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Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung

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Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung Kritik

Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung Kritik

Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung Kritik
0 Kommentare - 06.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung" ist.

Bewertung: 3 / 5

Jason Voorhees (Kane Hodder) hat so viel Leid auf der Welt hinterlassen, daß sich nun das FBI seiner annimmt. Sie stellen ihm eine Falle, bei der sie glauben, ihn töten zu können. Doch der Kopfgeldjäger Crieghton Duke (Steven Williams) bemerkt, daß Jason noch lebt. Als bei dessen Obduktion nur noch tote Ärzte aufgefunden werden, geht Creighton davon aus, daß Jason sich nun in seine Opfer hineinversetzen kann. Seinen eigenen Körper kann Jason nur dann wiederbekommen, wenn er einen Verwandten findet. Ebenso kann nur ein Verwandter Jason endgültig töten. Diese Verwandte ist Jessica Kimble (Kari Keegan), die Tochter von Jasons Schwester.

Beginnend mit der These, daß wirklich nichts mehr heilig ist im Freitag der 13.-Franchise, muss man dies natürlich untermauern. Und wie schafft man das? Gibt es einzelne Facetten, kann man überhaupt von Facetten reden, die irgendeinen gemeinsamen, tiefsinnigeren Tonus um diesen besonderen „finalen“ Teil der Reihe zu erklären? Zunächst gibt es da Neuerungen, die 1980er waren zu Ende und auf einmal auch die große Zeit des Slashers. Bemerkbar macht sich das vielleicht am Handeln von Jason als Figur. Sofern er sowas überhaupt ist und mehr und mehr findet sich da Selbstironie wieder. Vielleicht gewollt, vielleicht auch nicht. Plötzlich soll es ein magisches Buch sein, daß am Rande mal erwähnt und gezeigt wird, daß hier ausschlaggebend für das neue Drama um neue Schlachtungen ist. Wem da recht schnell Parallelen zu Tanz der Teufel (1987) auffallen, nun der hat ihn wohl schlicht und ergreifend nicht gesehen. Auch sonst verändert sich Jason im Verlauf dieses Films. Nicht nur rein optisch und damit eben auch in seinem Verhalten, oder eben doch nicht? Es soll ja eigentlich anders sein, was die Figur da macht, aber eigentlich scheint man auch hier wieder nur ein total absurdes Skript aus dem Regal genommen zu haben, um das Franchise fortzuführen.

Dabei kommt dem Film mitunter sogar mal ein cleverer Gedanke. Ich meine neben dem ganzen Blut und Sex. Da wird zum Beispiel die wahrhaftige Moralkeule geschwungen und ein nackter Teenager im Versuch zu seinem Schuss zu kommen, einfach mal aufgeteilt. Kann man sicherlich später noch viel mit anfangen. Das ironische und wahnsinnige zugleich ist, daß Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung eigentlich eine Körpertauschkomödie im Sinne des recht modernen Freaky (2020) ist. Nun wissen alle Beteiligten das nicht so genau und wie und warum das im Film letzten Endes passiert, ist allen wohl genauso egal. Aber es scheint fast, als spräche der Film dadurch zum Zuschauer und gebe ihm, je nachdem, wie man zu den Filmen steht, eine mehr oder weniger beruhigende Antwort. The Show must go on, ist die These und so zeigt der Film letzten Endes auf, daß es völlig egal ist, wer nun hinter der Maske von Jason steckt, ob man Jason überhaupt als den Jason noch sehen muss, den man kannte. Wäre ja auch nicht das erste Mal in der Reihe, daß man auf einen anderen Killer als Jason zurückgreifen würde. Vorher sorgte das allerdings noch für große Aufschreie, die scheinen spätestens hier verklungen. Womöglich aber gerade deshalb, weil es sowieso allen egal war.

Und dann wird eben gezeigt, wie Jason zu Beginn ordentlich zermetzelt wurde. Man fragt sich natürlich zurecht, ob er nicht sowieso eigentlich schon tot war. Aber Spaß macht das dann wiederum schon, weil man sich direkt an das total verhältnismäßige Geballer aus Predator (1987) erinnert fühlt. Hier wird also auf gute, alte amerikanische Art für Zucht und Ordnung gesorgt. Ja, man möchte auch hier zurück in die 1980er. Zumindest scheint es so, denn zu Beginn serviert der Film so eine Reminiszenz an den Crystal Lake, an dem mal alles begann. Wenig später ist man dann in einer Leichenhalle, in der eine Obskurität nach der anderen dann Freilauf bekommt und man nur noch mit Figuren konfrontiert ist, die man sich so auch in den kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können. Doch dann funktioniert Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung tatsächlich auch mit am besten, weil er eben so seltsame Entscheidungen, so seltsame Figuren und so völlig überdrehte Konzepte aus der Mottenkiste holt. Man kann nur Lachen und man wird unweigerlich die Frage im Kopf haben, ob man nicht selber ein dezentes Problem hat, wenn man sich solch einem Schwachsinn auch nur annähernd unterhaltend nähern kann. Aber ja, als Trash-B-Ware haben diese Filme angefangen und da verwundert es wohl auch kein wenig, daß sie das zur Tradition macht. Irgendeine Form von Konsistenz gibt es da bestimmt auch für die Reihe als solche. Zu finden vermag das aber nur jemand, dessen Intellekt jenseits von Gut und Böse stattfindet.

Ansonsten ist das nicht mehr so handzahm, wie noch zuvor. Die ein oder andere, eindeutige, geistige Vorarbeit für Saw (2004), lässt sich auch hier wieder finden, wenn ein junger Mann auf eine Bank geschnallt wird. Ja, daß erreicht aber nie den Ekelfaktor, oder die Distanz, die man hoffentlich zu Jigsaw und seiner fragwürdigen Ideologie hat. Derweil ist das eigentlich auch egal, so wie es den meisten Szenen im Film geht, scheint man nur noch von A nach B zu laufen und plötzlich ist der Film auch schon wieder vorbei. Dabei vergisst man ganz schnell auch, wer eigentlich die Hauptfiguren sind und was sie eigentlich wollen. Man könnte aber meinen, daß das auch bewusst passiert, um irgendeine sinnlose Gewaltorgie in den Vordergrund zu rücken. Zumal es hier eben oberflächlich auch um Körpertausch geht und damit um Beliebigkeit. Ja, phantastisch kann man da nur sagen.

Den Machern hinter diesem Werk ist irgendeine Nähe zu psychogenen Substanzen im privaten Gebrauch sicherlich nicht abzusprechen. Was hier passiert irgendwie zu erklären, daß ist schon eine Meisterleistung. Doch genau, weil das so völliger Nonsens ist, der auch irgendwie in den kleinsten aller Rädchen im Getriebe keinen Sinn mehr ergibt, ist Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung so ein unterhaltsames Werk geworden.

Jason Goes to Hell - Die Endabrechnung Bewertung
Bewertung des Films
610

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