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American Sniper

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Porträt ohne Pathos

American Sniper Kritik

American Sniper Kritik
7 Kommentare - 19.02.2015 von Moviejones
Wir haben uns "American Sniper" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
American Sniper

Bewertung: 3.5 / 5

Für sechs Oscars nominiert, in den USA schon hochgelobt - nur ein US-Phänomen oder hält Clint Eastwoods (Million Dollar Baby) Scharfschützenbiographie American Sniper, was die Oscarnominierungen verheißen wollen? Reicht ein Top-Regisseur, um auch einen Militärfilm über einen Mann, der im Irak 160 Menschen innerhalb von vier Einsätzen "für sein Land" getötet hat, in Europa als große Filmkunst zu betrachten? Natürlich nicht. Aber nur ein Top-Regisseur konnte es wohl schaffen, dem Zuschauer einen Menschen nahezubringen, der einen solchen Job hat. Was es braucht, um einer der besten Sniper zu werden. Und welchen Preis man dafür zahlt.

In American Sniper bekommt Chris Kyle (Bradley Cooper) schon als kleiner Junge (Cole Konis) eine Waffe in die Hand gedrückt, sein Vater (Ben Reed), der ihm das Jagen beibringt, erkennt schnell, dass Chris ein besonderes Talent hat. Er ist es auch, der den moralischen Grundstein für die Entwicklung seines Sohnes legt, indem er Menschen in drei Kategorien aufteilt: Schafe, Wölfe und Hütehunde. Letztere seien selten, doch er will alles dafür tun, dass seine Söhne, Chris und dessen jüngerer Bruder Jeff (Luke Sunshine, Keir O'Donnell), Hütehunde werden. Der erwachsen werdende Chris merkt bald, dass ihm ein Cowboyleben nicht genügt. Erst recht nicht, wenn er in den Nachrichten sieht, was Terroristen im Irak und in den USA anrichten. Der 11. September ist das Zünglein an der Waage, das sein Schicksal entscheidet: Chris Kyle will etwas tun, um sein Land zu beschützen und entscheidet sich für die SEALs. Da er es nicht so mit Wasser hat, sind die Marines eher weniger sein Ding. Sein Talent als Scharfschütze wird jedoch schnell erkannt und Chris schafft es, schon nach dem ersten Einsatz im Irak als "Legende" gefeiert zu werden. Seine Frau Taya (Sienna Miller) bekommt jedoch zu spüren, wie der Krieg ihren Mann verändert...

Trailer zu American Sniper

American Sniper wird in den USA auch schon als bester Militärfilm aller Zeiten hochgejubelt und wurde unter anderem als Bester Film für die Oscars nominiert. Und wir können nur zustimmen, rein handwerklich hat Clint Eastwood wieder einmal bewiesen, dass er sein Fach versteht. Obwohl sich die Biographie logischerweise sehr auf Sniper Chris Kyle fokussiert, gelingt es Eastwood, die bedrohliche Kriegsstimmung authentisch wirkend und spannend auf die Leinwand zu bringen, gerade der Fokus sorgt für eine dichte Charakterinszenierung. Militärepos Fehlanzeige. Pathos Fehlanzeige. Übertriebene Militäraction nur für Schaueffekte Fehlanzeige. Gottseidank.

Dabei ist American Sniper kein Film zum sich Wohlfühlen. Einerseits lernt man Chris Kyle als einen normalen Mann und Bruder kennen, der sich verliebt, heiratet und Familienvater wird. Andererseits entscheidet er an der Waffe über Leben und Tod. Er sieht aus seiner Position, was seine Kameraden nicht sehen können, er ist das Auge, das die Situation richtig zu erfassen hat, er trägt die Verantwortung für jedes Leben, das er als Bedrohung für seine Kameraden einordnet und auslöscht. Wenn er zu lange zögert, könnte er damit das Leben seiner Kameraden riskieren. Wenn er zu früh abdrückt, hat er vielleicht das Leben eines Unschuldigen auf dem Gewissen. Das fällt doppelt ins Gewicht, wenn es sich dabei um ein Kind handelt. Doch während seine Kameraden Chris für seine zahlreichen Abschüsse hochjubeln, zählt Chris in American Sniper nicht mit, der Ruhm scheint ihm eher unangenehm zu sein, zumindest zu Beginn. Wie feierlich kann man sich auch fühlen, wenn schon sein allererster Schuss einem Kind gilt, das eine Granate trägt und damit auf seine Kameraden zuläuft? Wie feierlich kann man sich fühlen, wenn man zusehen muss, wie die eigenen Leute mitten in der Gefahr herumlaufen, man selbst aber in sicherer Entfernung hinter seinem Zielrohr liegt und für ihren Schutz sorgen muss? Nun, ganz so sicher wird es auch für Chris recht bald schon nicht mehr, denn auch die Gegenseite hat Sniper, und wie sich bald herausstellt, ist einer davon ihm gewachsen. Während also am Boden der Nahkampf tobt, kämpfen die beiden Sniper ihr ganz eigenes Psychoduell aus. Die Absurdität dieses ganz eigenen Kriegs im Krieg gelingt Eastwood, ohne große Übertreibung spannend zu gestalten.

Bekanntlich wollte Steven Spielberg, der von Warner Bros. vor Eastwood als Regisseur anvisiert wurde, aus Jason Halls Oscar-nominierten Drehbuch den Part des gegnerischen Snipers noch mehr herausarbeiten. American Sniper hat so, wie er ist, jedoch mit 132 Minuten schon eine gute Länge, das 100 Mio. $-Budget zahlt sich ebenfalls mit überzeugenden Effekten und authentisch wirkenden Szenerien im Kriegsgebiet aus. Besonders der Part während eines Sandsturms ist mit tollen Bildern inszeniert, soweit man so etwas toll nennen kann. Dass echte Navy SEALs involviert sind, zahlt sich in puncto authentische Darstellung der Militäreinsätze ebenfalls aus. Positiv ist zu bewerten, dass die Kriegsfronten nicht schwarz-weiß gemalt werden. Einerseits muss der Gegner natürlich negativ gezeichnet werden, wer wäre sonst in der Lage abzudrücken? Doch andererseits wird auch klar, dass im Krieg viele Unschuldige ihr Leben lassen.

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7 Kommentare
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Sully : : Elvis Balboa
25.07.2015 23:33 Uhr
0
Dabei seit: 29.08.09 | Posts: 10.545 | Reviews: 30 | Hüte: 538
Nun habe ich American Sniper auch endlich nachgeholt.
Der MJ Kritik kann ich mich hier eigentlich komplett anschließen.
Auch die Hutvergabe geht für meinen Geschmack in Ordnung.
Letztlich blieb für mein Empfinden nur die emotionale Seite etwas zu sehr aussen vor...Was wiederum trotz Spannung dafür sorgte, dass es letztlich "nur" ein wirklich guter 1x Anguckfilm für mich ist.


Zum Helden stilisiert der Film an sich übrigens niemanden.

Das Kriegshandlungen zwiespältig zu sehen sind, sehe ich ein...Aber hier von einem Massenmörder zu sprechen ist haarsträubend.

Im übrigen muss ich @Tim in einem bestimmten Punkt zustimmen, den ich auch schon lange schade finde.
Im Vorfeld wird oft wochenlang über einen Film diskutiert... wenn er dann draußen ist, gibt es oftmals keine Resonanz mehr...

Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst und trotzdem weiter machst!

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Umleitung : : Moviejones-Fan
13.03.2015 11:31 Uhr
0
Dabei seit: 22.10.11 | Posts: 673 | Reviews: 2 | Hüte: 16
Habe den Streifen jetzt auch auf Deutsch gesehen...Die US Fassung hat mir wesentlich besser gefallen, nicht zuletzt weil in der Deutschen Version gekürzt wurde und zwar bei Szenen, bei denen ich es nicht im geringsten nachvollziehen kann!

Na ja, ich habe schon so eine Vermutung, aber das wäre jetzt ein ganz anderes Thema und würde zu weit führen..*
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Ewan : : Dämonenfeind
05.03.2015 16:25 Uhr | Editiert am 05.03.2015 - 16:27 Uhr
0
Dabei seit: 28.12.09 | Posts: 873 | Reviews: 0 | Hüte: 8
Ich freu mich ungemein auf den Film - diesen Samstag ist es soweit.
Ich ziehe einen grossen Hut vor MJ. In der allgemeinen US-Hater Zeit all das bekannte Negative beiseite zu schieben und den Film nüchtern, sachlich und fair zu bewerten - sicher kein leichtes Unterfangen.

@ noemata

Ein Soldat, der sich an die Genfer Konventionen (Verhalten gegenüber nicht am Krieg teilemenden Personen - die Zivilisten) hält und die militärischen Richtlinien achtet - kann in keinem einzigen Fall ein Mörder sein.
Man muss das Handeln eines Soldaten nicht geil finden, nicht unterstützen oder diesen als Helden emporjubeln. Aber ein Soldat, der weitab von der Heimat seinen Jop gut macht, dem darf man Respekt entgegenbringen. Dieser Respekt darf jedem Soldaten egal welchen Landes entegengebracht werden. DAS Vaterland - dieser Begriff hat hierzulande (ich Schweiz - andere Deutschland) leider stark gelitten - in den USA ist das Vaterlanddenken noch weitgehend verbreitet und man ist Stolz auf das Tun der Soldaten - ich persönlich finde das gut. Die Einsatzbefehle der Armeeführung - ja diese kann man ohne weiteres Hinterfragen oder Verurteilen...
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Andra : : Moviejones-Fan
23.02.2015 04:38 Uhr
0
Dabei seit: 01.05.11 | Posts: 412 | Reviews: 0 | Hüte: 35
@theduke:

Ich denke, es geht nicht darum, noemata zu zwingen eine Kritik zu verfassen. Niemand muss das, ich mache das auch ungern. Aber er gehörte neben DirtyMary zu jenen, die derart vor dem Filmstart von THE INTERVIEWS gegen MJs Kritik gewettert haben, dass ich selbst sehr neugierig gewesen wäre, wenigstens eine Kritik von einem der beiden zu hören.

Gerne eine Lobpreisung, egal was, denn das war keine Diskussion, die sich da entsponnen hat, sondern einfach nur Gemecker. Und wer so tagelang wettert, der muss auch die Hose runterlassen. Ich kann nur von mir sprechen, aber ich nehme solche Leute auch nicht ernst. Klappe aufreißen kann jeder. Aber seine Meinung nach Kinostart kundtun und begründen und uns alle daran teilhaben lassen, das ist dann wieder zu viel.
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theduke : : Moviejones-Fan
22.02.2015 00:57 Uhr
0
Dabei seit: 12.11.13 | Posts: 5.431 | Reviews: 12 | Hüte: 288
@Tim
Schlag und hau mich, denn ich war einer derjenigen, die 2014 den Trailer kritisiert hatten, und zu dieser Szene die ich damals gesehen und über sie gemeckert hatte, stehe ich immer noch.

Jemand vorzuwerfen, das er keine eigene Kritik schreibt, finde ich aber auch Unfair, denn nicht jeder kann das. Trotzdem darf er doch seine Meinung sagen.
Normal sammle ich mir die gemerkten Filme und hole sie mir dann zu Feiertagen. Wenn er als DVD erscheint, werde ich ihn mir betrachten, und vielleicht fällt mein Urteil sogar enorm positiv aus.
Ein Wort kann ich aber von...
@noemata nicht verstehen.
Massenmörder? Wie kommst du auf Massenmörder?
Wer denkt im Internet kann man Punkte erlangen um der Größte zu sein, der ist im realem Leben oft der Kleinste.
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Tim : : King of Pandora
20.02.2015 11:40 Uhr
4
Dabei seit: 06.10.08 | Posts: 2.955 | Reviews: 192 | Hüte: 80
@Noemata
Ich weiß nicht wo dein Problem liegt, The Interview wurde fast überall zerrissen, hier ein bisschen mehr. Und? American Sniper erhält überall gute Bewertungen, hier auch. Wo ist das Problem?

Wie DirtyMary in dem anderen Thread, ihr meckert in einer Tour rum . Wenn ihr eine andere Meinung habt, dann schreibt doch eine eigene Kritik und stellt euch der öffentlichen Meinung! Aber dazu ist man dann wieder zu faul oder die eigene Meinung dann doch nicht mehr als ein halbgarer Satz, der einfach nur dazu dient zu meckern, meckern, meckern.

Was wurde beim Interview vorher für ein Fass aufgemacht und nach dem Kinostart? Ich hatte mich echt gefreut, nach der Veröffentlichung mal die eine oder andere eigene Kritik von euch zu lesen. Was kam? Nichts.

Nix, weil der Film das gar nicht wert war und manche Leute anscheinend lieber grundlos bashen. Mal drüber nachgedacht? Dir muss ja nicht jede Kritik schmecken, ist ja auch natürlich. Aber jedes Mal diese sinnfreien Kommentare und nix dahinter.
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noemata : : Moviejones-Fan
20.02.2015 08:46 Uhr
0
Dabei seit: 24.09.14 | Posts: 28 | Reviews: 0 | Hüte: 0
War nicht anders zu erwarten. Wie auch betr. "The Interview", haben wir wohl unterschiedliche Filme gesehen. Hier wird ein Massenmörder verherrlicht bzw. zum (ein klein wenig gebrochenen) "Helden" stilisiert.
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