ist in den 1960ern vermutlich schon gewagt. Was heute keinerlei feministische Größe mehr hat, ist in den 1960er Jahren ebenso gewagt. Das mag ein Problem sein, weil man dann sehr vieles mit seiner eigenen Zeit limitiert, in diese Zeit packt und das Werk dadurch keineswegs zeitlos wird. Im Falle von Ein Goldfisch an der Leine muss man aber dann wiederum sagen, daß das Werk nahezu zeitlos ist, weil die Geschichte eigentlich jederzeit genauso passieren könnte. Es ist keineswegs irgendwie speziell und sicherlich wird sich so gut wie jeder in diese Form von Anspannung zwischen einem selber und der Person für die man gerade anfängt etwas zu empfinden, oder wo auch schon mehr ist, reinfühlen können. Und dadurch wirkt nicht nur der Film zu jedem Zeitpunkt heiter und optimistisch, auch die Figuren können sich irgendwie in die Herzen ihrer Zuschauer spielen. Das mag sicherlich auch der Chemie zwischen Rock Hudson und Paula Prentiss geschuldet sein, ist aber in diesem Sinne durchaus sympathisch.

Wenn man ein Kernthema suchte, welches der Film so weit über die Laufzeit hinaus für sich vereinnahmt, dann ist es wohl das, des Lügens, besser gesagt der Ehrlichkeit. Die Hauptfigur hat eigentlich keinerlei Ahnung von dem, was sie dort vor Ort tun soll und lässt sich auf etwas ein, von dem andere Annehmen, daß sie es sowieso kann. Ist ja auch naheliegend, das zu glauben, wenn ein Fachbuch für Angler verfasst hat. Das alles ist natürlich auch recht schnell wieder gelöst, besser gesagt es ist kein Konflikt, der den Film aus der Bahn wirft. Dadurch wirkt das Werk zwar insgesamt aus heutiger Sicht heraus relativ unkonventionell, allerdings ist das nichts Schlechtes. Denn folgen darauf zwar auch zunächst Konsequenzen, die die Figur aber nie so richtig aus der Bahn wirft. Und das ist interessant, weil man ja gerade aus heutiger Sicht, vielleicht sogar mehr noch denn je, sein eigenes Leben über die Arbeit definiert. Nun klar, ganz salopp gesagt ist das Scheiß. Und dennoch, man kennt das ja, daß man eigentlich viel seiner Lebenszeit damit verbringt, einer Berufung nachzugehen. Da ist Hawks Film aber ein wenig anders, weil er die tatsächliche Romanze als das herausstellt, was alles in den Schatten stellt. Sofern man in den 1960ern so kritisch sein konnte, ist es diesem Werk in jedem Fall gelungen.

Es ist eben so eine Art klassisches, und in dem Fall ist mit klassisch, auch wirklich klassisch gemeint, Anziehungsspiel. Die Frage ist, ob sie einander bekommen und wie sie miteinander umgehen. Damit spiegelt der Film vielleicht so den Gedanken der Vollkommenheit einer Beziehung, sofern man sich darin wiederfindet. Und ja, es ist eben in dem Sinne nichts Besonderes und dann wiederum vielleicht auch in der Vita eines Howard Hawks zu nett, um wirklich gut zu sein. Doch man glaubt dem Cast, kann ihm folgen und hat dann eben eine nette Zeit damit verbracht. Tiefgründig geht eben anders.

Und somit kann man Ein Goldfisch an der Leine vor allem als reines Unterhaltungswerk betrachten, was nicht unbedingt viel Tiefgründiges mitzuteilen hätte. Das ist aber nicht mal etwas Schlechtes, weil eine gekonnte Entpolitisierung durchaus Spaß machen kann. Wenngleich es diese ja nie gänzlich geben kann. Doch der Cast fängt hier einiges auf und macht das eben rein unterhaltsam.

Ein Goldfisch an der Leine Bewertung
Bewertung des Films
610

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