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The Sandman

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Review von Staffel 1 - Guter Start

The Sandman Review

The Sandman Review
1 Kommentar - 04.09.2022 von MobyDick
In dieser Userreview verrät euch MobyDick, wie gut "The Sandman" ist.
The Sandman

Bewertung: 4 / 5

Achtung, das ist nur ein Review der ersten Staffel

Neil Gaiman ist einer der besseren Fantasyautoren, der sich durchaus unsterblich geschrieben haben dürfte, dabei ist er sowohl als normaler Romanautor sehr erfolgreich als auch als Comic-Autor. Einer seiner größten Werke in letzterem Bereich dürfte das Epos um den Sandman sein, den er unter dem Label Vertigo im Hause DC schreiben durfte. Hierbei genoss er sehr viele Freiheiten, und musste auch nicht zu viel mit Superhelden integrieren, sondern konnte seine Geschichte so von Anfang bis Ende erzählen mit einer finalen Konsequenz, wie es eigentlich in den seltensten monatlichen kommerziellen Comic-Heften der Fall ist.

Trailer zu The Sandman

Sehr lange galt Sandman schon als ein Wunschprojekt von vielen Leuten, und immer wieder war man kurz davor, ein Projekt zu intiieren, wer war da nicht schon involviert..., aber immer wieder zerschlug es sich, zu gigantisch das Unterfangen, zu enorm der Aufwand, zu viel von der Komplexität würde in Filmform eingebüsst werden. Seltsamerweise bekam dann Netflix tatsächlich von Warner Bros. den Zuschlag, die Serie umsetzen zu dürfen. Seltsam daher, weil WB gerade mit HBO einen Haussender hat, der sich eben auf solche Prestige-Serien mehr als nur versteht. Aber anscheinend war es WB selbst zu heikel und das Projekt zu teuer? Das war zwar noch vor HBO Max, aber im heutigen Umfeld würde es mich nicht wundern, wenn es selbst HBO Max zu teuer gewesen wäre. Und um es vorweg zu nehmen, ja Netflix buttert hier wirklich augenscheinlich massig was rein, in eben solch ein Format, das eigentlich von vorne bis hinten ein bißchen "Nische!" schreit. Aber da sind wir auch schon an der Krux: Netflix geht es eben gerade als die erste Staffel rauskommt nicht mehr so gut, der Gürtel muss enger geschnallt werden, die fetten Jahre sind vorbei, in der Not frißt Lucifer seine Darsteller: Es heisst Sandman müsse schon ein gewaltiger Erfolg werden, damit Netflix die Serie um mindestens eine weitere Staffel erneuert, und zwar mehr in Richtung Squid Game Erfolg als in Richtung Stranger Things Erfolg. Daher ist es zum Stand des Reviewverfassens auch kein Wunder, dass Netflix die überaus erfolgreiche Serie eben noch nicht verlängert hat, da hier noch eine ordentliche Schippe wohl noch drauf muss.

Neil Gaiman ist sehr aktiv im Prozess der Serie beteiligt und das merkt man dem Projekt auch tatsächlich sehr stark und sehr positiv an, die Serie folgt sehr akkurat der Vorlage, und nimmt sich auch die Zeit, erst einmal sperrig rüber zu kommen, um sein World Building zu betreiben. Außerdem legt die Serie sehr viel wert darauf, möglichst offen zu sein und integrativ (Schlagwörter wie woke, lgbt, black lives matter, metoo werde ich nur hier in diesen Klammern verwenden und danach nur inhaltlich darauf eingehen) sowie zeitgemäß zu sein.

Es gibt gerade eine nicht enden wollende Diskussion zu der Amazon-Herr der Ringe-Prequel Serie, wo sich irgendwelche Betonköpfe darüber echauffieren, dass vielfarbige Fantasywesen nichts in einer Tolkienschen Verfilmung zu suchen haben, und dadurch den Inhalt der Werke verfälschen würden. Die Frage in dem Zusammenhang wäre ja eigentlich, nicht ob dem tatsächlich so ist, sondern beispielsweise ob der Autor das auch so sehen würde. Und wenn er das so sehen würde, ob dann die Werke in der heutigen Zeit auch so angenommen werden würden. Eine J.K. Rowling beispielsweise ist schon für Aussagen außerhalb ihrer Werke in Ungnade gefallen, so dass dann tatsächlich auch der Erfolg ihrer Werke dadurch ind Hintertreffen gerät. Aber nein, diese laute Minderheit teilt hier selbstgerecht aus, wo es nur geht.

Auch bei Sandman gibt es diesen Diskurs zu einem gewissen Teil, nur dass Gaiman eben noch lebt und durchaus sehr aktiv seinen Standpunkt vertritt, so dass hier die wenigen übrig gebliebenen Hater eben nicht mit der Gesinnung des Autors argumentieren können sondern dann eben diffuse andere Argumente (naja vielleicht nicht wirklich Argumente, aber sowas was sich fadenscheinig so nennen möchte) bedienen müssen. Und das sieht man dem fertigen Produkt dann auch an: Tatsächlich wuseln gefühlt überdurchschnittlich viele People of Colour die Serienlandschaft von Sandman, was erst mal ja nicht verkehrt ist. Dafür gibt es ja mittlerweile die Vorgaben und Statuten bei neuen Produktionen, dass hier jede Minderheit auch vor der Kamera berücksichtigt werden sollte. Nur mein Punkt ist, dass hier mit People of Colour tatsächlich hauptsächlich schwarz Berücksichtigung findet. Und keine Sorge: Das ist auch den Verwantwortlichen aufgefallen und es wurde sehr deutlich auch seitens Gaiman adressiert, dass man in künftigen Werken durchaus auch andere repräsentativen People of Colour berücksichtigen wird. Ganz ehrlich mehr gibt es zu diesem Thema auch nicht zu sagen, eigentlich ist selbst das zu lang!

Zur Serie selbst: Wie gesagt, sehr akurrat an der Vorlage entlang hangelnd, nichts für Kinder - definitiv nicht - Fantasy mit tatsächlich erwachsenem Anstrich - ohne gleich nur auf Titten und Ärsche zu setzen (HBO!) - eine zeitgemäße Umsetzung, gute Darstellerauswahl, also alles super?

Nunja, es gibt da ein paar Wermutstropfen:

Die Musik ist irgendwie eine große Schwäche der Serie, ist zu wenig in Erinnerung bleibend und unterstützt das Gesehen kaum. Vielleicht ist das so gewünscht, damit das Format für sich selbst spricht, also daher rein subjektiv. Das Budget sieht man dem Produkt in den meisten Momenten an durchaus an, aber immer wieder gibt es Elemente, die dann schon ziemlich billig wirken, so dass man ein doch uneinheitliches Gefühl vermittelt bekommt, wieviel Budget tatsächlich vorhanden war, so wird man auch immer wieder aus dem immersiven Erlebnis gerissen, aber das ist dann nur von kurzer Dauer. Sonst gibt es kaum was zu bemängeln, der letzte Punkt folgt gleich, erstmal zu...

Der Genderswap einiger Figuren: Joanna Constantine ist eine absolute Bereicherung, und es wird hier gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen geht man hier gekonnt dem Vergleich mit den vorherigen filmischen Versionen aus dem Weg, zum anderen hat man eine toughe coole , der als eigenständiger Chaarkter sehr wohl überzeugen kann und dann haben wir auch den Fall, dass es wirklich knistert, wenn die Figuren zusammen auf der Leinwand sind. Das ist also ziemlich perfekt gelöst.

Weniger perfekt ist Lucifers Darstellung gelöst: Wir haben hier eine Darstellerin, die sich eben nicht so überragend in Szene setzen lassen kann, nicht über genügend Charisma verfügt, um die Figur zu spielen. Und dabei geht es mir gar nicht darum, dass der Teufel keine Frau sein darf, das ist quatsch: Tilda Swinton war ein überragender gefallener Engel (wenn auch nich Lucifer) in Cosntantine, in Teuflisch haben wir auch einen mega-coolen Teufel. Nein, Gwendolyn Christie hat einfach nicht die Ausstrahlung einen der Vorlage würdigen Lucifer zu geben. Ich hatte mich durchaus auf sie gefreut aber das bisherige Ergebnis war eher ernüchternd, aber wer weiss, vielleicht kommen ihre Qualitäten dann ja in einer etwaigen Staffel 2, wo sie vermeintlich mehr zu tun haben dürfte, und damit auch mehr beweisen kann, zum Tragen. Zu hoffen wäre es, sowohl, dass sie mehr leisten kann als auch dass es überhaupt eine zweite Staffel gibt.

Aber a propos Lucifer: Ich hege den Verdacht, dass Netflix tatsächlich einen overall Sandman Deal hatte und daher die damalige Serie Lucifer, welche ja ebenfall sehr lose auf dieser Vorlage hier fusst, gerettet hat. Und nein, jener Lucifer ist auch nicht das, was man sich für einen Gaimanschen Lucifer wünschen würde. Mazikeen - das nur der Vollständigkeit halber - wirkt in beiden Verfilmungen recht ähnlich.

Also was haben wir hier: Eine erwachsene (ich kanne s gar nicht oft genug betonen!) poetische philosophische Gothik Fantasy Horror Serie, die all die Nennungen verdient, die sehr akkurat ist, sich aber gewisse zeitgemäß notwendige Änderungen erlaubt, welche so gut ist, dass sie es tatsächlich schafft akurat und gut zu sein (das ist nicht alltäglich, sehr häufig sind akkurate Umsetzungen grottenschlecht, da sie dann nur von a über b nach c hetzen), und damit ist sie für mich unter den sogenannten Young Adult bzw. Fantasy Verfilmungen derzeit direkt neben Lemony Snicket (zufälligerweise tatsächlich auch auf Netflix) auf dem Thron, noch vor den bekannteren Namen, die derzeit oder immer mal wieder in aller Munde sind.

Warum dann nur 8 Punkte? Es gab gewisse Anlaufschwierigkeiten, die Serie ist definitiv nicht für jedermann und es gibt durchaus noch Potential zur Nachjustierung nach oben. Aber über eine zweite Staffel oder mehr würde ich mich so freuen wie sonst über kaum eine Verlängerung im Serienbereich, das wäre ein Traum :-)

The Sandman Bewertung
Bewertung des Films
810

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MobyDick : : Moviejones-Fan
04.09.2022 13:13 Uhr
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