Personal Shopper

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Innerlich zerrissen

Personal Shopper Kritik

Personal Shopper Kritik
0 Kommentare - 04.01.2017 von Moviejones
Wir haben uns Personal Shopper für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Personal Shopper

Bewertung: 3 / 5

Ein Film, der wahrlich Drama, Mystery und Thriller vereint. Leider können wir in die Belobigung von Personal Shopper nicht kritiklos einstimmen, denn irgendwas fehlt. Sei es Regisseurs Olivier Assayas fehlendes Interesse, dem Zuschauer mehr als nur Informationen für eigene Gedankenspiele zuzuwerfen. Sei es Stewarts verständliche Traurigkeit über 100 Minuten hinweg, die es aber schwer macht, nicht selbst in Depressionen beim Gucken zu versinken. Sicherlich ein interessanter Beitrag, der die Grenzen der eingangs genannten Genres auf interessante Art und Weise verwebt, doch wenn die Spannung so am Köcheln gehalten wird und am Ende verpufft, macht das bei aller honorierten Regiearbeit noch keinen wirklich guten Film.

Personal Shopper Kritik

Maureen Cartwright (Kristen Stewart) lebt in Paris und muss mit einem schweren Schicksalsschlag klarkommen: Ihr Bruder Lewis verstarb mit 27 an einem Herzinfarkt. Doch Maureen, im Familien- und Freundeskreis als Medium anerkannt, wartet auf ein Zeichen, ein Zeichen ihres Bruders, mit dem sie vor seinem Tod einen Pakt geschlossen hat. Dieses erscheint jedoch nicht und so fristet sie ihr Dasein als Personal Shopper für It-Girl Kyra (Nora von Waldstätten), recht schlecht bezahlt und immer auf Abruf. Maureen hasst ihren Job, will jemand anders sein - und als eines Tages anonyme Textbotschaften auf ihrem Handy erscheinen, gerät sie in den Sog des Unbekannten. Schreibt ihr womöglich Lewis aus dem Jenseits oder ist sie ins Visier eines gar zu realen Stalkers geraten...?

Trailer zu Personal Shopper

Personal Shopper lief letztes Jahr in Cannes und Regisseur Olivier Assayas räumte die Urkunde für die Beste Regiearbeit ab. Wenn einem so viel Gutes wiederfährt, muss der Film doch auch richtig gut sein, möchte man meinen. Die deutschen Kritikerstimmen sind zumeist voll des Lobes, nur international sind Verstimmungen zu hören und wir, ja wir stecken mittendrin im Dilemma.

Was wirklich überzeugt, ist die durchgehend traurige Schwingung im Film, die wahlweise durch Bild, Ton und Kristen Stewarts betrübliche Aura aufrechterhalten wird. Die Endzwanzigerin Maureen hat mit dem Verlust ihres Zwillingsbruders zu kämpfen und wartet auf ein Zeichen aus dem Jenseits, das einfach nicht kommen will. Dieses Verlangen hält sie in Paris, einer Stadt, die dich mit "Paris liebt dich" als Werbetext empfängt, aber unzerkaut ausspuckt, wenn es ihr passt. Man liebt sie oder hasst sie und Maureen verharrt vor Ort, schwer Freude zu empfangen in ihrem wenn auch stressigen, aber doch anziehenden Job. Die einen werden in Stewart dabei weiterhin die mimisch begrenzte Darstellerin aus Twilight sehen, andere wie Regisseur Assayas (in der nunmehr zweiten gemeinsamen Regiearbeit nach Die Wolken von Sils Maria) die verletzliche Muse, die mit ihrem Schauspiel Maureens Regungen perfekt einfängt.

Und das ist das Dilemma an Personal Shopper, der Ebenen verwebt, Thrill mit Alltag mit Spirituellem vermischt und am Ende allein lässt. Ist es ein Twist wie in Sixth Sense? Oder soll sich der Zuschauer seine eigenen Gedanken machen? Nie wird ganz klar, was eigentlich gewollt ist und wir tun uns etwas schwer mit der angeblichen Leichtigkeit in diesem sehr kopflastigen Beitrag. Teils wirkt es spannend, wenn Maureen zugleich verschreckt als auch fasziniert auf ihr Smartphone starrt, auf dem nahezu minütlich unbekannte Nachrichten aufpoppen. Hat sie einen Beobachter? Oder ist es gar Lewis? Der Zuschauer kann sich einer gewissen Sogwirkung nicht entziehen und doch wirkt es irgendwann auch ermüdend, wenn große Teile des Films nahezu nur um Nachrichten auf einem Handy kreisen.

Das Manko für uns ist jedoch das Ende, das uns - ohne zu viel zu verraten - ratlos zurücklässt. Es ist nicht nötig, den Zuschauer bei der Hand zu nehmen, zu (er-)klären oder zu beantworten, denn viele, überaus grandiose Kinobeiträge tun eben genau das nicht und überlassen dem Einfallsreichtum des Publikums die "Auflösung". Und doch fehlt hier etwas, man fühlt sich fallengelassen, übertölpelt, nicht ganz. Das mag für viele anregend sein, andere werden es als ermüdend empfinden. Überdurchschnittlich ist Personal Shopper sicherlich, aber erwartet keinen Geisterhorror wie Conjuring - Die Heimsuchung, sondern ein weitgehend forderndes, kopflastiges Drama.

Personal Shopper Bewertung
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610
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