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Birdman

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Feelings aus der Asche

Birdman Kritik

Birdman Kritik
0 Kommentare - 12.01.2016 von DrMovyBuff
In dieser Userkritik verrät euch DrMovyBuff, wie gut "Birdman" ist.
Birdman

Bewertung: 3 / 5

Mit insgesamt neun Oscar-Nominierungen (u. a. in den Kategorien bester Film, beste Regie, beste Darsteller) erhielt Alejandro González Iñárritus "Birdman" in 2015 die meisten Ernennungen. Der mexikanische Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent gilt längst als Nominierungsliebling der Academy - of Motion Picture Arts and Sciences, kurz AMPAS. Iñárritus Filme erhielten mindestens zwei Oscar-Nominierungen, bis auf sein Spielfilmdebüt "Amores Perros", der in 2001 lediglich für den besten Fremdsprachigen Film nominiert wurde. Mit "Babel", "21 Gramm" und "Biutiful" erschuf Iñárritu wahre Meisterwerke des anspruchsvollen Independentkinos.

Die glorreichen Zeiten als Filmstar hat Schauspieler Riggan Thomson (alias Michael Keaton) schon lange hinter sich gelassen. Vor mehr als zwanzig Jahren wurde Keato... ähm, Thomson in seiner Rolle als Comic-Held Batma... äh, Birdman gefeiert. Doch dann kam der Misserfolg und Thomson wurden die Flügel gestutzt. Aus seiner Verzweiflung heraus versucht sich Thomson an Raymond Carvers bekannteste Kurzgeschichte "Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden" am Broadway als Schauspieler, Autor und Regisseur. Der gescheiterte und völlig ab- wie ausgebrannte Thomson benötigt ein Comeback; doch der Weg von der ersten Probe bis zur Vorpremiere ist aschig. Das unterkühlte Verhältnis zu seiner Tochter Sam (Emma Stone(d)) ist unlängst zerrüttet. Hinzu kommt, dass sein Ersatzdarsteller Mike Shiner - ein herrlich schräger Egomane, gespielt vom pathologischen Egoisten Edward Norton - Thomsons Konzept durch sein Auftreten und Verhalten in ad absurdum führt. Doch es wird noch irrwitziger, ab und an erscheint Thomsons alter Ego Birdman ihm als optische-schizophrene Halluzination und beherrscht sein Leben. Aber nicht nur Thomson hat einen Vogel, auch bei all den anderen rund um die Theatergesellschaft, ob nun Schauspieler (Naomi Watts, Andrea Riseborough), Manager (Zach Galifianakis), Tochter, Set-Bauer, Make-Up-Artist, Kritiker etc. piept es gewaltig im Kopf.

Trailer zu Birdman

Art imitates life

Iñárritu lässt seine groteske Kömodie "Birdman" alleinig hinter den Kulissen des berühmten St. James Theatre, NY, spielen. Wir erhalten einen Kafka-esquen Einblick in den alltäglichen Irrsinn des heutigen Theater- und Filmgesellschafts. Iñárritus Kameramann Emmuanuel Lubezki ("Gravity", "Tree of Life", "Children of Men") filmt die einzelnen Szenen scheinbar ohne Zwischenschnitte, seine Kamera schwebt Gaspar Noé-mäßig durch die dunklen Flure und Korridore des Theaters, immer ganz nah an den Charakteren. Die gewählte Bildsprache erinnert oft an eine Symbiose aus den dystopischen Filmen eines Terry Gilliams ("Brazil", "12 Monkeys", "Das Kabinett des Dr. Parnassus") und den Vexier-Filmen eines Charlie Kaufmans ("Synecdoche, New York"). Viele Szenen lassen buchstäblich die Grenzen zwischen Traumwelt und Realität immer wieder verschwimmen. Leicht hektisch springt der Film zwischen den Zuständen von schreiend komisch und tiefrührend hin und her, von Raum zu Raum und von Szene zu Szene. Von der Aufblende an wirken das Handeln der Charaktere, die Theaterumweld und die Wahrnehmung der Protagonisten einwenig befremdlich, und geben dem Film somit einen surrealen Sfumatu.
Obwohl hier die Comic-Helden-Thematik aufgegriffen wird, wird der Avengers-Pöbel und die Comic-Fanboys schon nach wenigen Minuten abschalten. Zu schwer, zu absurd und zu langweilig, wird den Geeks die doch sehr dialoglastige Tragiekomödie erscheinen, obschon es stellenweise mit CGI-Effekten ordentlich kracht.

Life imitating art

Michael Keaton rackert sich merklich ab; seine Darbietung als den erfolglosen Riggan Thomson spielt er authentisch wuchtig. Mehr als sechs Jahre ist es schon her, dass Keaton eine wirkliche Hauptrolle inne hatte. Womöglich konnte der Ex-Bruce-Wayne-Mime hier viel selbst erlebtes einfliessen lassen. Als besten Darsteller wurde er seinerzeit von der Academy nominiert. Norton -ebenfalls für den besten Nebendarsteller nominiert - spielt den Detailversessenen und narzistischen Nebendarsteller Mike Shiner ebenso authentisch. Norton gilt in der Filmbranche schon seit Jahren als komplizierter Schauspielkollege, der durch seinen Einfluss auf die Projekte das Voranbringen torpediert. Spielt Norton etwa auch sich selbst? "Birdman" ist ohnedies eine Persiflage der Film- und Theaterbranche.

Fazit

Mit seiner knallharten Trilogie über Gewalt, Tod und menschliche Abgründe ("Amores Perros", "21 Gramm", "Babel") wurde Iñárritu zu einem der besten und gefragtesten Filmemacher der Gegenwart. Mit dem schwermütigen Drama "Biutiful" und dem bizarren "Birdman" will sich mir noch nicht ganz ein neuer Mehrteiler hervortun.
Iñárritus "Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" ist ein anstrengendes, künstlerlisch überladenes Gebilde. Es ist genau genommen einer dieser Filme, die man nur einmal ansieht - jedoch ambivalenterweise mindestens einmal in seinem Leben gesehen haben sollte. Mit seinen 119 Minuten ist "Birdman" in vereinzelten Momenten doch sehr zäh und sehr pathetisch, kann aber mit seiner surrealen Einwilligkeit punkten. Wer schon Kaufmans verschrobene Sichten auf die Welt mit "Synecdoche, New York" und "Human Nature" aushalten konnte, wird diesen kleinen Ableger durchaus mögen; es ist somit kein Film von und für Normalos! -Dr. Movy Buff-

(Dr. Movy Buffs Filmrezenzionen: http://www.film-epikrise.blogspot.de)

Birdman Bewertung
Bewertung des Films
610
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