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The Batman

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Rätseln im Fledermausland

The Batman Kritik

The Batman Kritik
0 Kommentare - 13.06.2022 von DrStrange
In dieser Userkritik verrät euch DrStrange, wie gut "The Batman" ist.
The Batman

Bewertung: 3 / 5

Nachdem ich den Film jetzt auch mal nachgeholt habe und einige Tage setzen habe lassen, komme ich dann doch nicht umhin, hier kurz eine Bewertung abzugeben.

Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, das es den Film (zumindest derzeit) nicht gebraucht hätte, da die Figur inzwischen einfach viel zu ausgetreten ist und eigentlich hauptsächlich für WB nur noch als Gelddruckmaschine fungiert. Zum Teil fühle ich mich hier weiterhin bestätigt, zum Teil würde ich meine Meinung aber auch widerrufen.

Trailer zu The Batman

Im Prinzip klaut sich Reeves hier an allen Baustellen seinen Batman zusammen. Hier ein wenig der gothische Stil von Burton, dann wieder der geerdete und dunkle Ton von Nolan, aber auch die klassische "Detective-Noir" Schiene aus den Comics. Natürlich ergibt das im Gesamtbild wieder eine neue Variante der Figur, aber eben nicht originell genug um bahnbrechend zu wirken.

Gerade der "Detective" Anteil war für mich noch der ausschlaggebende Anreiz, mir den Film nun doch anzusehen. Aber gerade hier findet sich viel Spielraum für Probleme. Zum einen "hechtet" Batman den Hinweisen eigentlich nur hinterher, bzw. werden sie ihm meist von dritten Personen zugespielt. Zwar wirkt die Figur jederzeit, als wäre sie für nichts anderes geboren als solche Fälle zu klären, aber spätestens wenn der Gegenspieler sich selbst festnehmen lässt weil er es so will und nicht durch die Skills eines Batmans, da fängt man schon zu zweifeln an. Auch die Tatsache, das einige Situationen so grenzwärtig zwischen logikfrei und dämlich jonglieren, wo sich die Hauptfigur meist nur durch ein Gadget herauswinden kann, lässt einen dann nur noch weiter die Stirn runzeln.

Abgesehen von dem offensichtlichen "Crime Noir" Fall, dem sich die Fledermaus hier hingeben muss, gibt es zwar noch eine weitere Handlung, welche sich aber gefühlt über viele Stunden hinzieht und am Ende eher als obsolet gegen die Wand kracht.

Die Actionszenen können sich aber im Großen und Ganzen wirklich sehen lassen und wirken durchdacht eingebaut. Vor allem lockern sie den Film immer wieder auf und sind hier nicht omnipräsent, was ich durchaus mal als positiv verbuche.

Zum Thema Pattinson wurde schon viel und reichlich gesagt. Wer heute den Mann wegen seiner Jugendverfehlungen verdonnert, dem kann man auch nicht mehr helfen. Pattinson hat in den letzten Jahren oft genug bewiesen, zu welch großartigen Leistungen er fähig ist und er macht auch vor Batman/Bruce Wayne keinen Halt. So konsequent zerrissen und so wenig Lebemann/Playboy hat man im Wayne Imperium wahrlich noch nie gesehen. Fast möchte man meinen, der gute Mann hat sich der dunklen Seite der Macht zugewandt, aber damit wäre er im falschen Franchise und Konzern. Mich erinnert seine Figur an diesen ewigen Spruch bei der Arrow Serie zu Beginn... "... muss zu etwas anderem, zu jemand anderem werden". Pattinson ist definitv eine Kreatur der Nacht auf einem Rachefeldzug, von dessen Wayne-Ego nur noch eine leere Hülle übrig geblieben ist.

Aber auch der restliche Cast ist enorm gut bzw. solide gelungen. Am meisten überrascht hat mich Farrell als Pinguin, den ich auch mit reichlich Vorstellungskraft einfach nicht wiedererkennen konnte. Bravo. Bei Kravitz als Selina Kyle bin ich noch in meiner Meinung gespalten. Zwar passt und agiert sie sehr gut mit Pattinson, als Figur wirkt sie aber für mich deplaziert. Der größte Verlierer ist meines Erachtens Andy Serkis, der zwar einen soliden Job abliefert, aber in direkter Konkurrenz mit Michael Caine einfach nur Zweiter wird. Hier sind die Fußstapfen einfach zu groß.

Das größte Problem was ich in diesem Film sehe ist... Achtung jetzt kommt es... er nimmt sich zu ernst und daraus folgend und weil er eben auch noch unglaublich bedeutungsschwanger vor sich hin schwelgt, ist der Film bei aller Liebe einfach viel zu lange geraten. Und damit meine ich so enorm viel zu lange geraten. Dem Film könnte man locker um 60 bis 90 Minuten kürzen und es wäre sogar noch ein Gewinn. Man kann es einfach auch übertreiben, auch wenn ich mir sicher bin, das Reeves hier irgendeinen verrückten Plan im Kopf hatte, aber so leider ganz und gar nicht.

Eine besondere Erwähnung sollte noch die musikalische Seite des Films finden, welche meines Erachtens, einen der größten Höhepunkte des Films darstellt. (was das angeht kann der Film wiederum gar nicht lange genug sein) So bettet sich der Score so unglaublich in dieses düstere Noire-Szenario ein, das man sich gerne den Fedora aufsetzt und eine Kippe ansteckt.

Um den Sprung zurück zum Anfang zu machen: hätte es den Film gebraucht ? Jein. Vielleicht wäre ein wenig mehr Abstand zur Nolan Trilogie, ein rundherum durchdachtes Drehbuch und überhaupt ein anderer Ansatz, die bessere Wahl gewesen. Auf der anderen Seite, hat der Film bei mir sowas wie einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen und irgendwo in meinem Hinterkopf gibt es da einen Fleck, der vor sich hingrübelt (im besten Noire-Stil), wie es denn nun hier mit diesem Wayne-Bat weitergehen wird.

Ich würde sagen ich gebe dem Film 6 von 10 Punkten.

Wäre er nicht so lange geraten und nach einem etwaigen Rewatch in der Zukunft, wäre ich vielleicht sogar geneigt in Richtung 7 zu tendieren.

The Batman Bewertung
Bewertung des Films
610

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