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Undone

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Undone vs Matroschka - Rounds One and Two!

Undone Review

Undone Review
3 Kommentare - 20.05.2022 von MobyDick
In dieser Userreview verrät euch MobyDick, wie gut "Undone" ist.
Undone

Bewertung: 4 / 5

So, nachdem ich drüben in der Tides-Kritik von MB80 so schamlos gelogen habe, dass ich micht mehr trauen würde, Reviews zu schreiben, hier also der obligatorische Gegenbeweis in Form einer kleinen Serienkritik. Und natürlich geschieht dies auch in Form einer Parallelkritik, harharhar !

Die Kritik umfasst die Staffeln 1 und 2, und man kann wenn man denn möchte, und Amazon sich der interessierten Zuschauer nicht erbarmt und die wirklich sehenswerte Serie nicht fortführt, die Serie mit 2 Staffeln auch als abgeschlossen ansehen. Dasselbe konnte man auch von Staffel 1 behaupten, wenn auch nicht so offensichtlich, aber dazu gleich mehr.

Trailer zu Undone

Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die den frühen Tod ihres Vaters wohl nie verkraftet hat. Irgendwann bemerkt sie, dass sie wohl die Fähigkeit besitzt,mit ihrem toten Vater zu reden und durch die Zeit zu reisen und Dinge zu verändern. Vielleicht kann sie ja ihren Vater doch noch retten und ihr ganzes Leben würde völlig anders und weniger verkorkst ablaufen? Oder ist das alles nur ein Hirngespinst, und sie verliert allmählich den Verstand?

Das offensichtlichste mal vorweg: Die Serie wurde im rotoskopischen Verfahren hergestellt, etwas was es in der allgemeinen Wahrnehmung recht selten gibt, berühmte Beispiele wären da A Scanner darkly und der allererste Herr der Ringe Film von Bakshi. Was diese Technik angeht: Sie ist sehr aufwendig und auch teuer in der Umsetzung und man braucht schon einen sehr guten Grund, warum man sich dafür entscheidet, etwas so zu drehen. Aber wenn man sich dazu entscheidet, dann ist das Ergebnis (nachdem man sich daran gewöhnt hat) durchaus sehr ansprechend, da man wirklich tolle und teuer wirkende Special Effects dann doch recht günstig integrieren kann. Außerdem ist diese Inszenierung prädestiniert dafür, Trips und/oder bildgewaltige Szenerien hinzuzaubern, deren Verfilmung in Real-Life-Verfilmungen jeglichen Rahmen sprengen würden, ohne dass es purer Zeichentrick durchgeht. Um es kurz zu machen, das Verfahren ist im richtigen Genre Gold wert. Und für Undone ist es die einzig richtige Entscheidung.

Die Macher von Bojack Horseman, die auch hinter dieser Serie stecken, erzählen eine erwachsene Multiversum (Unwort des Jahrzehnts, da es das Konzept schon lange vor dem MCU gab, ohne jedoch so genannt zu werden, siehe beispielsweise die Zurück in die Zukunft Trilogie, und selbst da war es noch nicht neu!, aber jetzt anscheinend in Mode ist) -Story, die sich eben nicht nach dem üblichen Superheldenverfilmungsmuster verhält, sondern die Geschichte einer jungen Frau glaubhaft zu vermitteln in der Lage sind. Die Story ist in ihrem Rahmen glaubwürdig und nimmt den Zuschauer sofort mit.

Dabei ist auch ungemein hilfreich, dass wir mit Rose Salazar eine Schauspielerin haben, die sowhl schauspielern kann, als auch Erfahrung darin hat, ihr Gesicht für Animationen hinzuhalten (hinzu kommt ja noch der berühmt berüchtigte Battle Angel Alita Film). Der immer wieder gute Bob Odenkirk unterstützt sie perfekt in jeder Szene, in der er ist, aber auch sonst sind alle darsteller Top Notch, was man trotz der vermeintlcihen Animation auch sofort erkennt.

Hilfreich ist auch, dass die Staffeln erstens recht kurz, aber zweitens auch die Folgen immer recht kurz sind, so dass man die jeweiligen Staffeln immer recht schnell durch hat, ohne dass es zu unnötigen Längen oder Wiederholungen (ein immer wieder gern gesehenes Phänomen bei Serien) kommt, so dass die Story sich tatsächlich gerade richtig weiter entwickelt. Und jetzt der Clou: Staffel 2 erweitert das gesehene aus Staffel 1 auf natürliche Weise, wiederholt sich nicht, und trotz der weiterhin geltenden Prämisse, dass wir es hier eigentlich mit einer Introspektive einer zutiefst traumatisierten Frau zu tun haben, wirkt alles irgendwie größer und weniger intim.

All das gipfelt in einem Finale, das einerseits sehr final ist, und deshalb auch als Abschluss angesehen werden kann, aber dann doch immer noch im Hintergrund genügend Fragen offen lässt, was eine oder mehrere weitere Staffeln durchaus rechtfertigen würde.

Alles in allem muss man aber auch etwas anderes erwähnen: Die Serie macht es sich eben nicht so einfach zu sagen, wie das alles tatsächlich ist oder nicht, sondern sie bleibt tatsächlich bis zum Ende ambivalent, so dass die Frage, ob die Protagonistin tatsächlich wahnhaft ist oder nicht letztendlich weder wichtig ist, noch tatsächlich beantwortet wird. das und andere Themen überlässt die Serie selbstsicher dem Zuschauer. Und das ist gut so!

Warum also nur 8 Punkte? Weil mich Staffel 1 trotz aller Pluspunkte der Gesamtserie noch besser im Griff hatte, die Serie dort noch deutlich ambivalenter war, und die Reise in Staffel 2 weniger mutig und eher konventioneller war. Das ist allerdings Kritik auf allerhöchstem Niveau, und wer möchte kann dies auch als 9 Punkte Kritik wahrnehmen.

Kommen wir zur Vergleichsserie, sowohl inhaltlich irgendwie, als auch komischerweise erscheinungstechnisch:

Matroschka

Auch hier handelt es sich um eine Art Zeitreisenserie über eine traumatisierte Frau, die allerdings in Staffel 1 täglich das Murmeltier grüßt und das (höhö Wortwitz) Zeitliche segnet. Und in Staffel 2 wird eben genau wie bei Undone der Kosmos deutlicherweitert und eine episch wirkende Story eingebunden, um eine Introspektive der Protagonistin abzuliefern. Auch hier wie dort muss man den Mut der Serienmacher loben, eben in Staffel 2 nicht den gleichen "Mist" neu aufzurollen, sondern komplett andere Wege zu gehen, aber irgendwie doch im gleichen Universum zu bleiben. Hier wie dort wird die Immigrationsgeschichte (jaja die USA sind nunmal ein Einwanderungsland) der Vorfahren bedient, und hier wie dort ist man selbstbewusst genug, das Publikum eben nicht mit jeglicher Auflösung zu füttern sondern überlässt es dem Zuschauer, sich sein eigenes Bild zu machen.

ABER Matroschka geht den Weg des zu intellektuel werdenden Kopfkinos und stösst einen Großteil seiner bisherigen Klientel genüßlich vor den Kopf, indem er ihnen tatsächlcih den Zugang versperrt. Irgendwann wird aus einem Raimi Film ein Kaufmann Film, und das Publikum weiss nicht genau, warum das passiert oder wieso sie plötzlich angeschissen werden. ich will das gar nicht so sehr kritisieren, wie es hier den Anschein haben mag, aber diese Entwicklung zu so einem späten Zeitpunkt ist inhaltlich ein bißchen zu spät, und könnte dieser wirklich sehenswerten Serie durchaus auch das Rückgrat brechen. Denn zusätzlich dazu, dass sie sich in den Genren verliert, bleibt sie trotz der epischeren Herangehensweise auch immer gefühlt recht billig und behäbig, und sie fokussiert sich zu sehr auf eine Figur, wo die andere Figur durchaus auch einen starken Charakterbogen haben könnte.

Mutig ist die Serie, aber sie fühlt sich durch diese sehr rigorose Abkehr von den Elementen, die Staffel 1 noch so stark machten, irgendwie unhomogen und schizophren an, weniger harmonisch und durchdacht als es Undone eben tut. dafür ist sie aber durchaus nerdiger und spleeniger und hat auch was zu sagen. Und beiden ist gemein, dass das Ende immer auch ein Serienende sein kann mit vielen Interpretationsmöglichkeiten. Sowei die Tatsache, dass es immer auch recht kurze Staffeln mit kurzen Folgen sind. Und ganz ehrlich? Gerade dieser Serie hätte das Rotoskopie-Verfahren deutlich besser zu gesicht gestanden, und hätte sie auch nochmal aufgewertet!

Dennoch muss festgehalten werden, dass Undone im dirketen Vergleich eben doch mehr als nur eine Nasenspitze vorne hat, hier würde ich auf Grund der nicht ganz so gelungenen Staffel 2 (gut gemeint ist nicht gut gemacht) nur 7 Punkte geben, ohne jegliche Tendenz irgendwohin, so dass wir mit Gutdünken Undone fast ganze 2 Punkte drüber sehen können ;-)

Undone Bewertung
Bewertung des Films
810

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3 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
20.05.2022 14:11 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.739 | Reviews: 194 | Hüte: 536

MB80

Mille Grazie :-)

Die Serie ist aber unabhängig von den Machern und Machart einfach gut, gib ihr wirklich mal eine Chance, soweit ich mich erinnere war ein gewisser Sublim damals auch angetan, obwohl es mal was anderes war wink

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
20.05.2022 12:45 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 2.352 | Reviews: 41 | Hüte: 219

MobyDick:

"Das offensichtlichste mal vorweg: Die Serie wurde im rotoskopischen Verfahren hergestellt, etwas was es in der allgemeinen Wahrnehmung recht selten gibt, berühmte Beispiele wären da A Scanner darkly und der allererste Herr der Ringe Film von Bakshi.

[...]

Die Macher von Bojack Horseman, die auch hinter dieser Serie stecken, ... "

Ok, bin an Bord laughing

Wusste gar nicht, dass sich noch jemand um die Technik kümmert, ich dacht die wäre mit dem Bakshi "HdR" untergegangen. Also das ist schon mal nicht uninteressant, aber Bojack Horsemann war so gut, dass ich der Serie alleine aus dem Grund schon ne Chance geben muss.

Cheers.

“...and the stronger the fear of boredom, the louder the music."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
20.05.2022 12:23 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.739 | Reviews: 194 | Hüte: 536

Dank MB80 die Renaissance der Quervergleichsreviews :-D

Dünyayi Kurtaran Adam
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