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Ernüchternde Bilanz

Bilanz 2025: Ein enttäuschendes Jahr für die (US-)Kinos!

Bilanz 2025: Ein enttäuschendes Jahr für die (US-)Kinos!
5 Kommentare - So, 11.01.2026 von MJ-Caminito
2025 sollte das große Kino-Comeback bringen - doch stattdessen stagnierte der US-Markt und blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Das Kinojahr 2025 endet für Nordamerika mit einer spürbaren Ernüchterung: Statt der erhofften nachhaltigen Erholung nach den Pandemiejahren verharrte der US-Markt weitgehend auf dem Niveau von 2024.

Die Gesamteinnahmen blieben deutlich unter der vielfach prognostizierten Marke von 9 Milliarden US-Dollar und damit weiterhin klar entfernt von den vorpandemischen Ergebnissen zwischen 10 und 11 Milliarden Dollar. Mike Sherrill, Chief Operating Officer der Kinokette Alamo Drafthouse, spricht von einem „unglücklichen Trend“ und bringt die Lage nüchtern auf den Punkt: Es sehe so aus, als trete die Branche bereits zum zweiten Mal in Folge auf der Stelle.

Besonders deutlich zeigt sich die Krise in der zunehmenden Ermüdung großer Franchises. Marvel hatte erneut mit seinen weniger etablierten Figuren zu kämpfen: Sowohl Captain America - Brave New World als auch Thunderbolts* schlossen mit zweistelligen Millionenverlusten ab, während The Fantastic Four - First Steps lediglich einen moderaten Gewinn erzielte. Auch traditionsreiche Reihen blieben hinter ihren früheren Erfolgen zurück. Avatar - Fire and Ash kam bislang auf ca. 1,1 Milliarden Dollar, Wicked - Teil 2 auf 504 Millionen und Jurassic World - Die Wiedergeburt auf 869 Millionen. Alles solide Ergebnisse, die jedoch nicht an die Spitzenwerte der jeweiligen Vorgänger heranreichen.

Immer deutlicher wird zudem, dass sich die Branche nicht länger allein auf Sequels und Spin-offs verlassen kann. Verschärft wird die Situation durch strukturelle Veränderungen bei den Verwertungsfenstern: Der angekündigte 82,7-Milliarden-Dollar-Deal von Netflix zur Übernahme von Warner Bros. (vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen) sorgt in der Kinobranche für Unruhe. Netflix-Co-CEO Ted Sarandos ließ bereits durchblicken, dass exklusive Kinofenster künftig „evolvieren“ und „kundenfreundlicher“ gestaltet werden sollen - also noch kürzer ausfallen könnten. Für Kinos wäre dies ein weiterer Rückschlag, da sich das Publikum seit der Pandemie sowieso schon zunehmend an schnelle Streaming-Verfügbarkeiten gewöhnt hat.

Ein Lichtblick war die teilweise Rückkehr des chinesischen Marktes für ausgewählte Hollywood-Produktionen. Filme wie Zoomania 2 und Avatar - Fire and Ash fanden dort ein breites Publikum. Global dominierte jedoch ein heimischer Titel: Der chinesische Animationsfilm Ne Zha 2 spielte weltweit über 2,1 Milliarden Dollar ein und wurde damit zum erfolgreichsten Film des Jahres - ein Erfolg, der in den USA weitgehend unbemerkt blieb.

Auffällig stark präsentierten sich dagegen familienfreundliche PG-Filme und Videospieladaptionen: Ein Minecraft Film schrammte nur knapp an der Milliardenmarke vorbei, während Lilo & Stitch und Zoomania 2 diese sogar überschritten. Bereits zum zweiten Mal in Folge erzielten PG-Produktionen damit bessere Ergebnisse als PG-13-Titel (PG-Filme sind in den USA ohne Altersbeschränkung für Kinder zugänglich und sprechen ein breites Familienpublikum an, während PG-13-Produktionen eine Empfehlung ab 13 Jahren aussprechen und sich stärker an Teenager und Erwachsene richten).

Auch Animes entwickelten sich zum klaren Gewinner: Demon Slayer und Chainsaw Man sorgten für starke Abrufe bei Crunchyroll (einem auf Anime spezialisierten Streamingdienst). Besonders bemerkenswert war der Altersdurchschnitt von Demon Slayer, dessen Publikum fast zur Hälfte unter 24 Jahre alt war - ein starkes Signal für die nächste Kinogeneration, wie Sherrill betont.

Comicverfilmungen hingegen haben ihren lange Zeit unangefochtenen Spitzenplatz verloren. Nach mehr als einem Jahrzehnt als dominierendes Genre wirken sie aktuell deutlich geschwächt. DC schnitt dabei vergleichsweise noch stabil ab: Superman erzielte 616 Millionen Dollar und wurde als gelungener Neustart wahrgenommen. DC-Co-Chef Peter Safran sieht darin einen wichtigen Schritt, das Label wieder stärker mit Qualität zu verbinden.

Schwierig blieb das Jahr für viele Erwachsenendramen und ambitionierte Großproduktionen. Titel wie The Smashing Machine, Bugonia oder Springsteen - Deliver Me From Nowhere fanden kaum Resonanz. Hoffnungsschimmer kamen aus mutigeren Ecken: Warner Bros. landete mit originellen Horrorfilmen wie Ryan Cooglers Blood & Sinners und Zach Creggers Weapons - Die Stunde des Verschwindens Achtungserfolge sowohl bei Kritik als auch Publikum. Auch Paul Thomas Andersons One Battle After Another überschritt dank starkem Awards-Buzz die 200-Millionen-Dollar-Marke, blieb ob des Budgets von 140 Millionen Dollar sowie Marketingkosten im zweistelligen Millionenbereich wirtschaftlich jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Premiumformate wie IMAX und Dolby Cinema halfen, die rückläufigen Zahlen zumindest teilweise abzufedern. Bei visuell spektakulären Produktionen wie Avatar - Fire and Ash oder F1 - Der Film machten sie bis zu 60 Prozent der Einnahmen aus. IMAX-CEO Richard Gelfond sieht in einer stärkeren Diversifikation des Angebots - mehr Horror, mehr Familie, mehr Animation - eine echte Chance, die Abhängigkeit vom Superheldenkino zu reduzieren.

Fazit


2025 hat deutlich gemacht, dass das Kino neue Impulse braucht. Die Erfolge bei Familienfilmen, Anime und gezielt eingesetztem Arthouse-Horror geben Anlass zur Hoffnung. Die große Trendwende blieb jedoch aus.

Ob 2026 mit Projekten wie Spider-Man - Brand New Day und Avengers - Doomsday tatsächlich einen neuen Aufschwung bringt, wird sich zeigen.

Quelle: Variety
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5 Kommentare
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Darkclaw : : Moviejones-Fan
12.01.2026 15:56 Uhr
0
Dabei seit: 24.04.25 | Posts: 252 | Reviews: 1 | Hüte: 11

Also wenn ich mir das vergangene Kinojahr ansehe, waren wir wieder sehr wenig im Kinosaal anzutreffen.

Ich bin immer noch der Meinung, dass dies, nicht nur für uns, eine Kumulation von Gründen hat.

Zuerst, irgendwie sind momentan nicht viele Filme im Kino, die ich bzw. wir, jetzt unbedingt gesehen haben müssen. Von meiner Seite her haben wir uns natürlich Lilo & Stitch und Jurassic World: Rebirth angesehen. Ich war dann mit meinem besten Freund noch in "die nackte Kanone". Dann noch "das Kanu des Manitu".

Sonst lockt uns momentan einfach nichts.

Dann kommt noch Streaming-Dienst dazu. Ok, wir sind erst seit rund 1.5 Monaten Nutznieser von Disney+. Ich nehme dies jetzt auch nur als Beispiel. Und zwar wegen dem guten alten Geld. Warum soll eine Mutter oder ein Vater mit den Kleinen ins Kino gehen, Eintritt bezahlen, Popcorn bezahlen, ein Getränk bezahlen, wenn die kleinen Racker den Film in 2 oder 3 Monaten zu Hause sehen können? Ich nehme jetzt Zahlen aus der Schweiz bei uns auf dem Land. Ein Eintritt, CHF 18.00. Also rund Euro 20.00. Eine mittlere Pococorn? CHF 5.00. Alsor rund Euro 5.50. Getränk? CHF 5.00, also nochmals Euro 5.50. Natürlich, wir in der Schweiz haben höhere Preise als beispielsweise Deutschland, aber wenn drei Leute ins Kino gehen, sind schon mal CHF 54.00 nur bereits für den Eintritt weg. Dann noch Popcorn und Getränk, man rechne selber.

Bei manchen sitzt das Geld für so etwas vielleicht nicht mehr ganz so locker... und wenn man dann rechnet, bekommt man für das gleiche Geld mehrere Monate eines Streamgdienstes...

Jedoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, Filme, vielleicht nicht alle, im Kino anders wirken als auf dem heimischen TV. Klar, wir haben einen grossen TV zu Hause, aber kein Surround-System. Aber ein Film, wieder als Beispiel, wie Jurassic World: Rebirth (bei dem ich doch seit langer Zeit wieder mal staunend im Kino sass) wirkt dann schon imposanter im Kino als zu Hause auf dem TV. Nur schon von der grösse des TVs gegenüber einer Kinoleinwand. Und nicht jeder hat einen Beamer und eine Leinwand zu Hause stehen... Vom Sound mal ganz zu schweigen und auch hier wird nicht jeder ein Sound-System sein eigen nennt.

Was das Jahr 2026 bereithält, und was uns hier wirklich locken wird? Ausser Vaiana als Realverfilmung (sofern man hier von Realverfilmung sprechen kann) habe ich noch nichts auf dem Terminkalender... Aber die Zeit wird es zeigen.

MJ-Pat
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sid : : Smasher
11.01.2026 19:40 Uhr
0
Dabei seit: 01.10.12 | Posts: 2.585 | Reviews: 18 | Hüte: 62

Der Kunde wählt eindeutig aus, was sich wirklich lohnt, da kann ich nur zustimmen. Die einheimischen Produktionen wie Kanu, magische Tiere und Pumuckl haben die deutschen Kinos dieses Jahr noch halbwegs gerettet, aber die Besucherzahlen der US-Filme gingen auch hier deutlich zurück. Die Zahlen im einzelnen finde ich ganz spannend und schreibe sie deshalb bei den D-Zahlen dazu.

Und ich sehe es ähnlich wie viele andere MJ-Mitglieder: 2026 müsste eigentlich ein super starkes Jahr werden, zumal die Bandbreite gar nicht schlecht ist. Wir werden sehen.

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Lordoss : : Moviejones-Fan
11.01.2026 19:10 Uhr
0
Dabei seit: 12.07.23 | Posts: 352 | Reviews: 1 | Hüte: 14

Für den deutschen/europäischen Markt, aber in ähnlichen Punkten auch auf die USA anwendbar: Das Problem sind am Ende nicht nur die Filme (zu hohe Kosten um profitabel zu sein), sondern auch die stark schwindende Kaufkraft des Konsumenten, um das teure Event Kino zu finanzieren. Man braucht sich ja nur mal die Anzahl der Kinogänger von Men of Steel im Vergleich zum letztjährigen Superman anschauen. Kundenverlust wird durch Preissteigerungen kompensiert (hofft man). Der nächste Schlag für die Kaufkraft kommt dieses Jahr durch die KK-Beiträge, nächstes Jahr kommt ein Brocken in der Rentenversicherung dazu, plus CO2-Abgabe 2027, welches einen enormen Preisanstieg bei Benzin/Diesel (es stehen bis zu 40 Cent pro Liter im Raum) und Gas nach sich zieht. Wieder ein starker Kaufkraftverlust.

2026 ist ein mega geniales Kinojahr. Ich würde gerne alle meine Favoriten anschauen, aber das ist unbezahlbar bzw. durch oben genannten Punkte und ich ja auch noch Frau und Kinder habe gibt es finanziell andere Prioritäten. Zu dem landen die Filme schnell im Stream, was auch nicht gerade den Anreiz bringt ins Kino zu rennen.

MJ-Pat
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sid : : Smasher
03.01.2026 11:53 Uhr | Editiert am 03.01.2026 - 12:01 Uhr
0
Dabei seit: 01.10.12 | Posts: 2.585 | Reviews: 18 | Hüte: 62

Die Odyssee, Hoppers und Dune III helfen dem Kino bestimmt. Überhaupt könnte 2026 ein recht starkes Jahr werden, auch mit einigen weltweiten mittelgroßen Hits (zum Beispiel Highlander, Wuthering Heights, Project Hail Mary). Vorausgesetzt, die Qualität stimmt und/oder die Filme kommen beim Publikum an und das Budget war nicht lächerlich hoch.

Manchmal ist Hollywood wirklich eine Traumfabrik, mit seltsamen Erwartungen. Jurassic World 4 hat sich für bereits drei mäßig aufgenommene Vorgänger finanziell eigentlich recht tapfer geschlagen. Bereits der dritte hat "nur" noch eine Mrd. eingespielt. Hätte also viel schlimmer kommen können. Und dass Avatar 3 nicht mehr genauso sehr erwartet wird wie Teil 2, war auch klar. Ein paar richtige Flops sind ebenfalls keine Überraschung: entweder wurden die Trailer bereits schlecht aufgenommen oder es gab einfach generell kaum Nachfrage (Smashing Machine, Deliver Me From Nowhere, A Big Bold Beautiful Journey, Ella McCay, Caught Stealing,...). Natürlich ist man hinterher immer schlauer ^^. Der Erfolg von Conjuring 4 hat auch mich sehr überrascht. Allerdings geht Horror immer bzw. dieses Genre findet in jedem Jahr sein Publikum.

Jetzt kann man nur hoffen, dass 2026 in der Breite einiges zu bieten hat. Vielleicht ist das auch Teil des Problems: Hollywood geht zu sehr und zu lange unkreativ auf das ein, was aktuell Erfolg hat und schließlich ist der größte Hype rum und man hat nicht genug anderes auf Lager.

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Pixeler : : Moviejones-Fan
01.01.2026 15:25 Uhr
0
Dabei seit: 11.07.23 | Posts: 93 | Reviews: 0 | Hüte: 2

- mehr Horror, mehr Familie

Jeder der Familie hat, kennt den Horror der damit einzieht.
Ich und meine Frau lieben Horror bzw. unsere Kinder.

Das Genre Horror ist für mich definitiv der Gewinner des Kinojahres 2025.
Es ist auch der Gewinner in Sachen Innovativität 2025.
Familien- und Animationsfilme braucht das Kino unbedingt, jedoch nicht in grosser Anzahl.
Eventfilme waren, sind und werden immer die Abräumer sein, egal aus welchem Genre.

Disney ist für mich ein Phänomen, ziehen die Eigenproduktionen nicht, so bringen Pixar oder Marvel Kohle oder eben umgekehrt. Schwarz sehe ich für Paramount, ohne Warner sind die dem Tode geweiht bzw. ein Fass ohne Boden.
Das Kino bräuchte technische Erweiterungen welche nur im Kino erlebbar sind, so wie dazumal das 3D. Ansonsten bleiben die faulen Säcke wie ich lieber im Sessel sitzen und geniessen die Filme 3 Monate zeitversetzt im Stream.

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