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Overboard

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Über Bord geht vieles

Overboard Kritik

Overboard Kritik
1 Kommentar - 29.05.2018 von Moviejones
Wir haben uns "Overboard" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Overboard

Bewertung: 2.5 / 5

Overboard ist ganz sicher kein Film, den die Welt gebraucht hat, und wer die Wahl hat, greift auch im Jahr 2018 besser zum Original Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser. Dennoch ist die Neuauflage kein Totalausfall geworden, wofür sich vor allem die Story verantwortlich zeigt, die auch heute nichts von ihrem Charme verloren hat. Leider fehlt es den Machern aber am nötigen Mut, stärker von der vertrauten Formel abzuweichen und so sinkt Overboard immer dann, wenn es zu dicht auf den Pfaden des Originals wandert und unterhält am ehesten, wenn eigene Wege beschritten werden.

Overboard Kritik

Kate (Anna Faris) hat es nicht leicht. Als alleinerziehende Mutter muss sie nicht nur drei Töchter großziehen, sondern sich auch mit Minijobs über Wasser halten, während sie gleichzeitig versucht, mehr aus ihrem Leben zu machen. Auf der anderen Seite der schwerreiche, faule Leonardo (Eugenio Derbez), auf dessen Yacht sie ihrem x-ten Wochenjob nachgeht, um einen Teppich zu reinigen. Der Snob behandelt sie prompt wie den letzten Dreck und schmeißt sie aus einer Laune heraus mitsamt ihrer teuren Putzgeräte einfach über Bord! Doch Kates Stunde kommt, denn als Leonardo wenig später selbst über Bord geht, wacht er am nächsten Tag im Krankenhaus auf - und kann sich weder an seinen Namen, noch an sein Leben erinnern. Die Chance für Kate, deren Freundin Theresa (Eva Longoria) einen irren Plan schmiedet, um Leonardo vorzugaukeln, dass er jemand ganz anderes sei: Nämlich Kates Ehemann, der ein zuverlässiger und vor allem guter Ernährer ist...

Trailer zu Overboard

Jeder hat sie, einen oder mehrere Filme, die man seit ewigen Zeiten kennt und innigst in sein Herz geschlossen hat. Wie oft man diese Filme gesehen hat, weiß man schon nicht mehr und so manches Zitat ist in den eigenen Sprachgebrauch übergegangen. Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser aus dem Jahr 1987 ist für uns einer dieser Filme. Zeitlos, witzig und mit Goldie Hawn und Kurt Russell einfach perfekt besetzt. Mag die ursprüngliche Fassung inzwischen auch über 30 Jahre alt sein, von ihrem Esprit hat sie bis heute nichts verloren. Entsprechend skeptisch waren wir bei der Bekanntgabe des Remakes, denn die ersten Impulse waren unnötig und sinnbefreit. Auch wenn es schwerfällt, wollten wir dem Remake aber dennoch eine Chance geben.

Gerade zu Beginn fällt das aber wahrlich nicht leicht, denn augenscheinlich wird dem Zuschauer die gleiche Geschichte noch mal aufgetischt, mit den gleichen Wendungen und dem identischen Storyverlauf, und es wird nicht mal versucht, dies zu kaschieren. Am auffälligsten ist der Geschlechtertwist, denn im Vergleich zum Original wurden nicht nur die beiden Hauptdarsteller geschlechtermäßig invertiert, auch mit allen anderen Rollen wurde so verfahren. Männerrollen wurden zu Frauenrollen und umgekehrt. Diese kleine Änderung, die wirklich auf alle Figuren Einfluss hat, ist wenigstens ein Grund, warum man diesem Remake auch als Liebhaber des Originalfilms ein bisschen abgewinnen kann. Sobald man sich an die veränderte Situation und die Figuren gewöhnt hat, fängt Overboard dann auf einmal sogar an, etwas Spaß zu machen.

Dafür ist vor allem die witzige Handlung verantwortlich, die bereits 1987 den Film zu dem machte, was er war und auch 2018 als simple Nacherzählung zu gefallen weiß. Zum Glück hat Regisseur Rob Greenberg, der mit Overboard sein Filmdebüt abliefert, eben nicht alles 1:1 übernommen und das sind erstaunlicherweise oft die besten Momente des Films. So gibt es immer wieder leichte Abwandlungen der Story oder Nebenstränge, vieles führt dann immer zurück in die bekannten Muster. Aber immer dann, wenn Overboard versucht, auf eigenen Beinen zu stehen und sich vom Original löst, lebt der Film auf. So gibt es nicht nur nette Anspielungen für Kenner, sondern auch durchaus gute und subtile Gags, die ein gewisses Maß an Filmwissen bzw. ein aufmerksames Auge voraussetzen. Leider geht das aber weitgehend unter, denn zumeist werden Szenen kopiert und klammert sich die Story zu sehr an das Bekannte, weswegen Szenen gekünstelt und im Vergleich mit Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser einfach schwächer wirken.

Daran ist auch die Besetzung schuld, die eben nicht mit Stars punkten kann. Während man sich als Zuschauer nach einer Weile durchaus an die eigenwillige Art von Eugenio Derbez als Leo gewöhnt und dieser zunehmend sympathischer wird, bleibt Anna Faris der Schwachpunkt im Film. Schauspielerisch weiterentwickelt hat sie sich seit ihren Scary Movie-Zeiten auf jeden Fall nicht. Verstärkt wird dies auch dadurch, dass dem Remake noch weitere Elemente abhanden gekommen sind. Es war nicht nur die Story, die Overboard - Ein Goldfisch fällt ins Wasser zu einem sehr guten Film machte, es war die Balance aus Komödie, Romanze und einer Prise Drama, all das von einem passenden Soundtrack untermalt.

Im Remake dominiert die Komödie, während die Romantik nicht überzeugt. Bezeichnend dafür ist der "Arturo und Katarina"-Moment. In beiden Filmen kommt diese Szene vor, das Original schafft es aber, den Zuschauer auf mehreren Ebenen - inhaltlich, schauspielerisch und auch musikalisch - emotional zu bewegen. Das Remake erzeugt nur einen halbherzigen Lacher. Überhaupt ist bei Overboard der Humor plumper, aufgesetzter und vorhersehbarer, ihm fehlt die Leichtigkeit und Absurdität des Originals, das immer wieder mit humoristischen Spitzen punkten konnte ("Das waren wir nicht, das war Roy!", "Ich war klein und fett?" und so viele mehr).

Overboard ist genaugenommen kein schlechter Film, er weiß zu gefallen. Er hat nur leider das Problem, eine unnötige Kopie eines noch immer funktionierenden Films zu sein, die in allen Bereichen zwar nicht lieblos, aber deutlich schwächer inszeniert wurde. Wer die Wahl hat, fährt auf viele Jahre weiterhin mit dem Original besser. Doch andererseits macht man mit Overboard nichts verkehrt, wenn man den Film von 1987 nicht kennt und einfach nur mal wieder eine nette Komödie im Kino erleben will, die eben nicht aus zotigen Sprüchen oder infantilem Humor besteht. Immerhin hier hebt sich Overboard wohlwollend vom Rest der Kinolandschaft ab. So ist am Ende die Bewertung auch mehr ein Vergleichsmaßstab zum ursprünglichen Film, während man ihm für sich allein gesehen durchaus einen halben oder ganzen Hut mehr zugestehen könnte.

Overboard Bewertung
Bewertung des Films
510
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1 Kommentar
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MisfitsFilms : : Marki Mork
11.06.2018 12:46 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 696 | Reviews: 0 | Hüte: 21

Ja bekannte Quotes aus Filmen . das zieht sich auch aus mehreren Gründen durch mein Leben. Ich atme immer auf, wenn ich jemanden kennen lerne (zB der neue, portugiesische Kollege im Büro sich vorstellt), der mich nicht verwirrt ansieht, sondern sofort einsteigt, wenn man auf dessen "Hallo, ich bin Luis Cordeiro." sofort mit "DU BIST DOCH KEIN PORTUGIESE, MANN!!" reagiert. Einige Zitate aus FIlmen haben sogar bereits bei Geschäftsverhandlungen geholfen, wie zB der Hinweis auf einen Schnitt am Finger nach einem zerbrochenen Glas, und die folgenden Worte "Ich hab keine Zeit zu bluten" tongue-outlaughing

Zum Film und dem Remake/Reboot/Revival Virus welcher mit den Autorenstreiks in Hollywood vom Notnagel zum Allzweckhammer wurde, lässt sich sagen, dass ein Remake ja grundsätzlich nichts falsches ist. Wobei tatsächlich erst einmal der entsprechende Film sehr subjektiv betrachtet werden muss. Wie "Zeitlos" ist dieses Werk, und kann ich ihn der heutigen Generation schmackhaft / zugänglich machen? Denn Filme wie zB DER WEISSE HAI, INDIANA JONES, PSYCHO, MÖRDERSPINNEN, FULL METAL JACKET, FELD DER TRÄUME, CITIZEN KANE oder WENN DIE NACHTIGALL SINGT, sogar Zeichentrick Klassiker fernab des Mainstream a la ANIMAL FARM oder WATERSHIP DOWN brauchen kein Remake. Dachte sich wohl auch einst Gus Van Sant, weshalb er PSYCHO bei seinem Remake 1 zu 1 übernahm.

Anderen Filmen tut ein Remake gut, da sie eine bestimmte Geschichte so einer neuen Generation zugänglich gemacht werden kann. Ob es jenen die mit entsprechenden Filmen aufwuchsen gefällt oder nicht. Natürlich kann man das auch mit oben genannten Filmen machen, aber das kann nur schief gehen, da es nicht nur die Story ist, sondern einfach alles was der Film ist und ihn ausmacht. Und damit komme ich zu dem Punkt, warum Overboard von Beginn an zum scheitern verurteilt war. Nicht, weil er auf einer Höhe mit den anderen Filmen steht, sondern weil sich "zeitlose" Komödien nicht neu verfilmen lassen können. Die Chemie der Darsteller, ob Dean Martin und Jerry Lewis, oder jene durch neue Schnitte und Synchronisation entstandene Komik wie in vielen Bud Spencer und Terence Hill Filmen, sind einzigartig! Ein Gefühl kann man nicht wiederholen, nur ähnlich rekonstruieren.

Nur weil der erste Sex gut war, muss es der zweite nicht sein. Und die Regel gilt auch umgekehrt. So gibt es unter einer von hundert Neuverfilmungen, tatsächlich auch mal ein Werk welches witziger und origineller als der Vorgänger ist. Ob das an dem Mut zu neuen oder anderen Ansätzen liegt, mehr Freiheiten, der Chemie der Darsteller, lässt sich in meinen Augen schwer als Faustregel festlegen.

Jedoch lässt sich ganz sicher sagen: kopiere niemals die Witze eines anderen, sonst lacht man nicht mit dir, sondern über dich laughing

- Was wollen Sie mit zwei Kisten Seife?

- Ich ... öhm ... möchte sauber bleiben.

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