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The Shallows - Gefahr aus der Tiefe

Blake macht den Brody

The Shallows - Gefahr aus der Tiefe Kritik

6 Kommentar(e) - 08.07.2016 von Moviejones
Filmkritik

Bewertung: 3/5

Erinnert sich jemand an Cameron Diaz' Spruch in Verrückt nach Mary, es gäbe viel zu wenig Fleisch am Stiel? Wir möchten dies adaptieren und ausrufen, es gibt zu wenige Haie im Kino! Und wenn, dann meistens in Trashform wie in Bait - Haie im Supermarkt (der dann kurz vor Kinostart sogar noch abgesagt wurde). Nun kommt mit The Shallows - Gefahr aus der Tiefe ein neuer Genrevertreter - endlich - ins Kino und was sollen wir sagen, der Star ist nicht der Fisch, sondern die Hauptdarstellerin.

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Nancy (Blake Lively), eine junge Texanerin, möchte den Tod ihrer Mutter an einem mexikanischen Strand verarbeiten. Dort hatte vor 25 Jahren auch ihre Mutter gesurft und auf Nancy wirkt die Szenerie wie ein Paradies aus Sonne, Land und Meer. Doch schnell wird daraus die Hölle auf Erden, als Nancy zufällig einen Weißen Hai auf sich aufmerksam macht, der ihr eine klaffende Oberschenkelwunde beschert und die Surferin auf ein kleines Eiland treibt. Eins ist sicher: Die Flut kommt, der Hai ist irgendwo dort draußen und der rettende Strand weit entfernt...

The Shallows Kritik

Sonne, Strand in einem gut gemachten Haithriller, besser kann ein Film nicht in die Sommermonate passen. Schade, dass The Shallows - Gefahr aus der Tiefe bei uns erst Ende August ins Kino kommt, wobei doch grade jetzt nach dem verlorenen Halbfinale Bedarf besteht, die neue Freizeit sinnvoll zu füllen... Aber dann warten wir halt noch eine Weile und allen Genrefans sei gesagt, dass The Shallows - Gefahr aus der Tiefe seine Sache auf weite Strecke gut macht.

Vor allem, was den Einstand angeht, die Vorstellung von Hauptdarstellerin Nancy (Blake Lively) und ihre Beweggründe. Hier wird der richtige emotionale Ton getroffen und man erwartet sehnsüchtig, dass der Film von ihrer tiefen Trauer ins Spannende kippt. Was auf keinen Fall heißen soll, dass man die ersten Minuten nur gähnend übersteht, aber schlussendlich reden wir von einem Haifilm und da wartet jeder auf die erste Attacke und damit den Moment, wenn der Film richtig losgeht. Regisseur Jaume Collet-Serra (Orphan - Das Waisenkind, Run All Night) hat hier den richtigen Mix aus persönlichen Momenten, musikalischer Untermalung und dem spannenden Moment getroffen und dies hebt The Shallows - Gefahr aus der Tiefe tatsächlich von vielen richtig üblen Trashfilmen der Gattung ab. Es gibt ein paar äußerst gute überraschende Schreckmomente und so kommt schnell der Puls auf Tempo.

Vor allem Lively macht ihre Sache richtig gut und trägt den Film von der ersten bis zur letzten Minute. Sie ist die Stärke des Films, der ruhende Pol bei aller Dramatik und Action. Ob emotional versunken in Erinnerung als ihre Mutter, schwer verletzt oder verzweifelt nach Rettung schreiend, da kratzen dann auch die etwas zu häufigen Kamerafahrten auf ihren Body nicht an der Seriosität. Will der Hai tatsächlich sein Fressrevier verteidigen oder gar bloß einen Blick auf ihren perfekten Körper erhaschen? Egal, sie ist ein wahrlich süßer Haihappen, der die Rolle perfekt präsentiert, selbst wenn bei mancher Surfszene deutlich wird, dass hier CGI im Spiel war.

Die One-Woman-Show wird nicht mal dann zur bloßen Hainummer, als der gierige Räuber auftaucht. Jedoch beginnt der bis dahin wirklich gut gemachte Film nach und nach ins Trashige zu kippen, weil plötzlich übermenschlich-übertierische Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden, ein Vorwurf, den man vielen Haifilmen machen muss, die sich weit hinter dem großartigen Klassiker Der Weiße Hai einreihen müssen. Das erhöht zwar einerseits den Schaufaktor, macht aus einem Thriller aber einen weitgehend beliebigen Actiontanz. Schade, denn The Shallows - Gefahr aus der Tiefe hatte auf weite Strecke das Potential, mehr zu bieten. Abseits des übertriebenen Finales fragt man sich, ob sich ein Weißer Hai tatsächlich so versteifen würde, Jagd auf popelige Menschen zu machen, wenn das Riesenwalbuffet vor ihm eröffnet ist. Und würde sich dort auch bloß ein Jäger rumtreiben, wo doch Schwärme an anderen Haien zu erwarten wären, der damit einhergehende Futterneid und noch mehr Drama für Lively? Sicherlich wäre das realistischer gewesen, aber am Ende wird klar, dass es The Shallows - Gefahr aus der Tiefe nicht darum geht.

The Shallows Bewertung

Als Popcornmovie macht sich The Shallows - Gefahr aus der Tiefe großartig - eine attraktive Hauptdarstellerin, die den Film schauspielerisch toll allein trägt, ein spannendes Katz- und Mausspiel und ein passender (auch musikalischer) Einstand. Für das, was The Shallows - Gefahr aus der Tiefe sein will, macht Collet-Sera viel richtig, doch er verlässt sich zu sehr auf Lively und setzt nicht auf ein durchweg gutes Drehbuch, das den Film am Ende auch wirklich gut gemacht hätte. Ein Kinospaß in seinen Dimensionen ist es aber allemal.



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The Shallows - Gefahr aus der Tiefe Bewertung
Bewertung des Films
610
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6 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
Andra
Moviejones-Fan
Geschlecht | 10.07.2016 | 12:27 Uhr10.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Ich finde es auch nicht in Ordnung, direkt von Trash zu sprechen. Papphai? Anfang der 70er waren die Möglichkeiten halt begrenzt. Sind Harryhausens fantasievolle Stop-Motion-Figuren also heute auch Trash, nur weil sie den technischen Möglichkeiten nicht entsprechen?! Trash hat in meinen Augen etwas mit schlechter Story, übertriebenen Charakteren usw. zu tun - ich finde die Argumentation dahingehend wirklich etwas hochnäsig. Der Hai, der in manchen Momenten künstlich aussieht, macht das Schauspiel auf hoher See und vor allem den spannenden Monolog über die Indianapolis noch lange nicht zu einem Trashfilm, weil einfach so vieles andere stimmig ist.

MisfitsFilms
Moviejones-Fan
Geschlecht | 10.07.2016 | 05:07 Uhr10.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Ich halte DER WEIßE HAI ja auch nicht für Trash, sagte nur "gemessen an heutigen Massstäben wäre er letzten Endes auch nur Trash"

laughing

Zumindest was den Papphai angeht, und da geht es ja oftmals dann schon los ^^

Moviejones
Das Original
09.07.2016 | 20:17 Uhr09.07.2016 | Kontakt
Jonesi

@LastGunman:

Wir haben uns in einigen Kritiken, die über Tiere handeln, schon so ausgesprochen und teilen deine Haltung auch im Grunde. Aber nichtsdestotrotz "gruseln" wir uns auch einfach zu gern mit Haien (innerlich finden den Mut bewundernswert, wenn sich Surfer vor Australien, der amerikanischen Westküste und woanders in Gewässer stürzen, die wirklich von Haien bevölkert sind). Haie sind keine menschenmordenden Bestien, aber nichtsdestotrotz gefährlich. Und das wollten wir mit unserer obigen Beschreibung auch anklingen lassen - uns ist ein Thriller wie Open Water mit den Geschehnissen im Wasser lieber als ein Superhai, der menschliche Züge annimmt und das Tier überhöht und verdammt.

@MisFitsFilms:

Hier widersprechen wir deutlich. Abseits mancher Aktionen es Weißen Hais ist Spielbergs Film für uns in keiner Weise Trash. Weder was die Handlung auf weiter Ebene, die schauspielerische Leistung noch den Thrill angeht. Dass nicht alles im Hintergrund rund ist, geschenkt, aber das mindert den Filmspaß nicht und macht ihn über 40 Jahre später nicht zu Trash.

MisfitsFilms
Moviejones-Fan
Geschlecht | 09.07.2016 | 14:10 Uhr09.07.2016 | Kontakt
Jonesi

"... den man vielen Haifilmen machen muss, die sich weit hinter dem großartigen Klassiker Der Weiße Hai einreihen müssen. ... Abseits des übertriebenen Finales fragt man sich, ob sich ein Weißer Hai tatsächlich so versteifen würde, Jagd auf popelige Menschen zu machen, wenn das Riesenwalbuffet vor ihm eröffnet ist."

Ein kleiner Einwand: Zweifelsohne ist Der Weiße Hai ein Klassiker, aber letzten Endes nach heutigen Maßstäben ebenfalls nur Trash. Allen voran natürlich auch, da in diesem Film das Verhalten des Hais nicht realistisch ist. .. Aber das hat man damals auch über Gewässer ähnlich denen des Fischerdorfs Amity gesagt, dass hier weiße Haie niemals gesichtet wurden. Und doch weiß man heute, dass ganz besonders weiße Haie in fast allen Gewässern (sogar Bahamas) zurück verfolgt werden konnten. Interessant ebenfalls, dass man sehr wohl weiße Haie dabei beobachten konnte, wie sie gezielt etwas Verfolgten, beobachteten und am Ende jagten bevor sie mit über 70 km/hm aus der Tiefe pfeilgerade nach oben geschossen sind um die Gummipuppe zu fressen. Etwas gummiartig im Abgang, aber sehr wohl ein Beweis für die Intelligenz dieser Tiere.

Dies soll keine Kritik an der Kritik sein, sondern lediglich ein persönlicher Einwand von mir betreffend oben erwähnter Punkte ;)

Die Kritik selbst habe ich in der Form bereits erwartet und freu mich jetzt umso mehr auf den Film! Hai yeah! laughing

LastGunman
Moviejones-Fan
09.07.2016 | 12:46 Uhr09.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 09.07.2016 12:48 Uhr editiert.

"Wir möchten dies adaptieren und ausrufen, es gibt zu wenige Haie im Kino!"

Dem muss ich widersprechen! Ein gefährdetes Tier wie der Hai hat in einem realistisch gemeinten Thriller einfach nichts verloren. Die Haie dürfen sich in Sharknado & Co. austoben und sich ein bisschen für all das rächen, was wir Menschen ihnen angetan haben, aber bitte keine Angst und keinen Hass schüren!

"Abseits des übertriebenen Finales fragt man sich, ob sich ein Weißer Hai tatsächlich so versteifen würde, Jagd auf popelige Menschen zu machen, wenn das Riesenwalbuffet vor ihm eröffnet ist."

Ihr habt es erfasst! So manch Kinogänger, gerade in den USA, wird aber soweit mit seinen Gedanken nicht kommen.

Hanjockel79
Gamoras Toyboy
Geschlecht | 09.07.2016 | 12:21 Uhr09.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 09.07.2016 12:25 Uhr editiert.

Zu diesem so künstlich, übertrieben gestellten und daher unfreiwillig lustig, weil in der Realität so unmöglichen "Film" fällt mir passend dazu nur ein Witz ein:

Ein großer weißer Hai sieht einige Urlauber im Wasser schwimmen und will seinem Sohn die "gezielte Menschenjagd" beibringen.^^

Vater Hai: "So mein kleiner wir umkreisen jetzt erstmal die Urlauber. Einmal in der Runde, ja genauso! Gut gemacht! Und gleich noch mal."

Das machen Vater und Sohn Hai insgesamt 5 mal bevor sie angreifen und einen der Urlauber fressen. Später nach der Mahlzeit:

Sohn Hai: "Du Papa dieser Urlauber war ja lecker und so. Aber warum mussten wir die Urlauber erst ein paar mal umkreisen?"

Da antwortet der Vater Hai ganz lässig: "Na ausgeschissen schmecken die besser!" ani-laugh