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Foxcatcher

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Der Fänger im Fuchsbau

Foxcatcher Kritik

Foxcatcher Kritik
0 Kommentare - 12.01.2016 von DrMovyBuff
In dieser Userkritik verrät euch DrMovyBuff, wie gut "Foxcatcher" ist.
Foxcatcher

Bewertung: 4.5 / 5

"Ein reicher Mann ist ein armer Mann mit viel Geld". Aristotels Onassis Zitat trifft mustergültig auf den bizarren Multimillionär, Ornitholgen, Philatelisten und Ringkampf-Mäzen John E. Du Pont (1938 - 2010) zu. Ein Mann der stets um Anerkennung ringte. Dieser Mann und sein realer Kriminalfall bilden den epischen Hintergrund für Bennett Millers ("Capote", "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball") elegisches Sportler-Drama "Foxcatcher". Wie schon in dem vielgelobten Vorgänger, das Baseball-Drama "Moneyball", spielt sich das Ringkampf-Melodram "Foxcatcher" ebenfalls abseits der Wettkampfstätten ab.

Gefangen in der Tristesse der Trainingsroutine und unterbezahlten Gelegenheitsjobs bereitet sich der einkommensschwache Ringkampf-Olympionike Mark Schultz (Channing Tatum - "Fighting", "Magic Mike", "Side Effects") auf die nächsten Olympischen Spiele in Seoul vor. Schon der erste Trainingskampf zwischen Mark und seinem großen Bruder The Great Dave (Mark Ruffalo - "Begin Again", "The Avengers", "Zodiac") deuten latent an, dass es nicht nur hinter der Bruderliebe, sondern auch neben den Ringkampfmatten brodelt. Auch wenn die Liebe zwischen den beiden Brüdern immer eine starke Stütze im Leben der beiden einstigen Olympioniken mit den Blumenkohlohren darstellt, leidet Mark darunter stets im Schatten des großen Bruders zu leben und zu trainieren. Gerade recht, kommt da das ominöse Angebot eines verschrobenen, sportbegeisterten Mannes mit Vogelnase, John E. Du Pont (Steve Carrell "Crazy, Stupid, Love", "Get Smart", "Little Miss Sunshine"). Der exzentrische Du Pont, ein Konglomerat aus einem gehemmten Napoleon Bonaparte und einem unheimlichen Holden Caulfield, lädt den wortkargen Mark zu sich auf seine Familienranch ein, um ihn auf Seoul vorzubereiten - der Ringer soll als gefeierter Champion aus der Olympiade zurückkehren. Die beiden sehr unterschiedlichen Männer wollen ihrem Vaterland dienen und der amerikanischen Gesellschaft die verlorengegangenen Vorbilder zurückgeben.

Trailer zu Foxcatcher

Doch allmählich wendet sich das Blatt im Trainingscamp Foxcatcher. Die anfängliche Mentor-Mentee Beziehung schwenkt unmerklich in eine bedrohliche Erastes-Eromenos-Beziehung. Die ersten armlosen Berührungen zweier Männer, die einander (platonisch) brauchen, entgleiten in ein verachtenden Ringkampf um Beachtung. Die Machtausübungen des reichen Mannes von der Oberschicht gegenüber des armen Mannes aus der Unterschicht, münden in eine annähernd kognitive Vergewaltigung des Mentees. Marks Umschwung und Rückzug aus dem Trainigslager findet an dem Punkt statt, an dem Du Pont seinen Bruder Dave (überbezahlt) auf die Foxcatcher-Farm lotst. An dieser Stelle steuert die bizarre Beziehungsdynamik des Sportfilms auf die Tragödie eines wahren Mordfalls zu.

Kamermann Greig Fraser ("Let Me In", "Killing Them Softley", "Zero Dark Thirty") verleiht dem intensiven und überaus starken Drehbuch von E. Max Frye ("Band of Brother") und Dan Futtman ("Capote") allegorisch, visuell beeindruckende sowie hypnotische Bilder - traurig-schöne Bilder - die so schnell dem Betrachter nicht mehr aus dem Kopf gehen, gepaart mit dem düster-schönen Score von Rob Simonson, der gleichermaßen nicht mehr so schnell das Cortische Organ verlassen wird. Die Nebelumschwungenden Außenaufnahmen sowie die distanzierten Innenaufnahmen erinnern immer wieder an die Gestaltungsmerkmale eines Caravaggio Gemäldes.
Ruffalo und Tatum, als aufgeblähte Primaten, überzeugen als Ringer - kaum zu glauben - dass die beiden oscarnominierten Darsteller in nur wenigen Wochen sich diese harte und komplexe Sportart aneignen konnten.

In Bennett Millers drittem und bis dato besten Meisterwerk in seinem Oeuvre, können einige leichte Längen, die im Konfrontationsakt auftauchen sowie die verborgenen homosexuellen Andeutungen - die ggf. verstören könnten - durchaus vernachlässigt werden, da der grandiose Cast: Tatum, Buffalo und besonders der sonst aus Rom-Comedies, und Screw-Ball-Komödien bekannte Caroll, eine beeindruckende Performance abliefert.

Fazit: "Foxcatcher" ist ein vielschichtiges Drama über einen bizarren Sport-Münchhausen, über Repressalie, Hybris und Wahnwitz der arroganten Geldmenschen, in einer sehr reservierten Inszenierung, die von ihrer authentischen Darstellung lebt. "Foxcatcher" ist der große Bruder des geistig minderbemittelten "Warrior" von Gavin OConnor. Vielleicht der beste Film des Jahres 2015 und ein Schultersieg für das anspruchsvolle Kino. -Dr. Movy Buff-

(Dr. Moy Buffs Filmrezensionen: http://www.film-epikrise.blogspot.de)

Foxcatcher Bewertung
Bewertung des Films
910
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