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Der Hypnotiseur

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Der Hypnotiseur Kritik

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Der Hypnotiseur Kritik
0 Kommentare - 15.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Der Hypnotiseur" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Als die Leiche eines Familienvaters am Stadtrand von Stockholm gefunden wird, wird Kommissar Joona Linna (Tobias Zilliancus) mit dem Fall betraut. Wie er herausfindet, handelt es sich um ein wahres Massaker, denn bis auf einen verstörten Sohn, hat kein Familienmitglied die Tat überlebt. Der verhaltensauffällige Sohn ist jedoch nicht in der Lage Auskunft zu geben, weswegen der Hypnotiseur Erik Maria Bark (Mikael Persbrandt) hinzugezogen wird. Mithilfe einer Hypnose erhofft man sich, den Fall aufzuklären. Doch das bringt eine Lawine ins Rollen, die auch Bark und seine Frau Simone (Lena Olin) ins Spiel bringt.

Natürlich inszenatorisch sauber und dicht, ähnlich wie auch das Schauspiel zu überzeugen weiß. Doch es sind Nuancen, die für sich genommen durchaus zu überzeugen wüssten. Ein verschwindendes Kind, eine zerrüttete Ehe, brutale Morde, Medikamentenabhängigkeit. Ja, daß ist schon etwas. Nur fragt der Film zu selten, was das eine mit dem anderen zu tun haben sollte. Klar, man kann den Einfluss auf Ermittlungen sicherlich deutlicher machen und die Menschlichkeit im Ermittler hervorheben, wenn er denn Ecken und Kannten hat. Doch Halström ist erstaunlich schlecht darin, diese übergeordneten Zusammenhänge irgendwie zu verbinden. Vielleicht dachte man im Fall von Der Hypnotiseur auch, daß es schon reicht, das einfach zu zeigen. Damit hat man also einzelne Versatzstücke, die auch schauspielerisch eben für jene Künstlerinnen und Künstler viel hergeben, doch es ist eben kein Gesamtbild erkennbar. Hin und wieder sind es auch so Gedanken, die einfach von vorneherein Quatsch sind. So anhand der Prämisse, daß der Film nämlich um die Feiertage herum spielt. Die Annahme hier, daß es sich dabei nicht um einen Zufall handelt, ist aber komplett falsch. Gute Filme nehmen ihre Ausgangslage und auch mit Weihnachten den Tod zu verbinden, wäre zwar nicht die originellste, aber anhand der Melancholie sicherlich eine brauchbare Idee gewesen. Doch auch da scheitert Der Hypnotiseur auf allen Ebenen. Alles was es dem Zuschauer jedenfalls entlockt, ist, daß er sagt „Oh, das spielt an Weihnachten. Na gut.“

Trailer zu Der Hypnotiseur

Und wie in einer Magier-Show wird dann eine Lösung der ganzen offenen Fragen aus dem Hut gezaubert. Ob der Film damit sogar unweigerlich zugibt, daß er irgendwie absurd ist, sei an der Stelle mal dahingestellt. Der Film befasst sich vielleicht auch hin und wieder mit dem Wert des Lebens. Ein Mensch im Koma, der dann dienliche Hinweise für alles haben soll. Daß ist Science-Fiction und eben absurd. Aber das wussten wir ja bereits. Die Frage, die hier eben aufkommt, ist, warum schreibt man das so? Klar, es ist ein Wunschdenken irgendwo, daß man doch eine Person haben möchte, die in einer solchen Situation ihres Lebens alle passenden Antworten parat hat. Doch das ist eben nicht die Wahrheit und die sucht man ja in solch düsteren Filmen schon.

Atmosphärisch und dicht, wie gut gespielt ist Der Hypnotiseur. Damit kann er lange überzeugen, doch ab einem gewissen Punkt wird es einfach albern. Familien zu dekonstruieren ist nicht originell und schreckliche Morde hat man auch in anderen bereichern zuhauf gesehen. Perlen vor die Säue.

In der breiten Masse übersättigter Zuschauer von flachen Krimis hat insbesondere der sogenannte skandinavische Krimi einen guten Ruf. Düster, melancholisch, mit Blick auf jede Abartigkeit des Lebens im Sinne subtiler, psychischer Gewalt. Solche Filme finden sich dann vor allem im Spätprogramm der öffentlich-rechtlichen Sender wieder. Daß das alles einen Ursprung hat und die Form in jedem Belang sicherlich erzählt wurde, merkt man auch an Lasse Halströms Der Hypnotiseur. Und er legt, im Sinne von Pseudo-Shakespeare einen großen Fokus auf die Familie. Sicherlich das, womit man die breite Masse am ehesten bekommen kann. Hier wird sie also, auch eben ob des Genres, in jeder Form dysfunktional gezeichnet. Ein schrecklicher Mord, ein einziger Überlebender im Koma und die Frage, wie das passieren konnte. Damit erweist sich der Film schon zu Beginn als recht klar und man verliert dann im weiteren Verlauf so ein wenig den Fokus aus den Augen, als es dann um eine andere Familie geht. Wie man es auch dreht und wendet, die Blutsverwandtschaft ist alles und damit ist auch klar, wie viel Abgründe im Stammbaum stecken könnten. Sollte ja zumindest fast jeder Deutsche wissen, nicht wahr?

Es findet sich dann parallel in Der Hypnotiseur ein Handlungsstrang über eine gescheiterte Familie, eine Ehe und so weiter und so fort. Narzisstisches Gehabe, um den bösen Vater, der einen Seitensprung wagte. Das geht natürlich nicht und ist im Hinblick darauf, daß zerstörte Familien ohnehin Teil der Geschichte sind, nicht tragbar. Wie das eine zum anderen findet, daß weiß das Drehbuch von Paolo Vacirca nicht zu beantworten und generell ist das Beantworten von Fragen auch nicht gerade die Stärke des Films. Es liegt natürlich ob der Prämisse schon eine gewisse Anspannung und Melancholie im Raum. Das ist eben anhand der Taten, die den Auslöser darstellen auch nicht anders erwartbar und so kann der Film in solchen Momenten ob der reinen Atmosphäre auch überzeugen. Schwierig wird es dann überhaupt, die Prämisse zu verkaufen. Denn ehrlich gesagt ist Hypnose als Thema doch nichts, was man wirklich ernsthaft in einen so düsteren Thriller packen kann. Daß reißt hier zwar auch nicht wirklich raus, aber es irritiert, wenn man von brutalen Morden spricht und dann auf so eine Pseudo-Technik zurückgreift. Unterdessen ist das Werk vielleicht auch nicht allzu gut konzipiert. Denn falsche Fährten oder ein größeres Ganzes, wie etwa in Das Bourne Ultimatum (2007) kommen hier nicht zutage. Es ist intim gehalten, aber damit als große Geschichte auch nicht zu verstehen.

Natürlich inszenatorisch sauber und dicht, ähnlich wie auch das Schauspiel zu überzeugen weiß. Doch es sind Nuancen, die für sich genommen durchaus zu überzeugen wüssten. Ein verschwindendes Kind, eine zerrüttete Ehe, brutale Morde, Medikamentenabhängigkeit. Ja, daß ist schon etwas. Nur fragt der Film zu selten, was das eine mit dem anderen zu tun haben sollte. Klar, man kann den Einfluss auf Ermittlungen sicherlich deutlicher machen und die Menschlichkeit im Ermittler hervorheben, wenn er denn Ecken und Kannten hat. Doch Halström ist erstaunlich schlecht darin, diese übergeordneten Zusammenhänge irgendwie zu verbinden. Vielleicht dachte man im Fall von Der Hypnotiseur auch, daß es schon reicht, das einfach zu zeigen. Damit hat man also einzelne Versatzstücke, die auch schauspielerisch eben für jene Künstlerinnen und Künstler viel hergeben, doch es ist eben kein Gesamtbild erkennbar. Hin und wieder sind es auch so Gedanken, die einfach von vorneherein Quatsch sind. So anhand der Prämisse, daß der Film nämlich um die Feiertage herum spielt. Die Annahme hier, daß es sich dabei nicht um einen Zufall handelt, ist aber komplett falsch. Gute Filme nehmen ihre Ausgangslage und auch mit Weihnachten den Tod zu verbinden, wäre zwar nicht die originellste, aber anhand der Melancholie sicherlich eine brauchbare Idee gewesen. Doch auch da scheitert Der Hypnotiseur auf allen Ebenen. Alles, was es dem Zuschauer jedenfalls entlockt, ist, daß er sagt „Oh, das spielt an Weihnachten. Na gut.“

Und wie in einer Magier-Show wird dann eine Lösung der ganzen offenen Fragen aus dem Hut gezaubert. Ob der Film damit sogar unweigerlich zugibt, daß er irgendwie absurd ist, sei an der Stelle mal dahingestellt. Der Film befasst sich vielleicht auch hin und wieder mit dem Wert des Lebens. Ein Mensch im Koma, der dann dienliche Hinweise für alles haben soll. Daß ist Science-Fiction und eben absurd. Aber das wussten wir ja bereits. Die Frage, die hier eben aufkommt, ist, warum schreibt man das so? Klar, es ist ein Wunschdenken irgendwo, daß man doch eine Person haben möchte, die in einer solchen Situation ihres Lebens alle passenden Antworten parat hat. Doch das ist eben nicht die Wahrheit und die sucht man ja in solch düsteren Filmen schon.

Atmosphärisch und dicht, wie gut gespielt ist Der Hypnotisieur. Damit kann er lange überzeugen, doch ab einem gewissen Punkt wird es einfach albern. Familien zu dekonstruieren ist nicht originell und schreckliche Morde hat man auch in anderen Bereichen zuhauf gesehen. Perlen vor die Säue.

Der Hypnotiseur Bewertung
Bewertung des Films
510

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