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Freiheit

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Prädikat: besonders wertvoll

Freiheit Kritik

Freiheit Kritik
0 Kommentare - 29.01.2018 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Bewertung: 4 / 5

Eines Abends hat sie beschlossen zu gehen. Ohne sich zu verabschieden. Weder von ihren beiden Kindern, die sie über alles liebt, noch von ihrem Mann, mit dem sie 14 Jahre zusammen ist. Sie hat nicht gewusst, wohin sie gehen soll. Hat nicht darüber nachgedacht, wie es ihrer Familie nach ihrem Verschwinden gehen mag. Sie hat nur gespürt, was ihr fehlt. Und so fängt sie neu an. Erst in Wien, dann in Bratislava. Lernt Menschen kennen, findet Freunde. Doch in Gedanken ist sie auch immer wieder bei ihrer Familie, die damit leben muss, dass die Mutter gegangen ist. Und ihre Freiheit gesucht hat.

Schon der Einstieg in Jan Speckenbachs Film zieht den Zuschauer sofort in seinen Bann. Eine Frau steigt in einen Bus, fährt bis zum Ende der Route, will nicht aussteigen, wird Zeugin eines Überfalls und geht wortlos fort. Auf der Soundebene eine Opernarie, laut, kraftvoll, danach die Titeleinblendung, schwarz auf weiß, leinwandfüllend: Freiheit.

Trailer zu Freiheit

Es ist diese Größe der ausdrucksvollen Bilder, die den Zuschauer sogartig gefangen nimmt und nicht mehr loslässt. Die hervorragende Kamera von Tilo Hauke folgt Johanna Wokalek auf ihrem Weg in ein neues Leben, sie ist ihr stets auf der Spur und lässt sie doch immer auch ein wenig unnahbar wirken. Die Balance einer Darstellung zwischen mitfühlender Empathie und entfremdeter Distanz ist das Verdienst von Wokalek, die ihre Figur mit den sich wandelnden Identitäten und Namen bedingungslos intensiv verkörpert. Zusammen mit ihr erkundet der Zuschauer neugierig und fasziniert die fremden Welten und Kulturen und findet neue Freunde, die immer auch interessante und authentische Figuren abgeben.

Speckenbach arbeitet intensiv und auf ganz eigene originelle Weise mit Licht und Farbe, mit Symbolen, Nahaufnahmen und Projektionen, um das Gefühlsleben seiner Protagonisten filmisch zu spiegeln. Doch neben der Geschichte des Aufbruchs erzählt Speckenbach auch einfühlsam von der Familie, die zurückbleibt. Hans-Jochen Wagner überzeugt mit seinem authentischen Spiel als überforderter und verletzter Ehemann und Vater, der nicht verstehen kann, dass seine Welt sich auf den Kopf gestellt hat und der doch in ihr funktionieren muss.

Am Ende des Films kehrt die Geschichte zum Davor zurück und zeigt auf nachvollziehbare Weise und mit lebensnahen Dialogen, wie schnell ein Lebensentwurf, der unverrückbar erschien, kippen kann. Jan Speckenbachs zweiter Kinofilm Freiheit ist ein Film, der auf besondere und kraftvolle Weise von einer alltäglichen Geschichte erzählt. Wahrhaftige und beeindruckende Filmerzählkunst.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Freiheit Bewertung
Bewertung des Films
810
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