Tyler Rake - Extraction

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"Inception" der Russo-Brüder?

Tyler Rake - Extraction Kritik

Tyler Rake - Extraction Kritik
5 Kommentare - 26.04.2020 von luhp92
In dieser Userkritik verrät euch luhp92, wie gut "Tyler Rake - Extraction" ist.
Tyler Rake - Extraction

Bewertung: 2.5 / 5

Anthony und Joe Russo holen sich als Produzenten und Drehbuchautoren mit Sam Hargrave einen Stuntkoordiantor und Second Unit Director (u.A. PotC, Marvel, DC, Panem, The Accountant, Atomic Blonde, Wolf Warrior 2) als Debut-Regisseur und lassen ihn einen Actionfilm mit Chris Hemsworth in der Hauptrolle drehen. Ein bangladeschischer Drogenlord hat den Sohn eines indischen Drogenlords entführt, welcher eine australische Söldnerorganisation anheuert, um den Sohn aus Dhaka zu befreien.

Entsprechend seiner vorherigen Arbeit versteht Sam Hargrave das Handwerk für gelunge Action, spannend und abwechslungsreich choreographiert, das Setting voll ausnutzend und sauber inszeniert, in der Mitte des Films baut er als visuelles Schmankerl zudem eine Plansequenz ein. Freilich orientiert sich Hargrave an populären Genrevorgängern aus dem letzten Jahrzehnt (The Raid, John Wick), diese nüchterne und rein auf das Körperliche fokussierte Ein-Mann-Action gefällt mir aber außerordentlich gut.

Trailer zu Tyler Rake - Extraction

Kurz vor dem Finale richtet "Extraction" den Blick auf für mich unnötige und oberflächliche Sentimentalitäten, die Chris Hemsworths Charakter Profil verleihen sollen, letztendlich aber nur den Actionfluss unterbrechen und die Spannung herausnehmen. Hemsworth selbst gerät in diesen ernsthaft-dramatischen Szenen des Weiteren an die Grenzen seines Schauspieltalents. Rückblickend betrachtet dient die Szene der inneren und zweisamen Einkehr als Ruhe vor dem Sturm, als Vorbereitung für ein weit schlimmeres Finale.

Entgegen seiner vorherigen Inszenierung gibt sich Hargrave nun von 0 auf 100 dem Pathos hin, im Selbstaufopferungsmodus verteidigt Hemsworth den Jungen vor den Henchmen des Dorgenlords und denkt dabei via Flashbacks an seinen eigenen Sohn, musikalisch steuert Zimmer-Zögling Henry Jackman dazu seine Version von "Time" bei. Vor dem Hintergrund einer untergehenden Sonne stirbt Hemsworth dann den Heldentod, fällt von der Brücke und wird im Tod mit seinem bereits verstorbenen Sohn wiedervereint. Aber stirbt er wirklich? In der Endeinstellung sieht man die Silhouette eines Mannes, der Chris Hemsworth zu sein scheint, ist er es tatsächlich oder handelt es sich da nur um eine Wunschvorstellung und/oder Sinnestäuschung des Jungen?

Als ich den Filmtitel "Extraction" las und die Handlung ihren Lauf nahm, kam mir ausschließlich scherzhaft der Gedanke, dass es sich hier um eine gegenteilige Version von "Inception" handelt. Jetzt, nach dem Film und speziell nach dem Finale und dem Ende, fühle ich mich dahingehend fast schon bestätigt. Um seinen Sohn wiederzusehen, muss Hemsworths Charakter keine Inception, sondern eine Extraction durchführen. Zudem wird ein stark an "Time" angelehntes Musikstück im Finale verwendet und für den Zuschauer gibt es dann auch noch eine Twist-Endeinstellung, bevor hart zum Abspann geschnitten wird.

Tyler Rake - Extraction Bewertung
Bewertung des Films
510
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5 Kommentare
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ChrisGenieNolan : : DetectiveComics
08.05.2020 13:25 Uhr
0
Dabei seit: 19.08.12 | Posts: 14.935 | Reviews: 4 | Hüte: 316

und sei es auch nur, weil der Film dann auch noch die Eier hat, Hemsworth Kinder verprügeln zu lassen
@ MobyDick:

Das hat die Familienfreundlich Studios sicherlich nicht gefallen, das der Donnergott Kinder verprügelt... hahahaha

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
08.05.2020 13:11 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.072 | Reviews: 145 | Hüte: 465

@MobyDick

Eine Art Vaterfigur ist der Drogenboss natürlich, aber - wie du es schon schriebst - das sieht man in solchen Filmen ja sehr oft.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
07.05.2020 16:30 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.592 | Reviews: 116 | Hüte: 395

luhp92:

Ganz kurz zur Ambivalenz:

Der Oberboss wird zwar als typischer Schurke eingefügt, aber im Verlauf zeigt seine Fassade Brüche und er wird regelrecht väterlich gegenüber dem Jungen, der Tyler dann zum Verhängnis werden soll (Ja, das ist Klischee, klar). Der andere Elitesoldat, der sein eigenes Süppchen kocht, und mit dem Tyler am ende gemeinsame Sache macht, ist auch herrlich ambivalent und nicht einfach nur ein Abziehscherge.

Das letzte (offene) Bild hingegen empfand ich als nicht gelungen. Und ich persönlich brauche da keinen zweiten Teil. Der Film gefällt mir unter anderem eigentlich auch so gut, eben weil er keinen weiteren Teil benötigt.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
01.05.2020 01:47 Uhr | Editiert am 01.05.2020 - 01:49 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.072 | Reviews: 145 | Hüte: 465

@MobyDick

Eine Klopperorgie ist "Extraction" doch in jedem Fall und in Monotonie wäre der auch ohne die Sentimentalitäten nicht verfallen, da die Action dafür zu abwechslungsreich umgesetzt wird.

Welche Ambivalenz haben die Schurken deiner Meiner nach? Die Drogenboss ist doch nur ein 08/15-Bösewicht und die Handlager Actionfutter. Spannend ist dahingehend nur die Sache mit den Kindergangstern, aber daraus wird auch nicht viel gemacht. Tyler Rake ändert sein Verhalten, er tötet die Kinder nicht, sondern macht sie nur handlungsunfähig, das war noch nett. Zum Schluss spielt der Film dann noch diese typische Hollywood-"Told you so"-Karte aus, dass Rake ausgerechnet von diesem einen Teenager getötet wird, was vorher schon groß angekündigt wurde. Das nervte mich schon etwas^^

Naja, aber was heißt Bilderbuchfinale? Dass sich der Held in Actionfilmen aufopfert, ist eine oft genutzte Trope, da sehe ich jetzt nichts Besonderes und von der Norm Abweichendes.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
30.04.2020 11:39 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.592 | Reviews: 116 | Hüte: 395

Das Ende hast du in der Tat fein beobachtet, auch die kritik ist nachvollziehbar und gut.

Ich stimme dir jedoch nur bedingt zu: Zum einen fand ich die sentimentalen Szenen schon dringend notwendig, damit der Film nicht zu einer monotonen Klopperorgie mutiert, zum anderen fand ich die Ambivalenz, mit der selbst an die Schurken herangegangen wird, für so einen Hollywoodfilm recht ansprechend. Ganz zu schweigen davon, dass es eben kein Bilderbuchfinale gibt.

Von mir würde der Film klare 7 Punkte bekommen, mit einer starken tendenz evtl später auf 8 hochgewertet zu werden, und sei es auch nur, weil der Film dann auch noch die Eier hat, Hemsworth Kinder verprügeln zu lassen :-)

Dünyayi Kurtaran Adam
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