
Bewertung: 3 / 5
Ghostface schlägt wieder zu! Nach etlichen Turbulenzen rund um die Entlassung von Melissa Barrera sowie die Ausstiege von Jenna Ortega (Barrera und Ortega waren in Scream VI zentrale Figuren) und Regisseur Christopher Landon, verlagert sich der Fokus wieder auf Sidney Prescott (Neve Campbell), die im Vorgänger aufgrund von Gehaltsstreitigkeiten sogar gänzlich fehlte. Auch Gale Weathers (Courteney Cox) ist wieder mit von der Partie, ebenso Chad (Mason Gooding) und Mindy Meeks-Martin (Jasmin Savoy Brown), die in den beiden Vorgängern zu Fanlieblingen wurden.
Die wichtigste Frage ist aber, ob sich die schwierige Entstehungsgeschichte auch negativ auf den Film auswirkt. Die gute Nachricht ist, dass das Franchise wieder mehr Spaß macht als im direkten Vorgänger. So richtig gut und spannend ist Scream 7 aber trotzdem nicht.
Trailer zu Scream 7
Scream 7 Kritik
Scream 7 beginnt, wie üblich, mit einem losgelösten Intro, in dem ein Paar im Elternhaus von Stu Macher (einer der beiden Killer im ersten Teil) übernachten möchte. Das ist mittlerweile zu einer Touristenattraktion geworden. Die beiden diskutieren, ob Stu Macher noch lebt, obwohl er mit einem Fernseher erschlagen wurde. Kurz darauf werden sie von einem neuen Ghostface-Killer umgebracht.
Die richtige Handlung beginnt in Pine Grove, wo sich Sidney als Besitzerin eines Coffeeshops ein neues Leben aufgebaut hat. Sie ist mit dem lokalen Polizeichef Mark Evans (Joel McHale) verheiratet und hat drei Kinder, wobei die beiden Jüngeren bei den Großeltern sind. Das Verhältnis mit ihrer 17-jährigen Tochter Tatum (Isabel May) ist schwierig. Sidney spricht nicht über ihre Vergangenheit und hegt, aufgrund ihrer eigenen Erfahrung mit Billy Loomis, großes Misstrauen gegenüber Tatums Freund Ben Brown (Sam Rechner), der sich übers Fenster in Tatums Zimmer schleicht. Als Sidney einen Anruf erhält, wiederholt sich das Schrecken ein weiteres Mal.
Regisseur Kevin Williamson und Guy Busick, die gemeinsam das Drehbuch schrieben, lassen die Metaebene der Reihe in den Hintergrund rücken. Zwar werden die Regeln der Fortsetzung einmal aufgegriffen, das nimmt aber keinen großen Raum auf. Stattdessen geht es vor allem um die Familiengeschichte von Sidney und ihren Konflikt mit ihrer Tochter Tatum. Das mag ein spannender Ansatz sein, allerdings funktioniert das nicht komplett.
Gerade zu Beginn wirkt der Konflikt unglaubwürdig. Denn er ist genau so aufgebaut, wie in jedem Film, in dem es einen Konflikt zwischen einem Elternteil und einem Kind gibt. Erst mit der Zeit erfahren wir die Gründe für den Disput zwischen den beiden. Tatsächlich wird er damit auch immer nachvollziehbarer, sodass sich das Ende, in dem sich Sidney und Tatum wieder näher kommen, erstaunlich echt und befriedigend anfühlt. Nichtsdestotrotz bleibt der Hauptfokus des Films sehr lange langweilig und mäßig umgesetzt.
Besser ist da schon der Umgang mit Gale, die nicht einfach wie ein Nostalgie-Köder wirkt, sondern coole Momente erhält und auch in der Familiengeschichte einen wichtigen Part übernimmt. So bekommen wir das Gefühl, dass sich die Charaktere auch im siebten Film noch entwickeln und nicht perfekt sind. Das ist auch bei Sidney zu sehen, die aber ohnehin eine größere Rolle hat. Der erste Auftritt von Gale ist aber episch.
Tatsächlich traut sich Scream 7 wieder, ein bisschen an der typischen Formel für Scream-Filme zu drehen. Mit dem Auftritt von Gale passiert nämlich etwas, das eine spannende Ausgangslage schafft und unerwartet kommt. Aus Spoilergründen verzichten wir darauf, die Situation genau zu beschreiben. Ärgerlich ist es dagegen, wie der Film das Thema KI behandelt. Es wird in Bezug auf die Mörder einige Male erwähnt, wirklich spannend ist das aber nicht. Mit dem Thema wird sich auch überhaupt nicht größer auseinandergesetzt, wie es sonst bei Meta-Themen in Scream der Fall war. Eine verpasste Chance. Die Auflösung der Mörder war übrigens ähnlich an den Haaren herbeigezogen wie in den Vorgängern, aber daran sind wir ja gewohnt.
Die Schauspieler machen ihren Job durchweg solide, manchmal wirken einige zwar etwas unauthentisch, aber nie so sehr, als dass es einen komplett aus dem Film werfen würde. Die Kills sind wieder blutig und teilweise relativ kreativ, aber auch hier sticht nichts besonders hervor. Lob verdient die Musik, der Einsatz der klassischen Themen und auch neuerer Songs funktioniert oft sehr gut, wenngleich ein oder zwei Popsongs weniger es auch getan hätten. Der Humor funktioniert in den meisten Momenten ebenfalls gut.
Fazit
Scream 7 ist ein Schritt in die richtige Richtung für das Franchise. Der Film macht nichts hervorragend, geht aber respektvoll und gleichzeitig mutig mit seinen Legacy-Charakteren um. Auch gibt es einen unerwarteten Twist, der etwas Spannung reinbringt, den der Film zu dem Zeitpunkt dringend braucht. Trotzdem bleibt es, gemessen an den ersten Teilen, eine eher schwache Fortsetzung. Fans der Reihe können sich darüber freuen, dass es wieder etwas besser als Scream VI wird. Ein unterhaltsamer Kinoabend ist aber sicherlich drin.


