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Marvels Inhumans

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Nicht gut, aber besser als gedacht!

Marvels Inhumans Review

Marvels Inhumans Review
0 Kommentare - 13.03.2020 von Duck-Anch-Amun
In dieser Userreview verrät euch Duck-Anch-Amun, wie gut "Marvels Inhumans" ist.
Marvels Inhumans

Bewertung: 2.5 / 5

Handlung
Nachdem es auf der Erde zu einem massiven Anstieg der Inhumans-Population kommt, entscheidet König Black Bolt diese Erdlinge vor den Menschen zu schützen und sie auf den Mond zu bringen. Dort, in der Inhuman-Stadt Attilan, leben nämlich rund 1400 Inhumans, darunter die königliche Familie, in Sicherheit und Frieden. Doch um auf dem Mond nicht von den Menschen entdeckt zu werden, herrscht in Attilan nicht viel Platz, außerdem sind die Ressourcen arg begrenzt. Maximus, der durch die Terrigenesis keine Kräfte erhielt und gleichzeitig der Bruder des Königs ist, kritisiert die Pläne Black Bolts und schmiedet einen Komplott. Black Bolt, der aufgrund seiner Kräfte nicht sprechen kann, ist ein schwacher König und muss deshalb mit den Mitgliedern seiner Familie flüchten - auf die Erde, wo man den Inhumans nicht freundlich gesinnt ist. Auf Hawaii müssen sie sich nun gegen die Menschen als auch gegen Maximus wehren und beweisen, dass sie zurecht die Herrscher ihres Volkes sind.

Vorgeschichte
2014 kündigte Marvel Studios einen Film namens Inhumans an, welcher am 02.11.2018, zwischen den Filmen Infinity War (damals Part 1) und Endgame (damals Part 2) erscheinen sollte. Die Vorfreunde war insbesonders bei Anhängern der Marvel Serien groß - immerhin hatte Agents of Shield die Inhumans bereits Monate vor dieser Ankündigung im MCU etabliert. Sollte es zum ersten Crossover zwischen Serie und Film kommen?
Bekanntlich wurde daraus nichts und Marvel Studios erfuhr nach den unbefriedigenden Erfahrungen mit Age of Ultron eine Restrukturierung. Kevin Feige bekam mehr Macht, Ike Perlmutter kümmerte sich nur noch um die Serien und Inhumans flog aus Phase 3 - der Slot wurde frei für Ant-Man and the Wasp. Dies war 2016. Schnell reagierte Marvel Television (bis Herbst 2019 von Marvel Studios getrennt) und übernahm den Titel für eine eigene Serie. Die ersten beiden Folgen wurden als Pilotfilm in IMAX-Kinos angekündigt. Alles schien perfekt und doch ging vieles schief.
Denn bereits die ersten Trailer sorgten für Kopfschütteln bei den Fans. Das sah nicht nach Marvel aus, der IMAX-Release hatte hohe Erwartungen gestrickt, Kevin Feige hatte erklärt, dass eine Serie besser für diese Figuren sei, auch wenn sie womöglich in Phase 4 fest im Kino vorkommen könnten und sowieso war man in den letzten Jahren von Marvel verwöhnt worden. Die ersten Kritiken und die Trailer sorgten dann dafür, dass die IMAX-Vorstellungen leer blieben und zu einem riesigen Verlustgeschäft wurden. Die Serie wurde verrissen, obwohl erst 2 Folgen erschienen waren, konnte sich jedoch nicht mehr davon erholen und wurde nach nur einer Staffel wieder gecancelt.

Trailer zu Marvels Inhumans

Kritik
Dabei muss man ehrlich sagen, dass viele Kritikpunkte enstanden, da die Leute zu hohe Erwartungen hatten. Der Normalo war abgeschreckt vom Look der Serie, da er durch den Kinorelease auch einen MCU-Film erwartete. Die Kritiker vergaßen wohl, dass noch 6 Episoden folgen würden und deshalb vieles im Dunkeln blieb. Und Leute die nie Agents of Shield sahen wussten mit den Inhumans nichts anzufangen. Angekündigt wurde das Game of Thrones des MCU und ja, es gibt politische Themen, Machtgerängel und Verschwörungen innerhalb Verschwörungen - aber natürlich konnte die Komplexität des Vorbildes nicht erreicht werden. So orientiert man sich eher an Black Panther und Thor, weshalb Manches vertraut vorkommt, was aber auch and er Vorlage liegt.
Weshalb ausgerechnet Scott Buck diese Serie machen durfte, bleibt wohl Marvels Geheimnis. Immerhin der gleiche Mann, der auch Iron Fist machte, für viele Leute genauso schlecht wie Inhumans.

Problem 1: World Building
Dies ist dann auch vielleicht das größte Problem der Serie, welche den Zuschauer vor vollendete Tatsachen stellt. Selbst als Fan der Serie Agents of Shield wird man leicht vor den Kopf gestoßen, wenn wir sofort in die Handlung geschmissen werden. Das World Building ist echt schwach für die Tatsache, dass da Menschen mit Superkräften auf dem Mond wohnen. Es wird von Kasten-Systemen gefaselt, die Terrigenese wird kurz erwähnt und schon muss die königliche Familie flüchten. Und es wird im Laufe der Serie nicht besser, da uns elementare Geheimnisse und Entwicklungen nie gezeigt werden. Selbst Kennern des MCU bleibt zu vieles verborgen und trotz 8 Episoden schafft man es nicht die Welt und die Charakter vorzustellen.

Problem 2: Die Charaktere sind unsympatisch
Dies führt dazu, dass wir vor vollendeten Tatsachen gestellt werden und mit Protagonisten konfrontiert werden, welche wir aufgrund ihres Handelns nicht mögen können. So bekommt der Antagonist Maximus wenigstens eine klare Motivation, doch auch ihn können wir nicht mögen aufgrund seiner späteren Taten. Die königliche Familie ist hochnäsig, arrogant und versteht die gemachten Fehler nicht. Dies wird zwar im Verlauf der Serie besser, doch so richtig hat man das Gefühl, dass Konsequenzen in einer nie erscheinenden zweiten Staffel thematisiert werden würden. Problematisch ist auch, dass wir einen König haben, der nicht sprechen kann. Schon als Zuschauer findet man keinen Zugang zu dieser distanzierten Person und man fragt sich, weshalb so ein Charakter dann König werden kann. Wenigstens mit Mimik schafft es Black Bolt zu unterhalten, vieles wirkt dann allerdings unfreiwillig komisch.

Problem 3: Subplots
Wie beschrieben, landen die Inhumans in Hawaii. Doch nicht zusammen, nein, alle Mitglieder der Familie sind auf der Insel verstreut und es beginnt ein Plot um wieder zusammen zu kommen. Wir lernen eine Familie kennen und das erste was getan wird: wir trennen sie, ohne die Familie wirklich zu kennen. Dies führt dann zu Subplots, die dämlich, langweilig und unlogisch sind - bei nur 8 Episoden schon bemerkenswert. Ich will hier nicht spoilern, aber unsere Inhumans müssen sich natürlich mit Menschen verbünden, was unfreiwillig mal wieder zu komischen Situationen führt. So kommt es zu einer Vielzahl an Nebenfiguren, welche eingeführt werden, aus Gründen sich dann wieder verabschieden oder gar vergessen werden. Beziehungen kommen und gehen aus dem Nichts. Nachdem man diese lästigen Subplots dann abgearbeitet hat, die Familie sich gefunden hat, kommt der König mit dem genialsten Plan: "Wir müssen uns trennen". Spätestens dann fragt man sich, wer für diese Ideen verantwortlich ist.

Problem 4: Production Design und Look
Dafür kann die Serie eigentlich am Wenigsten, aber wir haben es halt mit einer Serie zu tun. Meiner Meinung sieht dies nicht schlecht aus, der CGI-Riesenhund Lockjaw ist für Serienverhältnisse sogar gelungen, aber wenn man an den IMAX-Release denkt, kann man die Kritik verstehen. Gerade Attilan wirkt steril und langweilig, kein Wunder dass sich fast alle Szenen im gleichen Set abspielen. Es kommt zu Wiederholungen der immer gleichen Szenen, dazu sehen die Kostüme billig aus. Die Kampfchoreografie kann nicht mit Agents of Shield mithalten und wird von ultra-schlechter Musik untermalt. Wer hatte diese glorreiche Idee?

Also alles schlecht?
Mit niedrigen Erwartungen und genügend "Serienerfahrung" denkt man dann aber: Moment, so schlecht ist es dann aber auch nicht. Keine Frage, Inhumans ist der schlechteste Beitrag des MCU bisher, wird aber aufgrund zu früher negativen Kritiken sowie falschen Erwartungen zu harsch kritisiert. Wenn man an andere Produktionen wie Riverdale oder Flash denkt, dann fragt man sich, weshalb Inhumans so abgestraft wird und weshalb diese Serien es bis heute auf mehrere Staffeln schafften. Natürlich ist dies kein Game of Thrones, trotzdem gibt es politische Themen und Überraschungen. Die Kräfte wirken gut, das CGI (auch von Medusas-Haaren) ist völlig ok für TV-Standard und im Verlauf der Serie gibt es sogar Verbesserungen. Die Chemie zwischen den Figuren wird besser, der Plot hat einige tolle Sequenzen parat und die "Fish out of Water"-Thematik lockert das Gesamte auf. So werden die Charaktere nach und nach sympatischer und man freut sich sogar auf Staffel 2. Einiges wurde sogar 1:1 für andere MCU-Filme übernommen, ich spoilere mal nicht. Und auch die Verbindungen zum MCU funktionieren, da es sich um ein Spin-Off von Agents of Shield handelt und es keine wirklichen Avengers-relevanten Themen gibt.
Alles in allem war ich natürlich nicht zufrieden, aber trotzdem war es nicht so schlecht wie behauptet. Es gibt sicherlich schlechtere Serien, es gibt natürlich auch Bessere, aber alles in allem wird mir die Serie doch zu harsch kritisiert. Wie so oft gibt es tolle Versprechen für die Zukunft und die begonnenen Entwicklungen hätten sicher Spaß gemacht für zukünftige Episoden.

Fazit
Marvels schwächster MCU-Beitrag und doch besser als viele behaupten nimmt die Serie zum Ende hin Fahrt auf und legt den Grundstein für die Zukunft, welche nicht kommen wird. Die Figuren sind passend gecastet und mit etwas mehr Budget hätte man mehr daraus machen können. Meiner Meinung nach kann man die Serie nicht so kritisieren, wenn man gleichzeitig Ähnliches wie Titans, Arrow oder Flash in den Himmel lobt. Aber ich mochte Titans, ich mochte auch das Vielgescholtene Iron Fist und konnte sogar länger als Andere etwas mit dem Arrowverse anfangen - das Thema ist halt mein Lieblingsthema und dann verzeiht man eher.

Ausblick
2019 kündigt Marvel die Serie Ms. Marvel an und scheinbar sollen neben der Titelheldin weitere Inhumans vorkommen. Seitdem ist auch Inhumans wieder mehr in den Fokus gerückt, allerdings dichten sich die Anzeichen eines Reboots. Agents of Shield hat die Inhumans toll eingeführt, Inhumans hat Potenzial, es wäre somit Schade wenn man diese Basis nicht nutzen würde für die Zukunft. Aber es wäre auch verständlich, denn gerade Inhumans kann man getrost ignorieren, wenn man die Auswirkungen auf das MCU betrachtet.

Marvels Inhumans Bewertung
Bewertung des Films
510
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