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Kubo - Der tapfere Samurai

Liebenswert und zauberhaft

Kubo - Der tapfere Samurai Kritik

2 Kommentar(e) - 10.09.2016 von Moviejones
Filmkritik

Kubo - Der tapfere Samurai Bewertung: 4.5/5

Originelle Storys findet man im typischen Hollywood-Kino nicht allerorten. Doch tauchen sie plötzlich wie ein Windhauch auf, ist man erstaunt, verblüfft, erfreut. Kubo - Der tapfere Samurai gehört zu diesen Perlen und was das Animationsstudio Laika hier mit mühevoller Detailliebe geschaffen hat, verdient größten Applaus.

Kubo lebt mit seiner Mutter in einer Höhle an einer schroffen Steilwand. Einst taten ihre Schwestern (Rooney Mara) und ihr Vater, der Mondkönig (Ralph Fiennes), der jungen Frau und ihrem Sohn Grausames an und um ihrem Zorn zu entgehen, hoffen sie, dort unauffindbar zu sein. Tagsüber begibt sich der Junge ins nächstgelegene Dorf, wo er die Bewohner mit seinen magischen Tricks und seiner Laute verzaubert, stets angehalten, rechtzeitig vor Sonnenuntergang wieder in der Höhle zu sein.

Eines Abends, gebannt von den Erzählungen der Dorfbewohner, wird Kubo entdeckt: Seine Tanten finden ihn und nur durch die Aufopferung seiner Mutter kann er der Attacke entkommen. Verwirrt erwacht Kubo inmitten eines Schneesturms - an seiner Seite ein grantiger Pavian (Charlize Theron). Dieser rät ihm, die geheimnisvolle Rüstung seines Vaters, eines Samurai, zu finden, denn nur mit Schwert, Harnisch und Helm könne er sich dem grausamen Mondkönig stellen. Auf ihrer Reise weist ihnen "Little Hanzo", eine magische Origami-Figur, den Weg und so dauert es nicht lange, bis sie auf einen wundersamen Riesenskarabäus (Matthew McConaughey) treffen, der beiden noch von Nutzen sein wird...

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Kubo - Der tapfere Samurai Kritik

Unter uns, es ist gar nicht so leicht, die wundervolle und komplexe Story in so wenige Zeilen zu pressen, auch ohne zu viel verraten zu wollen. Kubo - Der tapfere Samurai fühlt sich wie ein altes, klassisches japanisches Märchen an, ist aber weitaus moderner und bloß im alten Japan verortet und mitnichten nur was für Kinder. Der Film erinnert auf erschreckend realistische Weise daran, dass im Leben nicht alles gut und harmonisch verläuft, macht aber auch in jedem Moment Hoffnung, dass man für seine Wünsche eintreten muss und nicht alles verloren sein muss.

Der Autor Shannon Tindle erschuf die Hintergrundgeschichte des Animationsfilms und was Laika Entertainment wie eingangs bereits erwähnt hier erschaffen hat, geht über Vorgänger wie ParaNorman und das eher robust gestaltete Die Boxtrolls weit hinaus. Nach den ohne Frage teils beeindruckenden Werken des Filmstudios, zu denen auch Tim Burtons Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche gehört, ist dies der bisher tiefsinnigste und faszinierendste Beitrag. Waren in einigen der vorherigen Filme die Figuren teils zu grob, fast unsympathisch gestaltet, erobert Kubo - Der tapfere Samurai abseits seiner herzergreifenden Story mit der wahrhaftig fantastischen Umsetzung die Herzen der Zuschauer. Visuell absolut berauschend haben wir hier wirklich große Handwerkskunst vor uns.

Die Geschichte ist dabei wundervoll und düster zugleich - und wie zu sehen ist, können "süße" Figuren auch mit einer tiefen inneren Zerrissenheit einhergehen. Emotional getragen wird das Ganze zudem von der passenden musikalischen Untermalung und gerade der Abspann rundet das ganze Werk ab. Wer erahnen möchte, welche Arbeit in wenigen Szenen steckt, sollte sich diesen auf keinen Fall entgehen lassen.

Im englischen Original sind auch die Synchronstimmen mehr als passend gewählt. Hätte jemand von uns mal gedacht, dass Charlize Theron als mürrischer Affe überzeugt? Oder Matthew McConaughey als sympathisch-energischer, leicht naiver Skarabäus? An ihrer Seite erleben wir den großartigen Ralph Fiennes als Mondkönig und Rooney Mara als fiese Schwestern, wohingegen George Takei ruhig eine größere Sprechrolle hätte haben können.

Kubo - Der tapfere Bewertung

Geschichte, Animation, Musik, Stimmen - in Kubo - Der tapfere Samurai entscheiden die Details und erschaffen eine absolut bezaubernde Filmerfahrung, wo selbst das 3D Laune macht. Eltern, die sich überlegen, mit ihren Kindern reinzugehen, sollten wissen, dass der Film für die Kleineren doch etwas zu düster und erschreckend sein könnte. Die 101 Minuten sind aber abwechslungsreich und spannend gestaltet, so dass sowohl die Großen als auch die Kleinen ihren Spaß haben werden. Eine originelle Geschichte, die uns in eine ferne Zeit entführt - ein wirkliches Must-see, nicht nur für Freunde japanischer Kultur.



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Kubo - Der tapfere Samurai Bewertung
Bewertung des Films
910
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MovieHunter87
Moviejones-Fan
Geschlecht | 30.10.2016 | 11:05 Uhr30.10.2016 | Kontakt
Jonesi

Obwohl Kubo - Der tapfere Samurai eine US-amerikanische Produktion ist, spürt man das zu keinem Zeitpunkt. Der Film spielt in einer magischen Welt im Mittelalter von Japan. Animationsstil, Musik und die Erzählung wirken (bis auf den Abspann) authentisch asiatisch.
Die Animationen sind mittels Stop - Motion Technik erschaffen.
Charaktere und ihre Umgebung (die Settings) haben einen sehr hohen Detailgrad. Aus den Gesichtern der Charaktere ist jede Gefühlsregung zu erkennen. Bewegungen der Charaktere wirken flüssig und nicht künstlich. Die Settings sind ebenfalls sehr detailreich gestaltet. Es ist erstaunlich mit welcher detailtreue z.B. Marktplätze und Räume dargestellt werden. Der Höhepunkt ist allerdings, wenn Kubo auf seiner Gitarre spielt und damit z.B. Origamifiguren zum tanzen verleitet oder aus Blättern gewisse Gegenstände formt. Das ganze wirkt dann wie ein wunderschönes Farbenspiel, untermalt mit einer traumhaften Filmmusik.
Die Filmmusik fügt sich stets der jeweiligen Situation an und wirkt immer passend. Von sehr sensibler und langsamer bis zu schneller und spannungsgeladener Filmmusik deckt sie alles ab. Während der gesamten Laufzeit hat die Filmmusik einen stark asiatischen Charaktere. Nur beim Abspann wird sie westlich, wenn unter anderem eine Coverversion von Eric Clapton* abgespielt wird.
Kamera und Schnitt sind eher ruhig gehalten. Somit kann man die tollen Animationen wunderbar in aller Ruhe bewundern bzw. genießen.
Inhaltlich hat dieses Werk ebenfalls einiges zu bieten. Vor allem bei den Protagonisten wird sich Zeit genommen sie einzuführen um ihnen somit Tiefe zu verleihen. Jeder Charakter hat spezielle Eigenschaften und seine Aufgaben während des Abenteuers.
Die Antagonisten im Film wirken dagegen etwas blasser und ihre Motive für ihr handeln könnte einige Zuschauer nicht zufrieden stellen. Das wird vor allem Zuschauer betreffen die nichts mit asiastischen Sagen über Geister anfangen können.
Das Abenteuer hat ein eher langsames Erzähltempo. Z.B. Aufgaben welche die Protagonisten lösen müssen um an die "magische Rüstung" zu kommen erinnerten mich vor allem wegen der sensiblen Grundstimmung an Pan´s Labyrinth (Obwohl die Aufgaben schwieriger und innovativer gestaltet sind).
Es gibt aber auch Kämpfe bzw. Actionszenen im Film. Diese Kämpfe werden in Form des Einsatzes von Magie in Verbindung mit choreographierten Schwertkämpfen dargestellt. Der Gewaltgrad ist natürlich trotzdem sehr niedrig gehalten. Es wird also nichts gezeigt, was minderjährige nicht sehen sollten.
Humor kommt im gesamten Film ebenfalls nicht zu kurz (auch wenn der Film aus nicht wirklich jeder Situation einen Witz herausholt, sondern eine eher überschaubare Humordichte hat).
Es gibt innerhalb dieses Abenteuers auch einige Twists, die glaubwürdig und nicht aufgezwungen wirken. Der ganze Film ist gefüllt mit innovativen Ideen. In jeder Sekunde ist die Liebe zu spüren, mit der dieses kleine Meisterwerk entstanden ist.

Schlusswort: Kubo - Der tapfere Samurai ist aufgrund seiner innovativen Abenteuergeschichte, den interessanten Charakteren, der wunderschönen Optik und einer fabelhaften Filmmusik ein kleines Meisterwerk für Jung und Alt geworden. Wer also auf ruhig erzählte Geschichten "im asiatischen Stil" steht, dessen Stärke auf einer innovativen Erzählung und visuellen Schauwerten liegen (anstatt auf fullminanter Action und einer hohen Gagdichte), der wird mit diesem Film definitiv seine Freude haben. Für Fans der Stop-Motion Technik (wie mich) ist dieser Film ein erzählerisches und vor allem visuelles (kleines) Meisterwerk!
Von meinem persönlichen Geschmack ausgehend bekommt der Film:
8,5/10 Punkte

sublim77
Moviejones-Fan
Geschlecht | 11.09.2016 | 19:23 Uhr11.09.2016 | Kontakt
Jonesi

Wow, 4,5 von 5. Eigentlich hatte ich den kleinen Samurai garnicht auf dem Schirm, aber nach eurer Kritik bin ich neugierig. Wird also auf die Liste gesetztwink

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!