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Das Versprechen eines Lebens

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Gelungenes Spielfilmdebüt

Das Versprechen eines Lebens Kritik

Das Versprechen eines Lebens Kritik
0 Kommentare - 07.03.2015 von Moviejones
Wir haben uns "Das Versprechen eines Lebens" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Das Versprechen eines Lebens

Bewertung: 4 / 5

Der Australier Russell Crowe gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten und vor allem fähigsten Darstellern weltweit, der einst den Oscar für seine Darstellung in Gladiator erhielt und inzwischen auf eine Vielzahl an Auszeichnungen zurückblicken kann. Hin und wieder versucht sich Crowe auch als Regisseur - bisher wurden nur Dokumentationen von ihm veröffentlicht - doch mit Das Versprechen eines Lebens präsentiert er nun seinen ersten abendfüllenden Spielfilm. Keine leichte Kost, die uns erwartet, werden wir hautnah mit dem Elend des Ersten Weltkriegs (1914 - 1918) konfrontiert, das aber fernab von Tanneberg oder Verdun, sondern auf der Halbinsel Gallipoli.

Während des Ersten Weltkrieges kämpfen auch australische Männer in den Schlachten, die Europa zerreißen, darunter die drei Söhne des Farmers Joshua Connor (Crowe). Arthur, Henry und Edward sterben in der Schlacht um Gallipoli, was ihre Mutter später in den Selbstmord treibt. Joshua macht sich daraufhin auf den schweren Weg in die Türkei, um die sterblichen Reste seiner Söhne zu überführen. In Istanbul angekommen, lernt er die reservierte Ayshe (Olga Kurylenko) und ihren liebenswerten zehnjährigen Sohn Orhan (Dylan Georgiades) kennen, die selbst Verluste betrauern müssen. Doch als Joshua auf den türkischen Major Hasan (Yilmaz Erdogan) trifft, muss er erkennen, dass der einstige Feind seiner Söhne nun seine einzige Hilfe ist, um seinem Ziel näherzukommen...

Trailer zu Das Versprechen eines Lebens

Russell Crowes Regiedebüt also. Mit Das Versprechen eines Lebens ist ihm ein sensibler Film gelungen, der uns in eine Zeit entführt, in der Europa vom Krieg zerrüttet ist und nach Kriegsende in vielen Staaten instabile Zustände herrschen. Der Film basiert auf der Idee und dem Drehbuch von Andrew Anastasios (und Andrew Knight), der sich der Geschichte Australiens annähern wollte und einst einen Brief des australischen Kriegsveteranen Cyril Hughes - im Film gespielt von Jay Courtney (Spartacus, Terminator Genisys) - entdeckte. In diesem fand sich ein Satz über einen "alten Australier, der kam, um seine Söhne zu finden" - und dieser inspirierte Anastasios über alle Maßen.

Zwar ist der Krieg vorbei, aber wir werden in ein Land entführt, das dramatische interne Querelen auf dem Weg zu einer modernen Republik unter Mustafa Kemal Atatürk ausficht und noch lange nicht zur Ruhe gekommen ist. Punktuell und sehr effektiv werden Szenen von der Schlacht um Gallipoli eingestreut, die das ganze Elend des Krieges zeigen. Wir haben keinen Kriegsfilm im typischen Verständnis vor uns, aber nicht weniger gemahnt der Anblick von Tod und Leid, allein hier von Tausenden junger Männer, an die Unsinnigkeit des Krieges. Crowe versteht es, ruhige Momente in Istanbul mit dramatischen Momenten zu verknüpfen und hält sich dabei nicht zu lange mit Einleitungen oder Szenen auf. Insgesamt wirkt Das Versprechen eines Lebens mit seinen 111 Minuten dabei harmonisch und nicht zu lang.

Crowe in der Hauptrolle ist auch eine sensible und eindringliche Darstellung des Mannes gelungen, der diese furchtbaren Schicksalsschläge ertragen muss und dennoch tapfer weitermacht. An seiner Seite überzeugen eine Reihe bekannter Darsteller, darunter selbstredend viele Australier wie Jai Courtney (einer der wenigen Männer, denen ein Schnauzbart steht), Isabel Lucas als Dirne Natalia in einer kleinen Nebenrolle, Jacqueline McKenzie als Joshuas Ehefrau sowie Dan Wyllie als Captain Charles Brindley. Vergessen wir nicht die Ukrainierin Olga Kurylenko, die sich als Ayshe erst nach und nach für Joshua erwärmen kann, nachdem sie sein Schicksal kennt. Demgegenüber sind besonders Yilmaz Erdogan und Cem Yilmaz zu nennen, die einst im Krieg fochten und später erkennen, dass Joshua Connor niemanden außer ihnen hat, der ihm helfen kann. Menschlichkeit über Kulturen und Grenzen hinweg - eine wundervolle Aussage, die an so mancher Stelle durchscheint.

Natürlich kann man dem Film vorwerfen, ein klein wenig absehbar zu sein und romantische Töne mit Kriegsgewitter zu vermischen. Aber Crowe gelingt es, nicht ins Pathetisch-Kitschige abzudriften, selbst wenn eine oder andere Szene  zu Tränen rühren kann. Inwiefern so manche "Eingebung" auf seiner Suche erklärbar ist, macht vor allem der Originaltitel The Water Diviner ("Der Wünschelrutengänger") klar. Wir können Das Versprechen eines Lebens auf jeden Fall empfehlen, selbst wenn man für solche Filme immer in der richtigen Stimmung sein muss. Ein Touch Der Soldat James Ryan im Orient? So einfach ist es dann doch nicht.

Das Versprechen eines Lebens Bewertung
Bewertung des Films
810

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