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Licht

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Prädikat: besonders wertvoll

Licht Kritik

Licht Kritik
0 Kommentare - 29.01.2018 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Bewertung: 4 / 5

Wien, 1777. Die junge Maria Theresia "Resi" Paradis kommt an den Hof des Arztes Franz Anton Mesmer. Ihre Eltern erhoffen sich, dass Mesmer, der mit seiner Methode des "Magnetismus" unter Kollegen nicht unumstritten ist, eine Heilung für ihre Tochter, die seit ihrem dritten Lebensjahr blind ist. Als begnadete Pianistin wird sie von der Wiener Hofgesellschaft für ihr Talent gefeiert - doch aufgrund ihrer Behinderung mitleidig belächelt. Tatsächlich stellt sich durch Mesmers Behandlung ein erster Erfolg ein und Maria Theresia gewinnt ihr Augenlicht zurück. Doch schon bald erkennt sie, dass dadurch ihr Spiel am Klavier immer verkrampfter wird - und dass die Gabe zu sehen auch ein Fluch sein kann.

Barbara Alberts Regiearbeit Licht, frei nach dem Roman "Am Anfang war die Nacht Musik" von Alissa Walser, erzählt auf berührende Weise die Geschichte einer starken Frau, die von vielen Künstlern ihrer Zeit hochgeschätzt und bewundert wurde. Der Film zeigt im höchsten Maße realistisch das höfische Leben dieser Zeit, das von Oberflächlichkeit und eitlem Standesdünkel geprägt war.

Trailer zu Licht

Darunter leiden beide Hauptfiguren gleichermaßen. Sowohl Maria Theresia, die als Ausgestoßene behandelt wird, als auch Mesmer, der mit seiner Methode die Heilkunst revolutionierte, aber von den Kollegen mit Neid und Ausgrenzung bestraft wurde. Barbara Albert lässt Paradis und Mesmer zu zwei Vertrauten werden, die gemeinsam gegen diese Windmühlen kämpfen. Devid Striesow verkörpert Mesmer als integren Mann, der über der Oberflächlichkeit seiner Zeit steht und als Visionär für etwas einsteht. Die Entdeckung des Films ist Maria Dragus: Sie stellt Paradis‘ Blindheit dermaßen authentisch dar, dass man ihr als Betrachter tief beeindruckt folgt. In ihrem Ausdruck vereint sie fragile Verletzlichkeit mit dem tief empfundenen Wunsch nach Rebellion und Eigenständigkeit.

Genau dies macht Barbara Alberts Film auch zu einer Geschichte über die Emanzipation einer jungen Frau, die sich weder von den Eltern noch von der Gesellschaft vorschreiben lassen will, wie sie zu leben hat. Licht ist auch visuell ein Erlebnis. Albert schafft für die Empfindungen und Gefühlswelt der jungen Frau immer wieder passende Lichtbilder und stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen. Kostüm und Ausstattung sind authentisch gewählt und lassen die Zeit ganz ohne verklärte Romantik lebendig werden. Die passend gewählte historische Musik unterstreicht dieses Gefühl.

Eine beeindruckende filmische Biografie, die fern von jedem Illusionskino ein überzeugendes Porträt einer Zeit entwirft. Und darüber hinaus einer starken und unabhängigen Künstlerin ein Denkmal setzt.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Licht Bewertung
Bewertung des Films
810
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