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Inherent Vice - Natürliche Mängel

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Verrückter Krimitrip

Inherent Vice - Natürliche Mängel Kritik

Inherent Vice - Natürliche Mängel Kritik
4 Kommentare - 04.02.2015 von Moviejones
Wir haben uns "Inherent Vice - Natürliche Mängel" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Inherent Vice - Natürliche Mängel

Bewertung: 4 / 5

Schnüffler Larry "Doc" Sportello (Joaquin Phoenix) verarztet seine Klienten in Los Angeles in den 70er Jahren gern gemütlich, während er sich einen Joint reinzieht, da kommt es etwas überraschend, als seine Ex spontan hereinschneit und ihn um Hilfe bittet. Ihr Problem: Sie hat sich in einen verheirateten Milliardär verknallt und befürchtet, dass dessen Frau einen fiesen Komplott gegen ihn am Laufen hat. Wenn man denn dem Gefasel seiner alten Flamme glauben darf. Was an der Story dran ist, versucht er nun herauszufinden und findet sich rasch zwischen Spionen, Ganoven, Sektenmitgliedern und manch anderen schrägen und verdächtig erscheinenden Gestalten wieder. Das Bindeglied scheint ein dubioses Schiff zu sein, doch wohin ihn diese Spur führt, ist ein ziemlich verrückter psychedelischer Trip...

Paul Thomas Anderson (The Master) liefert mit seinem siebten Film Inherent Vice - Natürliche Mängel eine unterhaltsame Krimifarce und zudem die erste Kinofilmadaption eines Thomas Pynchon-Romans ab - wie uns ein Pynchon-Kenner versicherte, noch eines seiner weniger abgedrehten Bücher. Dementsprechend sei der Film auch noch recht "mainstreamig". Interessant wäre ein weiterer Film im Vergleich, bei dem man die Ratio gleich an der Kinokasse abgeben müsste, denn das ist mit Inherent Vice nicht ganz so leicht möglich. Doch gerade das hat uns besonders gut gefallen, der Film ist nicht einfach nur ein verrückter Rausch, dem man sich entspannt hingeben kann. Er wandelt auf dem Grat zwischen Wahn und Wirklichkeit, echter Gefahr und Paranoia, einer realen Spur und Irrlichtern im Kiffernebel.

Trailer zu Inherent Vice - Natürliche Mängel

Immer wieder wird die Ratio dazu verführt, eine reale Geschichte, das echte Konstrukt des Krimifalls unter den wirren Handlungssträngen von Inherent Vice herausfiltern zu wollen, doch immer wieder landet man in einer noch verrückteren Entwicklung der Geschehnisse. So ist es vom Zuschauer abhängig, wann er selbst bereit ist loszulassen. Hinweise an die Ratio, ein echtes Konstrukt lieber nicht zu erwarten, gibt es von Beginn an, doch hartnäckige Spurensucher können diese ebenso geflissentlich verführt sein zu ignorieren wie Doc selbst.

Darstellerisch liefert Joaquin Phoenix (Her), der bereits in The Master mit Anderson zusammengearbeitet hat, als kiffender Schnüffler in Inherent Vice wieder einmal eine Glanzleistung ab, besser hätte man nicht besetzen können. Und Phoenix hat auch sichtlich Spaß an seiner Figur des verlotterten Hippi-Privatdetektivs, der gern barfuß unterwegs ist, immer dabei einen Joint zur Hand. Einen schönen Kontrast bietet dazu ein überzeugender Josh Brolin (Oldboy) als geschniegelter, gestriegelter LAPD-Detective "Bigfoot", der Doc bei seinem Fall durchaus gewillt ist zu helfen, Docs Spinnereien aber durchaus mit Vorsicht zu genießen weiß. Und dessen Charakter aus der Sicht von Doc schon bald seltsame Züge im Kifferwahn annimmt. Die tragenden Rollen spielen deutlich Phoenix, Brolin und Owen Wilson, letzterer als dubioser Saxophonist und Spion. Alle anderen bekommen nicht viel Leinwandzeit, erfüllen ihren Part aber prima. Die Topbesetzung mit unter anderem noch Benicio del Toro, Eric Roberts, Reese Witherspoon, Joanna Newsom, Katherine Waterstone, Jena Malone und Michael Short sorgt dafür, dass man gespannt darauf wartet, wer als wer wann in Inherent Vice erscheint.

Sex, Drugs & Rock n Roll findet man reichlich, Tabus Fehlanzeige. In den USA bekam er ungekürzt ein klares R-Rating, bei uns kommt Inherent Vice - Natürliche Mängel als FSK16 ungekürzt ins Kino. Stilistisch werden Tarantino-Fans voll auf ihre Kosten kommen, schräge Bilder und Figuren, Spaß am Dialogkino und lange 148 Minuten, das geht schon klar in die Richtung, die Tarantinofans gefällt. Doch auch von Anderson selbst ist man bildgewaltige, nicht leicht konsumierbare Kost gewohnt, hier sitzt also auch genau der Richtige auf dem Regiethron. Manchem mag Inherent Vice zu langatmig sein, wir haben die Länge nicht gespürt und fühlten uns bestens unterhalten.

Liebe zum verrückten Detail, passende Musik aus der Zeit und die nicht weniger schräge Einbindung historischer Ereignisse in Inherent Vice - Natürliche Mängel sorgen für einen coolen, groovigen Hippi-Krimitrip, den wir nur jedem ans Herz legen können, der bei Krimistorys nicht nur flotte Action will und schrägen Schinken etwas abgewinnen kann.

Inherent Vice - Natürliche Mängel Bewertung
Bewertung des Films
810
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4 Kommentare
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Moviejones : : Das Original
13.09.2017 10:31 Uhr
0
Dabei seit: 15.10.08 | Posts: 2.211 | Reviews: 1.046 | Hüte: 152

Überraschungen aus dem Hinterhalt sind unsere Spezialität. 

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
13.09.2017 02:05 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.558 | Reviews: 161 | Hüte: 519

@Moviejones

Mich wundert es gerade echt, dass euch der Film gefallen hat! laughing

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Nothlia : : Man in Black
06.02.2015 14:49 Uhr
0
Dabei seit: 04.05.10 | Posts: 1.150 | Reviews: 54 | Hüte: 6
Ist auch einer meiner meisterwarteten Filme. Diese schrägen Sachen ziehen mich immer an. :-D

FSK 16 dürfte damit mindestens notwendig werden, wenn man nicht zu viel wegkürzen will, eher FSK 18

Wurde bereits geprüft und ging ohne Kürzungen als FSK 16 durch. Soweit ich das gesehen habe. Aber da die Laufzeiten zwischen dt. Kinofreigabe und OV übereinstimmen ... Also: Sex, Drugs & Rock n Roll! laughing
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filmfreak180 : : Verfluchter
04.02.2015 16:50 Uhr
0
Dabei seit: 11.07.11 | Posts: 972 | Reviews: 10 | Hüte: 13
Klingt großartig, ich bin schon unglaublich gespannt auf meinen meisterwartesten Film des Jahres!
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