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Alles Geld der Welt

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Ein Tag, ein Schicksal

Alles Geld der Welt Kritik

Alles Geld der Welt Kritik
2 Kommentare - 11.01.2018 von Moviejones
Wir haben uns "Alles Geld der Welt" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Alles Geld der Welt

Bewertung: 4 / 5

Es wäre schade, würde Alles Geld der Welt in Zukunft stets als erstes den Gedanken hervorrufen, dass dies einer der Filme war, die ein heftiges Gezerre hinter den Kulissen erlebt haben. Das würde sowohl Regisseur Ridley Scotts Vision als auch dem durchweg wundervollen Cast nicht gerecht werden. Zwar muss sich der Film den Vorwurf gefallen lassen, die Geschichte, vor allem Fakten im letzten Geschehen, als äußerst frei zu interpretieren, das schmälert jedoch nicht die stimmige Inszenierung, allen voran mit einem grandiosen Christopher Plummer und einer starken Michelle Williams.

Alles Geld der Welt Kritik

Rom, Sommer 1973. Der junge John Paul Getty III (Charlie Plummer) wird von italienischen Gangstern entführt, die von seiner steinreichen Familie 17 Mio. Dollar erpressen wollen. Doch seine Mutter Abigail (Michelle Williams) trägt nur den klangvollen Namen und könnte das Geld selbst nie aufbringen. Dies könnte ohne Probleme Jean Paul Getty (Christopher Plummer, nicht verwandt mit Charlie) bereitstellen, doch der argumentiert: "Ich habe 14 Enkel und wenn ich nur einen Penny Lösegeld bezahle, habe ich 14 gekidnappte Enkel.". So entspinnt sich ein mehrmonatiges Drama um das Leben des Jungen, das erst nach zähem Hin und Her und einem grausamen Übergriff auf John Paul Getty III endet.

Trailer zu Alles Geld der Welt

Getty. Ein Name, ein Klang. Kunstliebhaber denken an das Getty Museum, Fotoaffine an Getty Images. Kapital, Öl, Macht  - und war da nicht fast neulich ein kurzweiliger Gossip zwischen Balthazar und Sienna Miller? Doch der Getty-Clan wurde von einem dramatischen und schicksalhaften Entführungsfall um John Paul Getty III im Jahr 1973 überschattet, der zum Thema von Alles Geld der Welt gemacht wurde, aber nicht Kern der Geschichte ist. Diese fasziniert vor allem mit ihrem Blick auf Gier, Geiz, Korrumpierbarkeit und gnadenlosen Egoismus, geboren aus unfassbarem Machtbestreben.

Christopher Plummer, der im Zuge der Anschuldigen gegen Kevin Spacey dessen Rolle als Magnat Jean Paul Getty übernahm, zeigt einmal mehr, was für ein begnadeter Schauspieler er ist, der wie die perfekte Besetzung scheint. In so vielen Rollen überzeugte der kanadische Mime und so wie er einst selbst Die Dornenvögel als weitsichtiger und weiser Erzbischof adelte, so stehen seine kaltherzigen, aber unverblümten Aussagen in Alles Geld der Welt dazu in starkem, aber beeindruckendem Gegensatz. Nachdem bekannt wurde, dass Scott die Szenen mit Spacey neu drehen würde, gelang es Plummer, die Rolle des Patriarchen in kürzester Zeit mit einer arrogant-würdevollen Grandesse zu verkörpern, dass allein seine Szenen den Film zu einem Ereignis machen. Anders als im Falle von Spacey, der per Maske um ein Haar in den echten Getty verwandelt wurde, reichte offenbar die Zeit nicht aus, auch Plummer dieser Prozedur zu unterziehen. Das tut dem Ergebnis keinen Abbruch, aber amüsant ist es doch, den neueren Trailer mit dem ersten, noch mit Spacey, zu vergleichen.

Neben Plummer legt besonders Michelle Williams eine bemerkenswerte Darbietung an den Tag. Von ihr ist man starke Frauenrollen gewohnt, die hier aber einmal mehr an ihre Grenzen als Filmmutter geht und einer Situation ausgeliefert ist, die an Groteske und Dramatik fast nicht zu überbieten ist. Ein Mann, dem ein Lösegeld von 17 Mio. nicht mal ein aufgeregtes Hüsteln entlocken dürfte, weigert sich, seinen Enkel zu retten. Das obige, von John Paul Getty stammende Zitat mag nicht ganz von der Hand zu weisen zu sein, im Auge der Beteiligten - seiner Familie - dürfte Hohn aber noch ein viel zu schwaches Wort sein. Und so geht es einem häufiger während des Films, bei dem ungläubiges Beobachten der Situation nicht nur einmal in einem zynisch-ungläubigen Lachen endet und der Erkenntnis, dass weniger Geld manchmal mehr ist.

Die Inszenierung katapultiert den Zuschauer direkt in die 70er und so wie auf der einen Seite das Drama aus Sicht der Gettys betrachtet wird, so erleben wir auf der anderen Seite den Entführungsfall hautnah mit im italienischen Nirgendwo. Der junge Getty wirkt zwar nicht übersympathisch, aber das wäre auch zu viel verlangt von einem Teenager, der sich seiner Herkunft sehr wohl bewusst ist und - wäre es anders gekommen - damit auch ein Leben lang kokettiert hätte. Doch sein Schicksal besiegelte der unsägliche Tag in Rom. Man ist versucht, irgendein hehres Ziel in der Entführung zu erahnen, vielleicht irgendeinen widersinnigen Weltverbesserer-Anspruch gegen das Kapital, so wie ihn sich auch G20-Randalierer auf die Fahne schreiben. Doch da ist nichts außer purer Gier, geboren aus Armut, teils auch Pflicht gegenüber der Mafia, die Süditalien zu dem widerwärtigen und verkommenen Drecksloch machen, als dass es im Film dargestellt wird. Sicherlich haben sich Scott und die Drehbuchautoren einiges an Freiheiten herausgenommen, so wie auch so manche Fakten um Getty-Mitglieder (z.B. John Paul Getty II) und das Finale dramaturgisch deutlich abgeändert und teils romantisiert wurden. Dies nimmt dem Film nicht nur ein Stück Authentizität, auf die gerade per Setting und Kostümen so sehr Wert gelegt wird, sondern auch etwas von seiner Größe. Selbst wenn so manche Entscheidung im Film doch recht platt und absehbar wirkt, die der "gute böse Räuber" und der Twist kurz vorm Finale.

Alles Geld der Welt wird in einigen Jahren immer noch an die Probleme hinter der Kamera erinnern. Das Ersetzen von Kevin Spacey in Anbetracht der mehrfachen Anschuldigungen ist nachvollziehbar - das getroffene Pauschalurteil, das Erfüllen öffentlicher Erwartungen allein auf Basis verbreiteter Geschichten ohne jegliche Chance der Prüfbarkeit ist aber zumindest diskussionswürdig. Erfreulich vor dem überaus emotionalen Entstehungsprozess ist der treffliche Ersatz, selbst wenn bei Plummer weniger Wert auf frappierende Ähnlichkeit gelegt wurde. Was wäre aus Alles Geld der Welt mit Spacey in der Hauptrolle geworden, den man nicht mal erkannt hätte? Einen Flop wollten die Macher um alles (Geld) in der Welt vermeiden - an den US-Kassen ist das nicht gelungen.

Alles Geld der Welt Bewertung
Bewertung des Films
810
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2 Kommentare
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Zombiehunter : : Moviejones-Fan
10.02.2018 16:53 Uhr
0
Dabei seit: 21.10.12 | Posts: 1.113 | Reviews: 0 | Hüte: 26

Wieso sollte es ein Reinfall sein?

Nur ein toter Mensch ist ein guter Zombie! :)
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MisfitsFilms : : Marki Mork
12.01.2018 17:18 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 896 | Reviews: 0 | Hüte: 31

Hm. Ich hätte nach den immensen Änderungen nun erwartet, dass der Film ein Reinfall geworden ist. Liest sich gut die Kritik, kommt zurück auf die Watchlist smile

- Was wollen Sie mit zwei Kisten Seife?

- Ich ... öhm ... möchte sauber bleiben.

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