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Braveheart

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Für Braves und Hearts

Braveheart Kritik

Braveheart Kritik
3 Kommentare - 10.12.2014 von TomStone
In dieser Userkritik verrät euch TomStone, wie gut "Braveheart" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

Wenn man Kenner der Geschichte und Fakten dieser Begebenheiten ist, dann werden einem die Ungereimtheiten in Chronologie und historsche und faktische Fehler womöglich auffallen. Wen das Abweichen von Tatsachen aber nicht stört, den erwartet hier ein knapp 3 stündiges opulentes Machwerk von ausgesprochener Brutalität und Rachedurst. Der Film will unterhalten und keine Dokumentation des dunklen Zeitalters sein. Wer sich diesen Film ansieht und sich gut in Bilder hineinversetzen kann, wird für die Dauer der Zeit Schotte sein! Man fühlt sich ihnen verbunden, ebenso wie man eine Abneigung den Engländern ihrer Taten wegen verspürt. Ich weigerte mich lange diesen Film zu sehen. Schon allein, da mir Mel Gibson unglaubwürdig mit seiner hochtupierten Fönfrisur erschien. Das war mir der falschen Tatsachenentsprechung zu viel. Beinahe schon dazu gedrängt ihn endlich zu sichten, machte ich mich auf die abenteuerliche Reise, die mich ins 13/14 Jhd. führen sollte. Und dieses gelang diesem Film mit einer sehr guten Umsetzung von Umgebung, Klangatmosphäre und aufzeigen der mittelalterlichen Dorfalltäglichkeit in einem für mich überraschenden Maß. Die Schauplätze könnten schöner und authentischer nicht sein. Es kam sehr ursprünglich rüber. Die Kälte die die Winde Schottlands einem sicher eisig unter die Haut in die Knochen fährt, sprang auf einen selbst über und man wünschte ein weiteres Fell überziehen zu können. Die Hintergrundmusik erinnert einen zwangsläufig an Titanic. Wer das differenzieren kann, muss sich nicht dauernd vorstellen DiCaprio kommt um die Ecke geritten. Sehr flairvolles Schottland Feeling. Die allseits beliebten Kilts sollten in dem Zeitalter noch nicht mal bekannt gewesen sein. Erst in ungefähr 300 Jahren traten sie auf. Die blaue Farbe, die hier als Kriegsbemalung dient, soll schon seit gut 1000 Jahren nicht mehr verwendet worden sein. Auch die geächteten Melodien auf den geächteten Instrumenten sollen hier viel zu früh zum Einsatz gekommen sein. Die waren erst einige Jahrhunderte später geächtet. Das sind aber Sachen, die fallen einem nicht auf. Die erliest man sich, wenn man sich weiter über das Thema informiert. Ein leichter Nachgeschmack von: Die wollten mich für dumm verkaufen, bleibt aber doch hängen. Was eher lustig dagegen anzusehen ist, sind offensichtliche filmische Makel, wie die unechten Pferde die öfter mal getötet werden (auch öfter mal das selbe Pferd) um an deren Reiter zu kommen, die wabelnden Waffen, die wenn man genauer hinsieht sie als Gummi-Spielzeug enttarnt, die sozusagen wie das Gras im Wind wehen. Wortwitz fehlt hier auch nicht. Um die Dramatik und Stimmung sporadisch etwas anders zu ordnen vernimmt man oft Sarkasmus in den Dialogen. Dieses wurde nicht übertrieben und deplatziert hineingepackt um einen auch nicht völlig aus dieser Gemütsverfassung zu holen. Eine unbeabsichtigt witzige Szene, ist als sich der Onkel von William (Gibson) ihm sich ganz Vader-like vorstellt: William! Ich bin Dein Onkel, ARGYLE!! Das ist weniger Wortwitz, als eine harte Aussprache, jedoch klingt das auf Deutsch so obszön(!), dass man sich Lachen, oder zumindest ein Grinsen nicht verkneifen kann. Die Schlachten, vor allem die erste die stattfindet, könnte man spannungsreicher und bildgewaltiger nicht inszenieren. Könnte man schon, doch was dabei rauskommen würde, wäre ein Vorfahre heutiger Massenschlachten im Film, wo meist tausende aufeinander zustürmen und die Computereffekte die Massenversammlung gekonnt unecht in Szene setzen würde. Man würde nicht erkennen wer wen gerade gemeuchelt hat. Das Blut würde sich in Fluten aufmachen aus diesem Zusammentreffen zu fließen, ohne dass man ein einziges Schwert intensiv in den Körper des Feindes eintauchen sehen würde. Ganz anders hier. Man sieht ohne überflüssiges Kameragewackel, sodass einem schlecht wird, wer gegen wen kämpft, wie brutal getötet wird und oft auch die Auswirkungen des tödlichen Hiebes mit Schwert, Axt, oder Speer. Alles sehr detailliert gemacht, eine „übersichtliche“ spannende Schlacht. Daran kann man symbolträchtig festmachen, was dieser Film aussagt. Eine Ein-Mann-Auflehnung, wenn sie ehrgeizig genug ist kann ganze Kriege auslösen. Manche sehen ihn als Fehlbesetzung in der Hauptrolle, doch Mel Gibson gibt dem Film erst seine kultige Note. Er trägt den ganzen Film, doch hat er auch sehr gute Unterstützung. Viele bekannte Gesichter die diesem Epos gerecht werden. Wenn man diese Schauspieler aber nicht vorher schon kannte, wird zwar ihr Spiel während des Filmes überzeugen, jedoch danach werden sie wieder unsichtbar. Erinnerung bleibt wohl einzig an Gibson hängen. Fazit: Der Passion Christi Vorläufer, beantwortet auf humorvolle Weise, was und ob man etwas unter dem Kilt trägt, obwohl es diese noch gar nicht geben durfte. Dem effektvollen pathos Epos, manchmal glaubwürdiger, manchmal nicht verzeiht man der spannenden und packenden Story, vor allem Umsetzung wegen sehr viel und freut sich ein monumentales Werk gesehen zu haben, dass ebenso blutig-brutale Szenen im Splatterformat liefert, wie auch emotionale Augenblicke, die einem vor allem als nahe am Wasser gebaute Frau mit Taschentuchpackung gefallen werden. 9/10 Ein dramatikschwangerer mitreissend-patriotischer Film, der oft auch zu überraschen weiss. Liebhaber dieses Genres werden ihn lieben. Manch anderer wird die stetig anwesende Inbrunst, Theatralik und das sich Präsentieren Gibsons als Übermensch leicht auf die Nerven gehen. Oft schmalzig, doch trotzdem erhaben. Eine gelungenes Meisterwerk und eine Perle des damaligen Jahrzehnts. Für Fans von: Robin Hood, Der mit dem Wolf tanzt, Der letzte Mohikaner, Ritter aus Leidenschaft, Troja, King Arthur, Last Samurai.

Braveheart Bewertung
Bewertung des Films
910
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3 Kommentare
MJ-Pat
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sid : : Luftanhalter
15.12.2014 00:52 Uhr
0
Dabei seit: 01.10.12 | Posts: 1.452 | Reviews: 17 | Hüte: 47
@ TomStone

Auch ich lese Deine Kritiken gerne und dem Fazit stimme ich ebenfalls zu. Nur will ich nicht wissen (oder eigentlich doch), wie Du über einen Film schreibst, dem Du einen Punkt geben würdest und nicht 9 von 10 ;).

Eine Sache möchte ich noch mehr generell für Interessierte sagen:
Leider hab ich Braveheart nicht im Kino gesehen, sondern erst Jahre später auf DVD, trotzdem hat mich wie einige andere hier anschließend ein gewisses Schottland-Fieber befallen. Jedenfalls bin ich freiwillig in die Stabi gegangen und hab mir einige englischsprachige Bücher zu William Wallace und Co. rausgesucht und auch nicht nur schottische ;).
Klar hat der Film seine Fehlerchen (aber mit welcher Farbe die sich bemalt haben, ist mir doch egal) und auch mind. eine große historische Abweichung, nämlich diese zweite Liebesgeschichte - die beiden könnten sich zwar mal am frz. Hof begegnet sein, aber der Altersunterschied ist einfach, äh, auffallend groß ;).
Was aber recht genau dargestellt wurde, sind die Grundzüge des schottischen Freiheitskampfes, zum Beispiel die Schlachten, u.a. der Sieg bei Bannockburn, der tatsächlich ich glaube 300 unabhängige Jahre gebracht hat, dass Robert the Bruce tatsächlich König wurde und bis heute verehrt wird, die Darstellung von Edward dem I. und II., die Hinrichtung usw.
Bei ein paar anderen Sachen merkt man, dass jemand die Geschichte sehr gut kannte, aber sagen wir, für den Film "verbessert" hat.
Insgesamt war Braveheart trotzdem einer der wenigen Filme, wo ich beim Nachlesen über bestimmte Ereignisse nicht enttäuscht wurde, vor allem, wenn man die Lebensgeschichte von Robert the Bruce weiterliest.

Und zum Wallace Monument muss ich auch noch hin;).
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Sully : : Elvis Balboa
11.12.2014 14:35 Uhr
0
Dabei seit: 29.08.09 | Posts: 10.544 | Reviews: 30 | Hüte: 538
Ich kann Euch in Sachen Braveheart nur beipflichten! Bei mir befindet er sich seit Erscheinen in meiner All-Time Top Ten. Ungeachtet der historischen Ungenauigkeiten (z.B. war die von Sophie Marceau gespielte Figur in der Zeit noch ein Kind...das Wallace nie getroffen hat. Wallace trug übrigens im wahren Leben einen Vollbart...aber das wollte sich Gibson wohl nicht antun ;) ) handelt es sich um ein großes, zeitloses Meisterwerk.
2 Jahre nach dem Kinostart habe ich in Schottland die Originalschlachtfelder und das Wallace Monument besucht (das ist ein Turm mit Wallace Museum) Dort ist auch ein Schwert ausgestellt, welches das Originalschwert, des echten Wallace sein soll. Das war schon ein geniales Gefühl!

Es kommt im Leben nicht darauf an wie viel Du austeilst, sondern darauf wie viel Du einstecken kannst und trotzdem weiter machst!

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Tim : : King of Pandora
11.12.2014 12:07 Uhr | Editiert am 11.12.2014 - 12:07 Uhr
0
Dabei seit: 06.10.08 | Posts: 2.930 | Reviews: 192 | Hüte: 79
Der Film ist heute wie damals grandios und so kompromisslos wie kaum ein anderer Film. Schade, dass solche Filme wie Braveheart inzwischen nicht mehr existieren. Kaum ein Studio würde sich es trauen diesen realistischen Gewaltgrad darzustellen, wo doch nur noch $$$ interessieren.

Sehr schöne Kritik, bitte mehr davon.
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