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LOMO - The Language of Many Others

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LOMO - The Language of Many Others Kritik

LOMO - The Language of Many Others Kritik
0 Kommentare - 11.07.2018 von CEl
In dieser Userkritik verrät euch CEl, wie gut "LOMO - The Language of Many Others" ist.

Bewertung: 4 / 5

Karl Schalckwyck steht kurz vor dem Abitur und langweilt sich. Im Geschichtsunterricht ist er unter der Schulbank ständig mit seinem Handy beschäftigt und in den Nachmittagsstunden zuhause gilt sein Interesse weiterhin seinem Blog "LOMO". An einem Mittagessen berichtet die Zwillingsschwester Anna (Eva Nürnberg) enthusiastisch von ihren Zukunftsplänen und als das Gespräch auf Karl (Jonas Dassler) kommt, erhält der Vater (Peter Jordan) nur die lapidare Antwort: "Keine Ahnung". Doch Karl sieht sich aus der Reserve gelockt und ihm fällt nichts besseres ein, als provozierend zu fragen, ob die Eltern denn noch Geschlechtsverkehr hätten. Als der Vater wenig später herausfindet, dass das gesamte Familiengespräch mitgeschnitten und online gestellt wurde, zwingt er den Sohn, den Eintrag zu löschen. Sein Privatleben habe im Internet nichts zu suchen. Dem lethargisch wirkenden Karl bedeutet solche Abschottung nichts. Alles, was er tut und treibt stellt er online und mit seinem Blog "LOMO" - Kurzform für "Language Of Many Others" - versucht er zu beweisen, dass "die vielen anderen" bereits dasselbe leben, denken und ins Netz stellen. Auf über 7,000 follower kann Karl zählen und immer weiter gerät er in seine Netzwelt hinein und geht förmlich auf in seinem Blog. Als er sich in seine Mitschülerin Doro (Lucie Hollmann) verliebt, beginnen sich Netzwelt und Realität zu vermischen. Rückstösse und Kränkungen werden digital ausgefochten und öffentlich gemacht. Der Vater wirft eines Abends Karls Handy kurzerhand in einen Kanal, Doro outet Karl als den bislang anonym gebliebenen Betreiber von "LOMO", woraufhin der Vater als Architekt einen wichtigen Bauauftrag verliert und sein Büro vorübergehend auflösen muss. Karls follower springen ein, statten ihn analog mittels Boten mit neuen Geräten aus und schrecken auch vor einem Hackerangriff auf die Baudezernentin nicht zurück. Unerwartet erhält der Vater nun doch den Zuschlag für den Bauauftrag, mit der Bedingung allerdings, seinen Sohn von der Schule zu nehmen. Wie egal dies Karl ist, zeigt sich in seiner immer zwanghafteren Hingabe ans Virtuelle. Ferngelenkt über bodycam und earphones verweigert er selbst Doro die - reale - Versöhnung und lässt sich gänzlich fernsteuern. Mit geschlossenen Augen und nur noch dem Stimmengewirr virtueller Anweisungen folgend sieht man ihn nachts gefährlich nach an einer Autobahn entlang schlendern. Die Berliner Regisseurin Julia Langhof hat mit ihrem Erstlingsfilm nicht nur den Nerv der Zeit getroffen. Mit sehr genau ausgewählten Schauspielern und einer Mischung aus realen und digital verfremdeten Filmbildern (Kamera: Michał Grabowski) bewegt sich ihr Film auf der Schnittlinie zwischen digitaler Welt und wirklichem Leben. Hierzu mag nicht zuletzt ihre New York-Erfahrung während ihres Schauspielstudiums an der Neighborhood Playhouse School of the Theatre beigetragen haben, auch ihr anschliessendes Regiestudium an der DFFB in Berlin. Für ihr zusammen mit Thomas Gerhold verfasstes Drehbuch erhielt sie auf dem Filmfest München 2017 den Förderpreis Neues Deutsches Kino. Jonas Dassler, aus "Das schweigende Klassenzimmer" (Regie: Lars Kraume) noch in Erinnerung, lässt Karl so authentisch wirken, als spiele er sich einfach nur selbst. Dem gelangweilten Sohn aus gutem Hause tritt mit Peter Jordan als Michael Schalckwyck eine kämpferische und karrierebewusste Generation gegenüber, deren finanzielle Errungenschaften für den Sohn selbstverständlich sind. Sie dienen als Hintergrundfolie für dessen bedingungslose Hingabe ans digitale Netz. Jonar Dassler wurde für seine schauspielerischen Leistungen schon mehrfach ausgezeichnet, 2017 mit dem Götz-George-Nachwuchspreis und 2018 mit dem Bayrischen Filmpreis als Bester Nachwuchsdarsteller.

LOMO - The Language of Many Others Bewertung
Bewertung des Films
810
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