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Midnight Special

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Hommage an Spielberg

Midnight Special Kritik

Midnight Special Kritik
3 Kommentare - 15.02.2016 von Moviejones
Wir haben uns "Midnight Special" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Midnight Special

Bewertung: 3 / 5

Was wäre wenn? Mit dieser Frage befassen sich Filme ganz unterschiedlicher Facetten. Ja, was wäre, wenn jemand außergewöhnliche Kräfte hätte? Wie würden wir über diese Person denken, würden wir sie als Bedrohung wahrnehmen oder versuchen, sie mit aller Kraft zu schützen? Dieser Frage geht Midnight Special nach, worin ein Kind im Mittelpunkt steht, welches unser aller Schicksal verändern könnte.

Vater und Sohn auf der Flucht, die Medien berichten. Was den Eindruck einer Kindesentführung hat, entpuppt sich als wahre Liebe eines Vaters zu seinem Sohn, denn Alton (Jaeden Lieberher) ist kein gewöhnlicher Junge. Tageslicht meidet er und um ihn und seine Umwelt zu schützen, muss er ständig eine Schutzbrille tragen. Sein Vater Roy (Michael Shannon) ist davon überzeugt, dass sein Sohn zu etwas Größerem geboren wurde und um dieses Ziel zu erreichen, nimmt Roy jedes Risiko in Kauf. Doch was stimmt nicht mit Alton? Unstrittig ist, dass der Junge mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gesegnet ist, doch religiöse Eiferer und das Militär haben jeweils eine ganz eigene Sicht der Dinge. Ist Alton also die Rettung der Menschheit oder eher eine Waffe?

Trailer zu Midnight Special

Midnight Special Filmkritik

Regisseur Jeff Nichols mag es ruhig, dies hatte er bereits in der Vergangenheit mit stimmungsvollen aber auch unglaublich gedämpften Filmen wie Take Shelter - Ein Sturm zieht auf und Mud - Kein Ausweg bereits mehrmals bewiesen. Es sind Filme, die von ihren Darstellern und persönlichen Geschichten leben und man muss in der richtigen Stimmung sein, um diese wertschätzen zu können. Man muss aber vor allem diesen Stil auch mögen und Midnight Special bildet in Nichols Filmographie keine Ausnahme. Der Film weckt Erinnerungen an Steven Spielbergs beste Zeiten, bevor auch dieses Regieurgestein zunehmend seinen filmischen Biss und sich im Mainstream verlor. Woher Nichols seine Inspiration nahm, ist offensichtlich: Ein wenig E.T. - Der Außerirdische, Unheimliche Begegnung der dritten Art und das mit einem ganz eigenem Erzählstil gewürzt.

Midnight Special ist ein ganz eigenartiger Film, der fast komplett über seine Laufzeit nicht wie andere Science Fiction-Film von bombastischen Effekten getragen wird, sondern von seinen Darstellern. Michael Shannon so gut wie immer, Joel Edgerton und Kirsten Dunst nicht weniger überzeugend an seiner Seite. Deutlich blasser ist da schon die Leistung von Adam Driver, der als Regierungsvertreter das Geheimnis von Alton ergründen soll. Großen Respekt verdient aber derjenige, um den sich hier alles dreht. Mit Jaeden Lieberher in der Hauptrolle ist Nichols ein Glücksgriff gelungen. Zerbrechlich und überzeugend, liefert dieser eine tolle Performance ab und lässt viele erwachsene Darsteller blass aussehen.

Wie in seinen früheren Filmen setzt Nichols kaum auf große Effekte und wenn, dann so dezent, dass diese rein unterstützenden Charakter besitzen. Die Geschichte mit ihren Figuren soll die Anziehung ausmachen. Über weite Teile der Handlung gelingt es Nichols auch, diese Spannung aufzubauen, denn zu Beginn ist der Zuschauer genauso ratlos wie die Protagonisten. Der Regisseur setzt dabei auf eine sehr realistische Darstellung und versucht so, ebenfalls ein Bedrohungsszenario aufzubauen. Leider fruchtet diese Herangehensweise nicht ganz, denn Midnight Special findet nicht richtig zu sich. Lange Zeit zehrt der Film von der Frage, was mit Alton los ist, daraus zieht er seine Spannung, doch mit dem Zeitpunkt der Auflösung geht leider ein großer Teil der Spannung flöten. Die zunehmende Kraft, die Alton erlangt, lässt ihn beinahe zu mächtig erscheinen, als dass die Flucht jemals misslingen könnte. Da nützt es dann auch nichts, wenn die Schauspieler so tun, als ob es dieses Risiko geben würde.

Ebenfalls verzettelt sich Nichols zu sehr in Nebenhandlungen mit religiösen Eiferern und der Regierung, ohne dabei einen echten roten Faden zu haben. Manche Lösungen kommen aus dem Nichts, an anderer Stelle fühlt sich der Zuschauer komplett verloren. Dies wird auch nicht dadurch besser, dass die Figuren alle in einem bedeutungsschweren Tempo reden, dass man ihnen während der Dialoge ohne Probleme die Schuhe besohlen könnte.

Midnight Special Bewertung

So toll die Idee von Midnight Special klingt, hätten wir uns mehr von der Geschichte versprochen. Die Darsteller sind toll und auch Atmosphäre ist vorhanden, aber so richtig findet der Film nicht zusammen. Der ziemlich zähe Erzählstil dürfte viele Zuschauer verschrecken, ebenso ist die Auflösung nicht so bahnbrechend, als dass diese für viel Gesprächsstoff sorgen wird. Wir können uns deswegen jubelnden US-Kritikern nur bedingt anschließen. Wer aber einen ruhigen und atmosphärischen Science Fiction-Film sehen möchte und sich auf genau diese Stärken einlässt, der bekommt mit Midnight Special etwas geboten, was Erinnerungen an so manchen Film von Steven Spielberg wachwerden lässt.

Midnight Special Bewertung
Bewertung des Films
610
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3 Kommentare
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Pantalaimon77 : : Moviejones-Fan
16.02.2016 08:19 Uhr
0
Dabei seit: 08.02.10 | Posts: 119 | Reviews: 1 | Hüte: 5

"Der Film weckt Erinnerungen an Steven Spielbergs beste Zeiten, bevor auch dieses Regieurgestein zunehmend seinen filmischen Biss und sich im Mainstream verlor."

Diese Formulierung finde ich eher unglücklich, da Spielberg gerade zu Beginn seiner Karriere vorwiegend Mainstream-Filme gedreht hatte, bevor er sich durch seine Popularität die künstlerische Freiheit erarbeitete, um anspruchsvolle, realistische Stoffe umzusetzen. Filme wie "Schindlers Liste", "Amistad", "Der Soldat James Ryan", "München", "Lincoln" oder "Bridge of Spies" sind sicherlich weniger Mainstream als "Der weiße Hai", "Indiana Jones" oder "Jurassic Park". Das ändert jedoch nichts daran, dass der Zauber seiner frühen Filme, vor allem "E. T." inzwischen etwas verlorengegangen zu sein scheint. Ob der Altmeister mit "The BFG" zu alter Form zurückfindet, erfahren wir dann wohl in diesem Sommer.

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TiiN : : Pirat
16.02.2016 07:42 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 5.289 | Reviews: 126 | Hüte: 258

Um die Aussagen über Spielberg aufzugreifen:

Für mich hat es Spielberg immer noch drauf. Es war ja nicht so, dass er auch früher ausnahmslos Meisterwerke geliefert hat. Aber sehenswert waren seine Filme immer. Auch heute.

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eli4s : : Moviejones-Fan
15.02.2016 19:35 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.223 | Reviews: 33 | Hüte: 81

Klingt doch gar nicht so schlecht. Mud und besonders Take Shelter waren sehr gut. Werd auf jeden Fall einen Blick wagen...

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