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House of Gucci

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Lehren aus 45 Jahren Karriere

"House of Gucci": Ridley Scott spricht über seine Filmflops

"House of Gucci": Ridley Scott spricht über seine Filmflops
0 Kommentare - Di, 18.01.2022 von P. Schleicher
Ridley Scott ist ein sehr beschäftigter Mann. Trotzdem findet er immer mal wieder Zeit für ein längeres Interview. Jetzt spricht er seine Erfahrungen im Film-Business, inklusive der Flops "House of Gucci" und "The Last Duel".

Ridley Scott gehört mit Mitte 80 definitiv zu den ganz alten Hasen im Filmgeschäft. An ein Ende der Karriere ist aber noch lange nicht zu denken: Nach zwei großen Filmen im letzten Jahr steht dieses Jahr mit Kitbag der nächste große Streifen bevor! Der Regisseur wisse nicht, wie und warum er so beschäftigt sei, aber er habe Angst, etwas zu verpassen, wenn er eine Pause einlege. Darum würde er immer weitermachen.

Bei seinen letzten beiden Projekten, House of Gucci und The Last Duel, handelte es sich aber um Flops an den Kassen: Der Mittelalter-Film The Last Duel kostete 100 Mio. Dollar und spielte weltweit nur 30,6 Mio. Dollar ein, das Gucci-Biopic kostete 75 Mio. Dollar in der Produktion und kam am Boxoffice auf grade einmal 126,7 Mio. Dollar.

Über den Misserfolg der beiden Streifen sagt Scott, dass er zwei sehr gute Filme gemacht habe - diese aber teilweise wegen Covid-19 und teilweise, weil das Kino allgemein verloren gehe, keinen Erfolg gefunden hätten. Scott diagnostiziert, dass sich das Kino in einer großen Krise befinde.

Seine Hoffnung sei aber, dass der Kinogang sein Comeback finde. Er will nicht, dass das Kino verloren gehe. Durch seine langjährigen Erfahrungen in der Branche wisse Scott aber: Man weiß nie etwas. Er wisse nicht, was die Zukunft bereithalte, deshalb sei das Beste, was er tun kann, immer sein Bestes zu geben.

Der Regisseur spricht auch über die Art und Weise, wie er arbeitet und auf welchen Wegen er mehr Effizienz am Set herstelle. Ein Faktor dabei sei, dass er seine Storyboards selbst zeichne. Immer, wenn er ein Drehbuch liest, sehe er die Szene bereits vor dem inneren Auge und beginne mit dem skizzieren. Das Anfertigen der Storyboard-Skizzen sei wie Filmen auf Papier.

Auch versuche er das Neudrehen von Szenen zu vermeiden, indem er mit mehreren Kameras gleichzeitig operiert. Manchmal lässt Scott eine Szene mit 11 verschiedenen Kameras aus 11 verschiedenen Perspektiven gleichzeitig einfangen. Dies sei eine sehr effiziente Weise, den Drehvorgang zu gestalten.

Innerhalb seiner langen Karriere zogen der Regisseur und sein Werk neben Lob auch Kritik auf sich. Scott sagt dazu, dass er die Kritiker zwar respektiere, aber am Ende immer sein eigener Geschmack die Skala sei, auf der er seine Filme messe. Vor 40 Jahren zerriss die The New Yorker-Journalistin Pauline Kael Scotts Science-Fiction-Streifen Blade Runner.

Der Film gilt inzwischen als Klassiker, nicht nur des Genres, sondern der Filmwelt allgemein, hat Kultstatus erreicht und wird von vielen als Meisterwerk gesehen. Kaels Verriss des Films hängt aber eingerahmt in einem Konferenzraum in Scotts Produktionsfirma.

Der Alien-Regisseur sagte dazu, dass es das schlimmste ist, wenn man eine Kritik lese und sie großartig sei! Scott nennt es gefährlich, weil man das Gefühl habe, dann im siebten Himmel zu sein. Man befinde sich aber nie im siebten Himmel, sondern sei immer etwas verrückt. Manchmal wisse man selbst nicht alles besser.

Diese Einstellung zu Kritik klingt hier sehr reflektiert - in der Vergangenheit klang das durchaus auch mal anders! Scott ist ein Mann mit großem, und nach seiner erfolgreichen Karriere sicher auch verdientem, Selbstvertrauen. Und das lässt er gerne auch mal Kritiker spüren.

Als beispielsweise die Gucci-Familie House of Gucci kritisierte, erwiderte der Regisseur, dass sie sich glücklich schätzen solle - immerhin würden sie und ihre Verwandten von einigen der besten Schauspieler der Welt dargestellt werden!

Was auch immer am Ende Kritiker oder Kinokassen sagen mögen, eines ist sicher: solange er kann, wird Ridley Scott Film nach Film auf den Markt bringen und dabei jedem Streifen seinen eigenen Stempel aufdrücken. Er kann auf eine lange, diverse und erfolgreiche Karriere zurückblicken - und ein Ende ist nicht in Sicht!

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