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Fahrenheit 11/9 Kritik

Fahrenheit 11/9 Kritik
0 Kommentare - 29.10.2018 von Moviejones
Wir haben uns "Fahrenheit 11/9" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Fahrenheit 11/9

Bewertung: 3.5 / 5

Knapp dreißig Jahre, in denen uns Michael Moore intensive und teils schmerzhafte Dokumentationen über die Innereien der Vereinigten Staaten von Amerika zumutet. Unvergessen sein Bowling for Columbine, das ihm einen Oscar einbrachte und seine streitbare Art und Chuzpe, sich auch vor großen Tieren nicht zurückzunehmen. Erst recht nicht vor jenen, und so markiert Fahrenheit 11/9 eine weitere, überaus traurige Station in der US-amerikanischen Historie. Schade, dass es diesen Film geben muss.

Fahrenheit 11/9 Kritik

Michael Moore folgt in seinem aktuellen Werk den politischen Machenschaften der Republikaner und allen voran Donald Trump. Der Titel - in Anspielung an das Buch "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury und Moores Fahrenheit 9/11 - beruft sich auf den 9. November 2015, den Tag nach der Wahl, an dem Trumps Sieg gegenüber Konkurrentin Hillary Clinton offiziell verkündet wurde und zieht eine breite Spur über politische Themen der vergangenen Jahre.

Trailer zu Fahrenheit 11/9

Eine Kritik wie zu Fahrenheit 11/9 lässt sich schwer ohne persönliche Haltung schreiben. Einerseits obliegt es jedem Rezensenten, so objektiv wie möglich zu sein (was uns auch nicht immer gelingen kann, dafür spielen Begeisterung und Unverständnis bei so manchem Film eine zu große Rolle), andererseits kommt man nicht umhin, bei einem solchen Film Position zu beziehen. Und Michael Moore bezieht Position, seit langem, ist sicher nicht unbestritten und wird aufgrund seiner Erscheinung auch gerne mal unterschätzt, aber er bleibt vor allem ein streitbares Schlachtross für die Belange der einfachen US-Amerikaner.

Seit Donald Trumps Wahlsieg ist eine Tendenz zu Extremen erkennbar, die auch in Europa merklich ist, dort drüben aber, mit diesem stets medial präsenten, aufbrausenden Oberhaupt eine unheimliche Färbung annimmt. Hinzu kommt, dass es einen Unterschied macht, ob eine Spaltung wie Reich gegen Arm, Weiß gegen Schwarz usw. erkennbar ist und etwas dagegen unternommen wird oder ob die aktuellen Machthaber diese Strömungen in Rhetorik und Habitus noch unterstützen bzw. bagatellisieren. Dies alles ist seit November 2015 traurige Realität und so findet Moore dankbare Themen für seinen Film.

Er verbandelt viele einzelne Versatzstücke und Ereignisse zu einem zusammenhängenden Flickenteppich, der so dicht ist, dass man ihm gerne vorwerfen möchte, von A nach B zu springen. Doch genau das ist das Problem: Moore gräbt nur an der Oberfläche und holt eklatante Missstände der letzten Jahre hervor (z.B. der Wasserskandal in Flint/Michigan oder die School Mass Shootings). Und spricht dabei noch nicht mal das Thema sexuelle Übergriffe konkret an, die bei Trump allein weitere 90 Minuten Doku füllen könnten und bei seinen Mitstreitern eine ganze Doku-Reihe.

Andererseits ist er fair genug, speziell im Falle von Flint auch die Demokraten und Barack Obama anzuklagen, der beileibe nicht der schwarze Messias ist, den viele in ihm sahen und sehen. Moore deutet an, dass alle etwas falsch gemacht haben, Demokraten, Republikaner und auch die Wahlberechtigten, von denen ganze 100 Mio. 2015 nicht zu den Urnen gegangen sind. Laut Fahrenheit 11/9 besteht die Möglichkeit, dass sich Trump sogar auf mehr als acht Jahre im Weißen Haus einrichten könnte - für die einen ein segensreicher Ausblick, für andere der Abgesang der Demokratie.

Wenn gegen Ende des Films dann der Übergang zum Naziregime gezogen wird, muss man offen gestanden die erschreckend realen Parallelen sehen. Mit Sicherheit gehört einiges mehr dazu, aus den USA innerhalb von einem Jahrzehnt einen NS-Triumphstaat zu machen, der Rote Teppich ist aber bereits ausgerollt. Man möchte mit dem Finger zeigen und sagen, wir wissen es nach 1945 viel besser als ihr - und dann fällt einem unweigerlich die kaum verhüllte Rhetorik der AfD ein.

Fahrenheit 11/9 ist nicht Moores bester Dokumentarfilm, aber einer, der mit Tendenz für seine Ansichten zum Kopfschütteln anregt. Laut Joseph Marie de Maistre hat jedes Volk schlussendlich die Regierung, die es verdient. Man muss mitunter nur laut genug schreien, die Massen begeistern und mit Falschaussagen für Stimmung sorgen.

Fahrenheit 11/9 Bewertung
Bewertung des Films
710
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