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Kung Fu Panda 4

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Kung Fu Panda 4 Kritik

Kung Fu Panda 4 Kritik

Kung Fu Panda 4 Kritik
0 Kommentare - 17.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Kung Fu Panda 4" ist.
Kung Fu Panda 4

Bewertung: 3 / 5

Po (Jack Black) soll auf Anweisung seines Meisters Shifu (Dustin Hoffman) einen neuen Drachenkrieger als Nachfolger auswählen. Er selbst soll nämlich die Rolle des spirituellen Führers einnehmen. Doch Po ist noch nicht bereit die Rolle des Drachenkriegers aufzugeben, in der er sich so wohlfühlt. Bald jedoch findet er heraus, daß das schreckliche Chamäleon (Viola Davis) das Tal des Friedens bedroht und er macht sich mit der durchtriebenen Füchsin Zhen (Awkwafina) auf den Weg in eine neue Mission.

Das Phänomen Kung Fu Panda (2008) ist ein Relikt einer ganz anderen Zeit. Als Ironie und Sarkasmus im Kino noch lange nicht so inflationär gebraucht wurden und Witze über korpulentere Persönlichkeiten noch angemessen schienen, versuchte sich DreamWorks an einer Komödie über vermeintlich chinesische Relikte. Nun ja, die Erkenntnis über Kampfsport zum Film, ist keine, die sonderlich weitläufig oder bahnbrechend ist und nach all den Jahren kommt nun Kung Fu Panda 4 daher, der so ein wenig ein vermeintliches Versprechen einlösen soll, daß dem Panda und den Fans gestellt wurde. Ob das allerdings die Erfüllung dessen ist, was man sich erhoffte, darf stark bezweifelt werden. Denn dieser weitere Teil eines langlebigen Franchises fühlt sich einfach nur an, wie ein weiterer Teil eines langlebigen Franchises. Kaum Charakter und damit auch kaum Charakterentwicklung wird hier aufbraucht und auch im Sinne der bisherigen Reihe, erscheint das, was die Figuren antreibt, doch mehr durch einen Drehbuchautor ausgelöst, als tatsächlich eine organische Geschichte zu sein. Will meinen, daß dieser Film vor allem damit hadert, seine eigene Relevanz zu erläutern. Was hat denn ein Kung Fu Panda mitten in den 2020er Jahren noch zu suchen? Gut, selbige Frage könnte man an das gesamte Franchise stellen. Doch diese Filme stammen eben aus einer Zeit, in der hyperironische Hauptfiguren und das Kontaktieren von ersten Momenten am laufenden Band noch nicht so totgelaufen war, wie es inzwischen der Fall ist.

Trailer zu Kung Fu Panda 4

Die Ironie fehlender Relevanz straft der Film selber schon ab. Eigentlich schreibt der Film schon seine eigene Kritik, indem er eine Schurkenfigur wie das Chamäleon etabliert. Die Gefahr erschließt sich für Kinder vermutlich daraus, daß hier alles vereint wird und die Irrelevanz des Films erschließt sich aus selbigem Motiv für Erwachsene. Denn das Abklappern alter Merkmale und Ideen war schon immer ein inhaltliches Armutszeugnis. Deshalb sind ja auch so Filme wie Und täglich grüßt das Murmeltier (1993) oder andere Zeitschleifenfilme so mühselig, weil sie letzten Endes an einen bestimmten Punkt in der Geschichte zurückwollen, an dem etwas schiefgelaufen ist. Klar, man kann das nicht gänzlich vergleichen und kann ohnehin auch in Kung Fu Panda 4 einen Film sehen, der primär noch einmal die alten Fans abholen soll. Dann muss man sich aber fragen, warum zum Beispiel ein Großteil des namhaften Casts überhaupt keine Rolle mehr spielt. Inhaltlich könnte man natürlich den Stempel ansetzen und sich immer wieder Fragen, ob es wirklich so großartig ist, daß Kinder hier einer Figur folgen sollen, die sich über alles stellt und über allem erhaben ist. Klar, Po funktioniert, weil er gut ist, er ist aber ebenso auch in Idiot und dann kann es gefährlich werden. Wenngleich man den Film vielleicht an der Stelle auch einfach so stehenlassen kann, denn wirklich als Gesellschaftsanalyse funktioniert das hier nur selten.

Unterdessen bietet der Film auch auf oberflächlicher Ebene leider zu wenig Neues und man muss sich fragen, ob das Franchise dann nicht auch hätte ruhen können. Was nämlich neben der spirituellen Führerfigur ebenso zentral ist, ist die Frage nach dem Vater von Po. Nun kann man sagen, daß die biologische Frage mit Kung Fu Panda 3 (2016) geklärt ist. Li Shan ist der Erzeuger, während Ping der ist, der Po geprägt und aufgezogen hat. Dieses Wetteifern, daß eigentlich nicht so richtiges Wetteifern ist, ist indessen sehr spannend. Die Frage, die hier aufgemacht wird, ist natürlich einem modernen Konservatismus unterlegen. Denn was Kung Fu Panda damit vor allem in den Mittelpunkt rückt, ist das Thema der Zweckfamilie. Auch etwas, was die Vorgänger bereits etablierten. Man kann auch nicht leugnen, daß die Bindung die Li Shan und Ping dadurch unweigerlich zueinander haben, ein wenig Homoerotik in den Raum wirft. Oder wo sind denn die ganzen Damen hin? Tatsächlich spielen Frauen nur auf der Antagonisten-Seite tatsächlich eine Rolle. Zweckfamilien sind im modernen, konservativen Kino aber keine Seltenheit und gehören eigentlich schon zum guten Ton. Man erinnere sich nur einmal an Guardians of the Galaxy (2014) oder eben Fast & Furious 9 (2021). Alles im Blockbuster-Kino handelt von der Familie, die eben keine biologische Komponente haben muss.

Unterdessen ist Kung Fu Panda 4 schon etwas konventioneller inszeniert als es die letzten Ausflüge von DreamWorks mit Die Croods – Alles auf Anfang (2020) oder Der gestiefelte Kater: Der letzte Wunsch (2022) waren. Gut, mag auch an der Wahl des Regisseurs liegen, aber ein wenig mehr konnte man sich eigentlich doch erhoffen. Dem ist nicht so. Stattdessen kommt die Farbenpracht in einigen Momenten zur Geltung, schöpft aber nie ihr volles Potential aus, wodurch der Film sich auch auf dieser rein kreativen Ebene eher im Mittelmaß befindet.

Lange Zeit war es still. Und nach etlichen Jahren kehrt mit Kung Fu Panda 4 ein Stück kleinerer Popkultur zurück. Dieser Film jedoch leidet daran, zu wenig Neues zu bieten und allgemein sehr auf Nummer sicher zu setzen. Das macht ihn zumindest moderat unterhaltsam, wenngleich der Film vieles auf der Strecke lässt.

Kung Fu Panda 4 Bewertung
Bewertung des Films
610

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