Tigermilch

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Prädikat: besonders wertvoll

Tigermilch Kritik

Tigermilch Kritik
0 Kommentare - 06.08.2017 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Tigermilch

Bewertung: 4 / 5

Nini und Jameelah sind beste Freundinnen, seit sie denken können. Schon als Kinder waren sie unzertrennlich, und daran hat sich jetzt, mit 14, auch nichts geändert. Die beiden ziehen um die Häuser, wobei der deprimierende Berliner Häuserblock, aus dem beide stammen, schon lange nicht mehr der Ort ist, an dem sie sich wohlfühlen. Viel lieber gehen sie in Berlin Mitte bummeln oder geben sich als Prostituierte auf der Kurfürstenstraße aus. Natürlich machen sie nie wirklich ernst, obwohl sie sich für den Sommer definitiv ein Ziel gesetzt haben: ihre Jungfräulichkeit verlieren. Dass aber dabei noch viel mehr geschieht und ihre Freundschaft sich für immer ändern wird, ist beiden zu Beginn der Ferien noch nicht klar.

Ute Wieland erzählt, basierend auf der Romanvorlage von Stefanie de Velasco, in ihrem Film Tigermilch die Geschichte einer Mädchenfreundschaft und bürstet sie formvollendet gegen den Strich. Denn Nini und Jameelah sind keine lieblichen Figuren, sie sind kratzbürstig und auf Konfrontation aus. Wer ihnen dumm kommt, der bekommt mindestens verbal sein Fett weg und auch gegeneinander können beide hart austeilen. Doch dank der phänomenalen Darstellerleistung von Flora Li Thiemann und Emily Kusche wachsen einem beiden Figuren in ihrer Entwicklung immer mehr ans Herz.

Trailer zu Tigermilch

Zwischen noch kindlicher Naivität, der romantisch verklärten Sicht von Teenagern und der rauen Härte der sozialen Wirklichkeit, in der sie leben und in der Jameelah und ihrer Mutter jederzeit die Abschiebung droht, entsteht eine ganz besondere Stimmung, auch dank seiner glaubhaft erzählten Geschichte und der authentischen Milieuzeichnung. Die Kamera folgt den beiden Mädchen auf ihren wilden Trips durch Berlin und ist immer ganz nah bei ihnen. Und am Schluss gibt es kein süßliches Happy End, sondern ein Ende, das ebenso realistisch ist wie der Rest der Handlung. Der Film entzieht sich auch hier seinen konfrontativen Themen nicht, sondern setzt sich bewusst mit ihnen auseinander.

Mit seiner fast märchenhaften Story und einem glaubhaft realistischen Setting ist Tigermilch eine perfekt ausbalancierte und grandios gespielte Coming-of-Age-Geschichte, die bewegt, berührt und begeistert.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Tigermilch Bewertung
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810
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