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Independence Day

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Independence Day Kritik

Independence Day Kritik

Independence Day Kritik
0 Kommentare - 19.08.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Independence Day" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Als sich eine gewaltige Ansammlung von Raumschiffen über dem Himmel des Planeten breit macht, kommt der Satelitentechniker David Levinson (Jeff Goldblum) zu dem Schluß, daß die Aliens nicht mehr lange werden, bis sie die Erde angreifen werden. Über seine Ex-Frau Maragret (Constance Spano), die als Sprecherin für Präsident Thomas J. Whitmore (Bill Pullman) arbeitet, baut Levinson Kontakt zum Präsidenten auf und mahnt ihn, die Städte sofort zu evakuieren. Doch durch zögerliches Handeln kommt es trotzdem zum Angriff, bei welchem der Pilot Steven Hiller (Will Smith) einen der Angreifer gefangen nehmen kann.

Eine Mutter mit Kind auf der Flucht, ein Präsident und seine Frau, ein Pilot im Kampf, ein Wissenschaftler der warnt, ein Vietnamveteran, einige Soldaten und ganz viele Feinde. Independence Day ist ein Film über unzählige Leben und damit ein unzähliger Film. Ein Werk, daß viele Karrieren an den Start gebracht hat, von denen nur die wenigsten zünden. Wenn man ehrlich ist, dann ist es vor allem Jeff Goldblum, der allen die Show stiehlt. Nun sollte Goldblum im weiteren Verlauf seines Schaffens vor allem für sehr exzentrisch und komödiantisch ausgelegte Rollen bekannt werden. Hier spielt er letztlich einen Abklatsch seines Dr. Ian Malcolm aus Jurassic Park (1993). Dieses sarkastische und vor allem trockene in den ernstesten Szenen ist eigentlich etwas, was man dem britischen Kino nachsagt. Doch hier funktioniert es wunderbar ironisch und das liegt vor allem daran, daß Goldblum so ein wenig gegen die Geschichte anspielt. In vielen Momenten scheint er sich auch kaum das Lachen über diese Dialoge, die er gezwungen ist aufzusagen, verkneifen zu können. Nun ist Goldblum aber eben auch ein Schauspieler, der selbst unter den Exzentrikern noch durch eine starke Gravitas hervorsticht. Wenn dann tatsächlich mal etwas passiert, ist das immer durch stark dominante Musik untermalt. Dabei wirkt es unfassbar, daß einige Stücke wie eins zu eins aus dem Repertoire von John Williams übernommen wirkt. Man wird das Gefühl nicht los, als säße die Musik aus etwa einem Harry Potter und der Stein der Weisen (2001) oder Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück (1980) direkt in dem eigenen Ohr. Daß wertet den Film aber durchaus auf, weil es über dominant und gut gewählt ist.

Trailer zu Independence Day

Dann wiederum fällt das gesamte Werk einfach in sich zusammen. Denn was Independence Day einfach vermissen lässt, ist das Interesse an den eigenen Figuren. Viel mehr scheint es in der Zerstörungsorgie darum zu gehen, daß etwas zerstört wird. Also, wenn denn mal Action kommt. Den halben Film nämlich lamentieren die Figuren darüber, wie gefährlich doch Aliens sind. Dabei wird die eigentliche Aufgabe der Außerirdischen ebenso wenig ersichtlich, wie die Aluhüte der Figuren aus Signs – Zeichen (2002). Das sorgt dann schnell für Ermüdung, weil auch der Patriotismus und die Action sich zu einem gewissen Zeitpunkt einfach nur selbst entnerven. Witzig hingegen ist dabei der Umgang mit einem Veteranen, der zum Schrecken aller behauptet, von Aliens entführt worden zu sein. Das will dem Mann natürlich keiner glauben und so scheint es ein ewiges Kredo von Emmerich zu sein, den Zuschaue in dieser Hinsicht eines besseren zu belehren. Doch die eigentliche Aussage dessen ist dann immer auch, daß Verschwörungstheoretiker ja recht haben müssen. Besonders an seinem Spätwerk Moonfall (2022) konnte man diese Aussage ja wieder finden. Und da darf man sich schon drüber aufregen, wenn der Film denn ernstzunehmen wäre. Es gibt dahingehend dann zwei Fraktionen. Diejenigen, die den Film aufgrund der Ideologie werten, und darin eine Gefahr sehen, oder diejenigen, welche den Film einfach nur als „schönes Märchen“ abtun. Letzten Endes ist das Kopf oder Zahl. Und irgendwie kann man das ganz gut genießen.

Denn ließe man sich auf eine erwachsene Debatte ein, so wäre Independence Day in jedweder Hinsicht einfach nur Quatsch. Nicht des Patriotismus oder der Außerirdischen wegen, wohl aber auch wegen der Tatsache, daß der Präsident der Vereinigten Staaten an vorderster Front mitkämpft. Überdies skizziert Emmerich ungewollt den amerikanischen Narzissmus, indem andere Länder während der Krise ja mal so gar keine Rolle mehr spielen. Die Familie wird dann immer als Grund genannt sich dem Feind zu stellen und dabei fördert Emmerich selbst als stigmatisierter Künstler das ein oder andere Klischee zu Tage, indem vielleicht schwule auch nicht unbedingt zu den heroischen oder guten Figuren gehören. Das ist natürlich nicht ausgesprochen und sofern ohne diese Annahme vielleicht auch ein weit weg von der Stigmatisierung. Auf der anderen Seite wäre das bei bewusster Erfüllung der Klischees durchaus etwas, über das man streiten kann. Denn klar ist auch, daß es irgendwie unangenehm zeitgemäß für die 1990er Jahre wirkt. Das spiegelt sich aber keineswegs in der optischen Erscheinung wider. Natürlich wären heutige Werke in ihren sämtlichen Effekten wesentlich detaillierter und ausdrucksstärker. Trotzdem kann man in dieser Hinsicht Emmerich nichts absprechen, weil seine Geschichte auf einer visuellen Ebene zu überzeugen weiß.

Der emotionale Angelpunkt der Geschichte soll das ein Mann sein. Ein Mann, der von Will Smith verkörpert wird und keineswegs dessen Stärken ausspielen kann. Er ist dann Vater, weil er Vater sein muss. Richtige Männer sind Monogam und Väter und sie lieben ihre Frage. Nun hat man das auch endlich gelernt. Dann wiederum hätte man sich aber auch jeden anderen Schauspieler nehmen können. Denn schließlich hat der Charakter nichts, was ihn in irgendeiner Weise interessant wirken lässt, was es Smith natürlich insgesamt auch schwer macht eine glaubwürdige Leistung rauszukitzeln. Ähnlich verhält es sich mit Bill Pullman, dessen Schauspiel hier vor allem den Fiebertraum der Naivität porträtiert, weil der Präsident ja auch ein feiner Mann ist. Er ist ein Mann, der mit anpackt und man sollte das vielleicht gar nicht so naiv betrachten und sich fragen, worauf Emmerich in seinem offensichtlichen Ideal einer Führungsperson hinaus will. Idealistisch wie nach einem ganz alten Superman-Comic serviert der Film einen Helden, vom Volk. Letztlich ist es die Arbeiterklasse, die hier in den einzelnen Schicksalen gezeigt wird. Alle sind mitten im Getümmel, wenngleich die eigentliche Erklärung und Lösung dennoch auf anderen Seiten erfolgt. Und insofern ist diese Annahme vielleicht auch nur eine kleinere Finte, um das Volk zu besänftigen und das Gefühl zu vermitteln, man sei nicht nur bloße Existenz, sondern habe einen Einfluss, gar eine wichtige Rolle in der Welt und auf die Welt.

Klar ist, daß Independence Day die seichtesten der Gedanken vermittelt und verdeutlicht. Das kann mitunter anstrengend sein, weil da kein doppelter Boden ist. Das kann nervig sein, weil es peinlich oder pure Fremdscham ist. Auf der anderen Seite kann der Film mit bestimmten Mustern überzeugen und vor allem durch Jeff Goldblums Leistung etwas leisten, was man mögen kann. Auch musikalisch ist das toll und auf einer rein handwerklichen Ebene. Musikalisch. Effekttechnisch, doch ohne überzeugende Figuren und Leistungen.

Independence Day Bewertung
Bewertung des Films
510

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