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Zwingli - Der Reformator

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Prädikat: besonders wertvoll

Zwingli - Der Reformator Kritik

Zwingli - Der Reformator Kritik
0 Kommentare - 20.10.2019 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Zwingli - Der Reformator

Bewertung: 4 / 5

Zwingli - Der Reformator ist ein Historienfilm von Stefan Haupt mit Maximilian Simonischek, Sarah Sophia Meyer und Oscar Bingisser, der nach zeitgenössischen Quellen die Geschichte des Kirchenreformators Huldrych Zwingli in Zürich erzählt. Aus der Sicht einer Witwe werden wir Zeugen der Anfänge der Schweizer Reformation.

Der Film beginnt mit der Ankunft des Priesters Ulrich Zwingli (Max Simonischek) im Jahre 1519 in Zürich. In seinen Predigten diskutiert er all das, was mit der katholischen Kirche seiner Meinung nach falsch läuft - wie Luther prangert er den Ablasshandel an, kritisiert den Kult um Prunk und Reichtum und stellt die lateinische Messe in Frage, da sie nicht für alle verständlich sei. Anna Reinhart (Sarah Sophia Meyer), die als Witwe mit drei Kindern ihr Leben bisher vor allem in Angst vor der Kirche verbracht hat, schreckt zunächst auch vor Zwinglis Botschaften zurück, da diese als radikal und schädlich gelten. Doch gerade in Zeiten der Pest erlebt sie, dass der Reformator die Nächstenliebe, die er durchsetzen will, auch selbst offen lebt. Die beiden nähern sich an und heiraten letztlich sogar - eine weitere Forderung des Priesters. Doch die Kirchenoberen, die sich entmachtet fühlen, lassen die Aufbruchsstimmung bald kippen. Mit Hilfe der Habsburger ziehen sie gegen die gegen die Reformation ins Feld.

Trailer zu Zwingli - Der Reformator

Stefan Haupts Film, der für den deutschen Markt hochdeutsch synchronisiert wurde, ist sehr klassisch konstruiert und folgt einer geradlinigen Dramaturgie. Die visuelle Inszenierung strebt eine mimetische historische Rekonstruktion an, der jedoch durch das Budget Grenzen gesetzt sind, was man an den spärlichen Schauplätzen und der begrenzten Anzahl an Komparsen merkt.

Die Musik wurde vor allem in Stil eines Hollywoodmelodrams affirmativ eingesetzt. So hat der Film offenbar keine besondere künstlerischen Ambitionen, sondern strebt ein interessiertes aber nicht unbedingt vorgebildetes Publikum an, um die Botschaften der Reformationen zu vermitteln. Mit der Reformation konstituierte sich die europäische Aufklärung, was oft in Vergessenheit gerät und durch den Film betont wird.

Dabei kommt den Film entgegen, dass das Thema Zölibat heute aktuell und wichtig erscheint. Auch die ideologische Abgrenzung zu Luther wird deutlich, was die Vielschichtigkeit der Reformationsbewegungen deutlich macht. Hier bleibt der Film historisch dezent erzählt, bleibt nah an den verfügbaren Fakten. Die eher nüchterne, unprätentiöse Inszenierung kann als der gelungenee Versuch einer genauen Beobachtung historischer Alltäglichkeit gesehen werden.

Zwingli - Der Reformator mag auf diese Weise weniger als ein ambitioniertes Werk der Filmkunst gelten, sondern als eine differenzierte filmische Verhandlung von Glaubensfragen und ethischen Entscheidungen, die das Publikum noch lange nach der Rezeption beschäftigen sollen.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Zwingli - Der Reformator Bewertung
Bewertung des Films
810
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