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BlacKkKlansman

Kritik Details Trailer Galerie News
A very fine movie

BlacKkKlansman Kritik

BlacKkKlansman Kritik
7 Kommentare - 22.12.2018 von TiiN
In dieser Userkritik verrät euch TiiN, wie gut "BlacKkKlansman" ist.
BlacKkKlansman

Bewertung: 4.5 / 5

BlacKkKlansman ist ein Filmdrama aus dem Jahr 2018. Die US amerikanische Produktion wurde von Regisseur Spike Lee inszeniert. Die Kritik ist spoilerfrei.

Story

Zu Beginn der 1970er Jahre bewirbt sich der Afroamerikaner Ron Stallworth bei der Polizei von Colorado Springs. Nach anfänglich weniger spannender Arbeit im Archiv und mit vielen rassistischen Anspielungen im Revier kommt Ron zu der Möglichkeit, als verdeckter Ermittler bei einer Kundgebung eines schwarzen Bürgerrechtlers teilzunehmen.
Anschließend entdeckt Stallworth in Zeitungsinserat einer Gruppierung des Ku-Klux-Klans und ruft direkt an. Durch sein überzeugendes Auftreten am Telefon kann er das Interesse des Gruppenleiters für sich gewinnen. Dieser möchte ihn treffen, als Afroamerikaner hat Ron jedoch für eine Infiltration schlechte Karten. Stattdessen vertritt ihn sein Kollege Flip Zimmerman. Gemeinsam (Ron am Telefon, Flip bei Treffen) arbeiten sie Undercover und versuchen die Gruppe zu infiltrieren.

Kritik

BlacKkKlansman erschien bereits im August in Deutschland im Kino und war für viele eher unter dem Radar. Für einen klassischen Oscarfilm kam er viel zu früh, für die großen Blockbuster zu spät. Zeitgleich sorgte der heiße Sommer 2019 sicherlich auch für wenig Kinolaune.

BlacKkKlansman ist ein Film, der sich mit dem Thema Rassismus in Amerika auseinander setzt, ein Thema, was schon unzählige Male sowohl in Film und Fernsehen durchgekaut wurde. Aber Regisseur Spike Lee nutzt hier einen scheinbar großartigen Weg um dem Zuschauer das Thema näher zu bringen. Denn BlacKkKlansman ist äußerst humoristisch geschrieben und eingefangen worden. Damit ist kein Slapstick gemeint, sondern gesunde Situationskomik, welche oft in Satire mündet. Von Beginn an muss man immer wieder schmunzeln. Dabei verkommt der Film aber nicht zur Lachnummer, denn die Ernsthaftigkeit der Thematik ist immer präsent.

Die Hauptrolle spielt der eher unbekannte John David Washington, welcher mit seiner Erscheinung das nötige Selbstbewusstsein vor die Kamera bringt, um zwischen Humor und Seriosität zu springen.

Ihm zur Seite steht Adam Driver, bekannt als Bösewicht Kylo Ren aus der neuen Star Wars Trilogie. Als Flip Zimmerman an der Seite von Ron Stallworth kann Adam Driver abseits des Effektgewitters zeigen, was für ein großartiger Schauspieler er ist. Dabei bedient er keine klassischen Preisverleihungsklischees (krank) sondern spielt in jeder Sekunde voller Überzeugung einen Undercover Cop, der diverse rassistischen Handlungen vollziehen muss und dabei so wirkt, als wäre es das normalste auf der Welt. Zwischendurch gibt es Szenen, da denkt man: „Das kann er nicht bringen.“ aber er tut es. Ein ganz starkes Schauspiel.

Weiterhin erwähnenswert ist die kleine aber feine Rolle von Ryan Eggold, als Gruppenleiter der Klan-Gruppierung. Die weiteren Schauspieler erledigen ihre Aufgaben ebenfalls sehr gut und authentisch, aber Washington und ganz besonders Driver sind hervorzuheben.

Auch wenn der Film auf Slapstick-Humor verzichtet, so wirken die Inszenierungen von einigen Mitgliedern der Ku-Klux-Klans Gruppierung hier und da etwas zu klischeehaft. Weil das jedoch immer nur Einzelpersonen betrifft, fällt das nicht groß ins Gewicht. Der Film weiß immer wieder mit unterschiedlichen Intensitäten politische Statements zu setzen oder auch zu hinterfragen. Ein sehr schönes Beispiel findet man in etwa in dem Slogan "America First".

Ohne groß darauf eingehen zu wollen ist vor allem das Ende von BlacKkKlansman ein starkes Statement. Denkt der Zuschauer in den letzten Minuten, er sei auf der Feel Good Bahn gelandet, bekommt man in den letzten Szenen nochmal die schreckliche Realität an den Kopf geknallt.

Die Kunst den Spagat zwischen verschiedenen Gefühlswelten und Emotionen so gut zu meistern ist Regisseur Spike Lee zuzuschreiben. Der Mann hat in der Vergangenheit schon mit Do the Right Thing, Malcom X oder auch Inside Man gezeigt, dass er starke Filme inszenieren und schreiben kann.

Das Jahr ist fast zu Ende und BlacKkKlansman ist meiner Meinung nach der beste Film des Jahres. Diese Position nimmt der Streifen vor allem durch das Einfangen verschiedener Gefühlslagen, einer tagesaktuellen Thematik und schauspielerischen Glanzleistungen ein.

BlacKkKlansman Bewertung
Bewertung des Films
910
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7 Kommentare
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TiiN : : Pirat
23.12.2018 01:37 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.064 | Reviews: 100 | Hüte: 151

Danke schön für die Hüte an euch beide smile Freut mich, dass der Film, welcher schon ein paar Monate auf dem Buckel hat noch ein bisschen für Diskussion und Anklang sorgt.

MJ-Pat
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MB80 : : Cheddar Goblin
22.12.2018 23:39 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 432 | Reviews: 12 | Hüte: 33

TiiN:

Schöne Kritik, deckt sich so mit meinen Beobachtungen. Einer der stärksten Filme des Jahres, ich habe definitiv einiges verpasst aber in der Top 10 wäre er mit Leichtigkeit. Ein paar Bemerkungen, keine Gegenkritik:

“BlacKkKlansman ist ein Film, der sich mit dem Thema Rassismus in Amerika auseinander setzt, ein Thema, was schon unzählige Male sowohl in Film und Fernsehen durchgekaut wurde.“

Aber dennoch ein aktuelles, besonders in Zeiten von Donald fucking Trump. Aber auf die Aktualität gehst du ja in der Erwähnung der letzten Szene auch ein.

“Dabei verkommt der Film aber nicht zur Lachnummer, denn die Ernsthaftigkeit der Thematik ist immer präsent.“

Das war einer der stärksten Punkte des Filmes, dass er diese Verquickungen von Satire mit der Ernsthaftigkeit des Themas schafft. Ich glaube dafür gibt es keine exakte Formel, nur sensibles Vorgehen, und das hat Lee hier bewiesen.

„Ohne groß darauf eingehen zu wollen ist vor allem das Ende von BlacKkKlansman ein starkes Statement.“

Auch das Ende fand ich ganz groß, unsubtil, alarmiert, unsentimental, unversöhnlich, schockiert... Ein „wake up call“ an der Stelle, wo die meisten ein happy end erwarten würden. Exzellent.

Meine Lieblingsszene, die ich auch in meiner Kritik angesprochen hatte, haben Eli4s und Silencio schon erwähnt... smile

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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Silencio : : Moviejones-Fan
22.12.2018 22:09 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 1.084 | Reviews: 44 | Hüte: 101

TiiN:

Ich fand den Streifen auch sehr gut und Adam Driver darf (mal wieder) beweisen, dass er in den "Star Wars"-Filmen schlichtweg unterfordert ist. Gibt einen hut. ;)

eli4s:

"Am meisten/hauptsächlich im Gedächtnis blieben mir vor allem die eine Parallelmontage, wo dieser alte Mann von seinen Erlebnisse erzählt und das Ende. Also immer da, wo man den Bogen schlägt von Vergangenheit zu Gegenwart, von Film zu Realität."

Das ist meine absolute Lieblingssequenz in dem Film, die sich ja dann am Ende so "schön" spiegelt. Wie da die Narative des Klans gegen die Wirklichkeit gestellt wird, das war schon ziemlich clever.

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eli4s : : Moviejones-Fan
22.12.2018 20:08 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 1.956 | Reviews: 29 | Hüte: 46

@TiiN

also damals habe ich ihm 4 von 5 hüten gegeben. Aus der Ferne würde ich vielleicht noch nen halben Hut runtergehen, wer weiß. Aber ich kann schon nachvollziehen, warum viele den Film noch deutlich besser sehen. In jedem Fall ein wichtiger Film.

Ich empfand das Jahr letztlich stärker als 2017. Hoffe, du findest doch noch das ein oder andere Highlight.

Grüße

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TiiN : : Pirat
22.12.2018 19:30 Uhr
1
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.064 | Reviews: 100 | Hüte: 151

@eli4s

Danke für deinen Kommentar, wie gut siehst du den Film denn - in Zahlen ausgedrückt?

Ich kann gut verstehen, dass der Film hier einen Weg versucht, welcher vielleicht nicht bei jedem Zuschauer Begeisterungsstürme hervor bringt.
Von einem Meisterwerk möchte ich hier auch nicht sprechen, aber für das Jahr 2018 war es für mich der stärkste Beitrag. (auch wenn mir noch der eine oder andere Film fehlt)

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eli4s : : Moviejones-Fan
22.12.2018 17:56 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 1.956 | Reviews: 29 | Hüte: 46

@Tiin

der Grund, weshalb ich den Film nicht ganz so gut seh, ist, dass er meines Erachtens eben kein rundes Paket ist. Der macht Gewisse Dinge unglaublich gut, insbesondere wenn er den Finger in die Wunde legt. Am meisten/hauptsächlich im Gedächtnis blieben mir vor allem die eine Parallelmontage, wo dieser alte Mann von seinen Erlebnisse erzählt und das Ende. Also immer da, wo man den Bogen schlägt von Vergangenheit zu Gegenwart, von Film zu Realität. Stimme dir voll zu, was Adam Driver angeht.

Das Problem sah ich eher darin, wie er seine deutlichen Standpunkte in diesen nicht ganz so spannenden Crimeplot packen muss - und dass die unglaubliche Prämisse nicht wirklich weit trägt. Fand den Film weit weniger lustig, als gedacht. Und ja die weißen sind schon ziemlich klischeehaft dargestellt...

Ein guter Film sicher, aber doch ein gutes Stück entfernt von einem Meisterwerk wie "Do the right thing".

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TiiN : : Pirat
22.12.2018 00:17 Uhr
1
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 4.064 | Reviews: 100 | Hüte: 151

Für mich eine große Überraschung und wirklich der stärkste Film des Jahres (ein Jahr, was zugegeben nicht ganz so stark war). Der Film ist ein rundes Paket, was einerseits leicht zugänglich und verträglich ist, andererseits aber harte Statements setzt und manchen Leuten die Augen öffnen kann.

Eigentlich wollt ich die Kritik etwas zurückhalten weil gerade alle über Aquaman reden, aber was solls smile

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