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Black Swan

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Black Swan Kritik

Black Swan Kritik

Black Swan Kritik
0 Kommentare - 29.07.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Black Swan" ist.

Bewertung: 4 / 5

Die ambitionierte Tänzerin Nina (Natalie Portman) träumt davon die Hauptrolle in dem beliebten Stück Schwanensee zu erlangen. Als ihr neuer Regisseur und Trainer Thomas (Vincent Cassel) ihr die Rolle anbietet, ist sie Fassunglos vor Glück und beginnt nach und nach die Kombination aus schwarzem und weißem Swan zu verinnerlichen. Geplagt von ständigen Misserfolgen wird sie dazu noch von der intriganten Lily (Mila Kunis) - ebenfalls Mitglied des Ensembles - schikaniert und entwickelt daher paraniode Züge.

Darren Aronofsky gehört zu den Regisseuren, die einen ganz klaren Stil haben. Seine Filme Requiem for a Dream oder auch Mother! heben sich vom konventionellem Erzählstil ab, da sie nicht zwingend stringent und überschaubar sind, sondern mehr in die Richtung Mind-Fuck gehen, wie es auch ein Christopher Nolan zu tun pflegt. In Black Swan nimmt sich der Regisseur die Freiheit und inszeniert Natalie Portman als Balletttänzerin, die davon träumt zu den ganz großen zu gehören. Dieses eher klassische Hollywoodmotiv paart der Regisseur mit Kunstvollen und leicht exzentrisch anmutenden Szenen.

Trailer zu Black Swan

Während des Verlaufes verliert nicht nur die gebrechliche Protagonistin nach und nach ihren Verstand, sondern auch der Zuschauer kann etwaige Szenen nur noch Deuten. Dabei spielt der Film mit eindeutigen Symboliken, die uns einerseits eben den Gesundheitszustand von Nina verdeutlichen sollen, auf der anderen aber auch als gestreute Metaphern fungieren. Welche eben einen Ausblick auf das Ende des Filmes darstellen sollen. Dabei spielt der Film mit klaren Horrorelementen, die letzten Endes ein wenig plump geraten sind, da man sie aus meilenweiter Entfernung kommen sieht und letzten Endes pseudoverworren wirken sollen.

Hierbei ist Natalie Portmans Spiel weniger beeindruckend, als es letztendlich von der Presse gemacht wurde. Die sonst auch eher farblos wirkende Schauspielerin kann auch in dieser Rolle eher als passiver Part beschrieben werden. Zudem wird dem Zuschauer auch - wie so häufig - nicht klargemacht, warum denn überhaupt diese Form von Besessenheit besteht. So gibt es zwar hin und wieder Szenen die darauf anspielen, daß eben eine Verbundenheit zum Ballett bestünde, aber es wird nie klar ausdefiniert, was genau damit erreicht werden soll. Diese Selbstverwirklichungsform ist insofern typisch Hollywood, als das sie eben das Stigma vieler großer Filme ist. Nach dem Motto: Lebe und verwirkliche einen Traum wird hier davon ausgegangen, was alt bewährt ist, funktioniert immer.

Filme dieser Kategorie gibt es ja zu Hauf: Rocky, Forrest Gump, oder auch Der große Gatsby um mal nur ein Paar Vertreter dieser Sorte zu nennen. Das ist dann Arthaus-Kitsch möchte man meinen und auch ach so emotional.

Auf der anderen Seite funktioniert hier die Provokation eigentlich noch ziemlich gut. Denn in Zeiten von Gender-Vielfalt und der freien Entfaltung - die es glücklicherweise gibt - sind Filme wie Black Swan tatsächlich nicht mehr so Zeitgemäß. Gerade die so bekannte Sexszene zwischen Mila Kunis und Natalie Portman entspringt einem Konstrukt, daß man heute als simplen Male gaze abtun würde. Insofern handelt es sich bei diesem Film ebenfalls um ein künsterliches Unikat, da diese Art der Inszenierung maximal noch ein Lars von Trier bringen könnte. Dabei spielen Sinnlichkeit und Macht ebenfalls eine starke Rolle in der besagten Szene und sind in sofern nicht als bloße postpubertäre Tagtraumphantasie abzutun.

Zeiten ändern sich. Auch für diesen Film gilt dieses Motto wohl und so mustert sich Black Swan zu elektrisierendem Kino, daß die Schwanenseemetapher eben als mehr darstellt, als sie letztlich ist. Es ist eben nie perfekt und im Grunde weiß der Regisseur - der hier zwar eine grandiose Arbeit abgeliefert hat - auch nicht, daß das alles weniger zum nachdenken anregt als er es vielleicht kalkuliert hat. Nichtsdestotrotz sind viele Szenen künsterlich hochwertig und schauspielerisch ist das Ganze mehr als in Ordnung. Ich persönlich sehe sogar in Mila Kunis noch die stärkere Performance, aber am Ende bleibt das wie so vieles reine Geschmackssache.

Black Swan Bewertung
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810
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