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Verschwörung

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Leider kein Vergleich

Verschwörung - Das neue Kapitel der Millennium-Reihe Kritik

Verschwörung - Das neue Kapitel der Millennium-Reihe Kritik
0 Kommentare - 21.11.2018 von Moviejones
Wir haben uns "Verschwörung" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Verschwörung - Das neue Kapitel der Millennium-Reihe

Bewertung: 3 / 5

Zuschauer mögen Krimis und Thriller und wer in den vergangenen zehn Jahren nicht unter einem Stein lebte, wird von der "Millennium-Trilogie" gehört haben. Inzwischen wurde der vierte Teil verfilmt, auch wenn die Vorlage zu Verschwörung - Das neue Kapitel der Millennium-Reihe nicht mehr von Karl Stig-Erland Larsson stammt. Mit Claire Foy in der Hauptrolle erlebt der Zuschauer ein Katz- und Mausspiel im winterkalten Schweden, das leider nicht an die Originale heranreicht, durch sie aber dennoch viel gewinnt.

Verschwörung Kritik

Lisbeth Salander (Foy) wird von dem internationalen KI-Experten Frans Balder (Stephen Merchant) kontaktiert, der hochbrisante Informationen mit ihrer Hilfe sichern möchte. Doch was anfangs wie ein Spaziergang aussieht, driftet urplötzlich in eine für Lisbeth äußerst gefährliche Situation ab. Den Kontakt mit Balder verloren und gejagt von obskuren Killern entschließt sie sich, erneut den Journalisten Mikael Blomkvist () zu kontaktieren. Gemeinsam entwirren sie das Puzzle - doch auch US-amerikanische und schwedische Geheimdienstinstanzen sind an den Informationen dran...

Trailer zu Verschwörung - Das neue Kapitel der Millennium-Reihe

Die "Millennium-Trilogie" machte Autor Karl Stig-Erland Larsson posthum noch etwas berühmter, als er es eh schon war. Zwischen 2009 und 2010 erlebten wir Noomi Rapace als seine Heldin Lisbeth Salander, deren Interpretation auch nicht von Hollywood und dessen Verblendung aus dem Jahr 2011 gedämpft wurde. Inzwischen sind aber auch die Tage von Rooney Mara und Daniel Craig als Lisbeth und Mikael gezählt, denn es gilt mal wieder, einen Schritt nach vorne zu machen.

Was das bedeutet, war mit dem Go für Verschwörung - Das neue Kapitel der Millennium-Reihe klar: Die einst geplanten Fortsetzungen - Verdammnis und Vergebung - wurden gestrichen und mit Claire Foy als neue Lisbeth wurde die Verfilmung des vierten Romans anvisiert, der aber nicht mehr von Larsson stammt. An seiner Statt schrieb der Journalist und Schriftsteller David Lagercrantz eine Fortsetzung, die auf Larssons Charakteren beruht und als "Verschwörung" veröffentlicht wurde. Regisseur Fede Alvarez war es, der es vorzog, seinen eigenen Cast zu haben und nicht den von David Fincher, dem Regisseur von Verblendung, zu übernehmen. Und offenbar bevorzugte er auch Abweichungen zur Vorlage, die nicht akkurat übernommen wurde.

Foy, die auf dem Foto als Lack- & Ledertraum aus den Sixties zu entsprungen sein scheint, spielt die Hackerin Lisbeth Salander ebenso überzeugend wie ihre beiden Vorgängerinnen. Jede Darstellerin interpretierte die Rolle auf eine bestimmte Art, wenn auch sicherlich kein Joker eines Nichsolson/Ledger zu erkennen ist. So stark die schwedischen Originalfilme sind, so sehr kann man sich auch auf die beiden amerikanischen Verfilmungen mit ihren beiden Aktricen einlassen und wie zuvor liegt auch auf Foy der Fokus des Films, die Dreh- und Angelpunkt ist und einen Fall von höchster Brisanz mit persönlichem Einsatz verfolgt.

Für unseren Geschmack lassen es hingegen zwei andere elementare Rollen an Klasse mangeln: Der Schwede spielt Mikael Blomkvist zu schüchtern, ersetzbar, unscheinbar. Ihm gegenüber schießt in ihrer Rolle mit Wisperstimme und offenkundigem Sockenschuss deutlich übers Ziel hinaus. Da hilft auch kein rotes Kostüm, eine mächtige Frau mit obskurer Vergangenheit zu spielen, sie wirkt karikaturhaft und kaum authentisch. Ganz anders als noch in Blade Runner 2049.

Soweit wir Verschwörung - Das neue Kapitel der Millennium-Reihe auch mögen, was die Verständlichkeit der Handlung angeht (da kann man in so manchen Thrillern ja fast nicht fassen, dass man selbst diplomiert ist), so absehbar und fragmentiert wirkt der Film an vielen Stellen. Manche Folgeschritte fallen Lisbeth gefühlt zu einfach vor die Füße, und da reden wir nicht davon, dass sie auch ordentlich Schläge einstecken muss. Hier mangelt es an Komplexität, die auch noch durch Gudnason, wie eben bereits darauf eingegangen, abgeschwächt wird. Blomkvist ist eine wichtige Säule der Millennium-Romane und -Filme und dieser Fakt sowie die Absehbarkeit so mancher Szene machen es nahezu erschreckend banal.

Alvarez, der mit dem Remake von Evil Dead und Don´t Breathe zeigte, dass er sein Handwerk versteht und nicht sanft vorgeht, liefert einen soliden Thriller ab, der aber aufgrund der Summe seiner Einzelteile - Vorlage, Besetzung, Dramaturgie - nur etwas über Durchschnitt ist. Vielleicht wäre es besser gewesen, beim ursprünglichen Plan, auch Verdammnis und Vergebung zu verfilmen, zu bleiben, zumindest aber mit Mara und Craig. Ein guter Regisseur sollte sich nicht fürchten müssen.

Verschwörung - Das neue Kapitel der Millennium-Reihe Bewertung
Bewertung des Films
610
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