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Prélude

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Prädikat: besonders wertvoll

Prélude Kritik

Prélude Kritik
0 Kommentare - 04.08.2019 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Bewertung: 4 / 5

Zunächst läuft alles gut für David. Sein Studium am Musikkonservatorium beginnt vielversprechend, die Lehrerin ist anspruchsvoll aber auch unterstützend, und die Liebe zu der gewitzten und lebenshungrigen Marie scheint ihn zu beflügeln. Doch all das ist nur Oberfläche. Denn tief in David drin scheint es nur ein Gefühl zu geben: Druck. Ein Druck, der ihn an seinen Fähigkeiten zweifeln lässt. Ein Druck, der ihn dazu bringt, jeden und alles wegzustoßen. Und ein Druck, unter dem ein ungezwungenes Leben nicht mehr möglich erscheint. Wie kann David mit diesem Druck umgehen? Und will er das überhaupt?

In ihrem Langfilmdebüt Prélude erzählt die Filmemacherin Sabrina Sarabi die Geschichte eines jungen Menschen, der die Anforderungen der Bildungs- und Leistungsgesellschaft nicht erfüllen kann. Konsequent bis zum Schluss bleibt die Erzählung - und auch die Kamera - dicht an David dran. Louis Hofmann verkörpert ihn mit der genau richtigen Mischung aus Sensibilität und Introvertiertheit. Scheinbar unbeteiligt wirken manchmal Gesten, Blicke und Worte.

Trailer zu Prélude

Und doch spürt man, wie es in David brodelt, wie sehr das Leben zu einem Kampf für ihn wird. Alle anderen Figuren, überzeugend verkörpert von Liv Lisa Fries, Johannes Nussbaum, Saskia Rosendahl, Jenny Schilly und Ursina Lardi, scheinen um David zu kreisen und sind zusätzliche Faktoren, die Druck auf ihn ausüben.

Gezielt setzt Sarabi die Klaviermusik ein, die allein durch den Klang der angeschlagenen Tasten für Atmosphäre sorgt, mal hart und fast schon mechanisch, mal bedrohlich und mal sinnlich wirkt und dadurch ebenso viel Inneres nach Außen trägt wie auch das komplette exzellente Sound-Design. Die gekonnt reduzierte Ausstattung in den Übungsräumen steht für die Kühle und Distanz, mit der auch David agiert. Passend dazu erzählt Sarabi ruhig und sachlich und lässt so die Emotionen umso stärker wirken.

Mit Prélude ist Sabrina Sarabi ein überzeugendes Langfilmdebüt gelungen. Ein präziser, konsequenter und intelligenter Film, dessen Geschichte den Betrachter lange nach Verlassen des Kinosaals nicht loslässt.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Prélude Bewertung
Bewertung des Films
810
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