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The Outsider

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GaijinFellas - Drei Tage in der Yakuza

The Outsider Kritik

The Outsider Kritik
0 Kommentare - 10.03.2018 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio, wie gut "The Outsider" ist.
The Outsider

Bewertung: 2 / 5

Japan, 1954: der inhaftierte US-Amerikaner Nick rettet dem Yakuza Kiyoshi das Leben und verhilft ihm zur Flucht. Kiyoshi zeigt sich dankbar und nimmt Nick nach dessen Entlassung unter seine Fittiche. Schnell erledigt Nick die ersten Jobs, weshalb er schon bald in Kiyoshis Familie aufgenommen wird. Dort reagiert natürlich nicht jeder positiv auf den Gaijin, aber Nick verdient sich den Respekt von Anführer Akihiro. Kompliziert wird die Sache allerdings, als Nick sich in Kiyoshis Schwester Miyu verliebt, denn Kiyoshi will aus Angst um ihr Wohlergehen keinen Yakuza an ihrer Seite sehen. Und die verfeindete Seizu-Familie wartet auch nur auf einen Moment der Schwäche, um sich Akihiros Familie einverleiben zu können...

Trailer zu The Outsider

Netflix Originale haben zumindest im Filmsektor einen schweren Stand. „Bright“, „The Cloverfield Paradox“ und „Mute“ wurden, wenn man es nett ausdrücken möchte, eher verhalten aufgenommen. Auch „The Outsider“ wird an diesem Trend wenig ändern können. Ursprünglich als Projekt für Tom Hardy und dem wahnsinnigen Regie-Ass Takashi Miike angedacht, wurde der Film letztendlich mit Jared Leto in der Hauptrolle realisiert. Das fertige Produkt lässt die Frage aufkeimen, was Hardy und Miike, beide eher für ihre unkonventionelle Arbeiten bekannt, in dem Drehbuch von Andrew Baldwin nur gesehen haben können, denn dieses ist viel, aber unvorhersehbar ist es keineswegs. Aber alles zu seiner Zeit...

Irgendwann muss mal jemand den Filmemachern in Hollywood beibringen, dass bedeutungsschwangere Bilder alleine noch keine Tiefgründigkeit erzeugen, Bilder müssen mit Bedeutung gefüllt werden. Das geschieht am Besten, indem man Konflikte und Ideen kommuniziert, die der Zuschauer auf die Leinwand bzw. den Bildschirm zurück projizieren kann. So entsteht ein Dialog, den das Publikum mit dem Film führt, der die introspektive Szenen trotz aller Ruhe interessant gestaltet und die Aufmerksamkeit aufrecht erhält. Denn damit offenbart sich das größte Problem von „The Outsider“: Jared Letos Nick ist eine leere Hülle, die sich gar nicht im Konflikt mit sich selbst und nur geringfügig im Konflikt mit der Außenwelt befindet. Probleme, die ihm seine Umgebung in den Weg wirft und die seinen Charakter als Mann zwischen den Welten beleuchten könnten, werden in Minutenschnelle aus dem Weg geräumt, große Möglichkeiten für Drama werden quasi direkt über Bord geworfen. Wenn Leto also in den Spiegel starrt, wahrscheinlich das Symbol für innere Zerrissenheit, für einen inneren Konflikt, bleibt dies leere Pose, weil da nichts ist. Introspektive funktioniert jedoch nur, wenn es im Inneren wirklich was zu sehen gibt.

„The Outsider“ hat rein gar nichts zu sagen. Es gibt, anders als der Titel es vermuten lässt, keinen Kulturkampf zwischen Ost und West, es gibt keine Untersuchung des Nachkriegsjapans. Man muss sich das mal vor Augen führen: Letos Nick ist ein Veteran des Zweiten Weltkrieges, der Film spielt 1954, die Wunden im japanischen Volk waren noch frisch, das amerikanische Militär während der weiterhin andauernden Besatzung noch allgegenwärtig. Solche Dinge bleiben aber höchstens Augenwischerei, die die Welt des Films ein bisschen ausstaffiert, jedoch nie wirklich essentiell ist. Stattdessen beschränkt sich der Konflikt zwischen Nick und den traditionelleren Yakuza darauf, dass er ein „Gaijin“, ein Fremder, ist.

Ansonsten hat „The Outsider“ größtenteils nur gängige Gangsterklischees zu bieten, denen man einen japanischen Anstrich gegeben hat. Wollte man dem Film wohlwollend gegenüber treten, könnte man hieraus einen Kommentar lesen, der besagt, dass Gangster überall auf der Welt gleich sind. Dafür müsste aber irgendeine Art der Selbsterkenntnis erkennbar sein, irgendetwas das dem Film eine weitere Bedeutungsebene verschafft. Doch das sucht man hier vergebens. Lieber hat man sich auf den traditionellen Gangsterboss verlassen, der sich der neuen Gangsterwelt verschließt, auf die verbotene Liebe, die es vermag, einen Keil zwischen gute Freunde zu treiben, auf den engen Vertrauten, dessen zukünftiger Verrat schon in seiner ersten Einstellung offensichtlich ist. All diesen alten Klischees hätte man mit einem einfachen Trick etwas neues abgewinnen können, nämlich indem man den Protagonisten wechselt. Kiyoshi ist die vielfach interessante Figur, die die Yakuza der Welt öffnen will, die trotzdem die Traditionen der japanischen Gesellschaft wahrt, die also tatsächlich einen Kommentar auf das Nachkriegsjapan hätte darstellen können. Die Filmemacher entschieden sich aber für den x-ten Aufguss der alten „Mann aus dem Westen macht im Osten den Tellerwäscher zum Millionär“. Leider.

Am Handwerklichen gibt es nicht viel zu meckern, der Film sieht gut aus, bietet aber auch nur klischeehafte Bilder von verregneten Straßen, in denen sich die Neonreklamen spiegeln. Die Schauspieler spielen gut auf, Leto arbeitet mit dem, was man ihm vor die Füße geworfen hat. Sein Joker hat die Zuschauer zwar an seinen Fähigkeiten zweifeln lassen, hier spielt er aber ganz passabel auf.

„The Outsider“ ist ein austauschbarer und letztlich belangloser Film, der nichts zu sagen hat, sich aber trotzdem bierernst und wichtig gibt. Wer das Yakuzamilieu interessant findet, kann hier vielleicht etwas herausziehen, aber einen guten Film macht das nicht aus.

The Outsider Bewertung
Bewertung des Films
410
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