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Widows - Tödliche Witwen

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Widows - Tödliche Witwen Kritik

Widows - Tödliche Witwen Kritik

Widows - Tödliche Witwen Kritik
0 Kommentare - 19.01.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Widows - Tödliche Witwen" ist.
Widows - Tödliche Witwen

Bewertung: 3 / 5

Veronica Rawlings (Viola Davis) und ihr Mann Harry (Liam Neeson) leben ein luxuriöses Leben in mitten von Chicago. Um sich dieses Leben überhaupt leistren zu können begeht Harry Raubzüge und kommt eines Tages bei einem solchen ums Leben. Nun steht Veronica vor ihrer Trauer und einem riesen Schuldenberg den ihr Mann hinterlassen hat. Insgesamt schuldet sie dem Gangster Jamal Manning (Brian Tyree Henry) nun zwei Millionen Dollar. Um das Geld auftreiben zu können beschließt Veronica nun einen großen Coup an dem Harry vor seinem Tod noch geplant hatte selbst umzusetzen, um Jamal und dem brutalen Geldeintreiber Jatemme (Daniel Kaluuya) zu entgehen. Dabei sucht sie die Frauen von Harrys Kollegen auf, die ebenfalls bei dem Unglück ums Leben kamen. Zusemmen mit den Witwen Linda (Michelle Rodriguez) und Alce (Elizabeth Debicki) und der miteingeplanten Friseurin Belle (Cynthia Erivo) legen sich die Damen mit dem Gesetz an.

Als Steve McQueen nach seinem Oscargewinn mit 12 Years a Slave im Jahr 2014 wendete er sich einem komplett anderem Stoff zu. Dazu adaptierte er zusammen mit Gone Girl-Autorin Gillian Flynn die gleichnamige britische Fernsehserie aus den 1980er Jahren. Und der Einfluss ist deutlisch spürbar. So ist doch die Grundstimmung ähnlich Triste wie in Gone Girl. Wenngleich auch McQueen kein David Fincher ist, so schafft er es durch seine clevere Inszenierung den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Zumindest für eine Weile.

Trailer zu Widows - Tödliche Witwen

Was hier aber besonders heraussticht ist das Schauspiel: Ob Davis, Debicki, Rodriguez, Farrell, Kaluuya, oder sogar Liam Neeson sind einfach fabelhaft. Bei dem einen ist es weniger, bei dem anderen um so mehr überraschend. Ein besonders Lob haben sich meines Erachtens hier Michelle Rodriguez, die tatsächlich mal so etwas wie Emotionen zeigt und Liam Neeson, der nach unzähligen, verspäteten Midlifecrisis-Filmen à la Taken nun endlich mal wieder so etwas wie einen Film dreht.

Ja, wir haben hier drei bemerkenswert interessante Hauptcharaktere, wobei besonders Dabis den Film trägt. Sie sind eben nicht eindimensional, sondern ambivalent. Und es ist ziemlich interessant wie sie gerade mit dem Tod ihrer Männer umgehen. So versuchen sie ihre Taten voreinander stark zu moralisieren, während sie diesem Bild, welches sie abverlangen nicht selber enstprechen können. Darüberhinaus hat es sich McQueen nicht nehmen lassen, in seinem Thriller viele politische Subtexte einzubauen. Die Genderdebatte, Polizeibrutalität, Black Lives Matter und der allgemeine solziale Stand werden hier abgearbeitet.

Und darin liegt tatsächlich das groeße Problem des Films. Denn während man in 12 Years a Slave verschmerzen kann, und sollte, daß der Protagonist durch die Umstände und seine Umwelt in dieses Leben gdrängt und dort gepeinigt wird, so geht die Rechnung hier meines Erachtens nicht mehr zu hundert Prozent auf. Denn zum einen war die Welt auch in den 1980er Jahren wesentlich einfacher, und zum anderen erteilt sich dieser Film somit schon im vorhinein eine Generalamnestie für Kritiken. Frei nach dem Motto: Wir sprechen ein wichtiges Thema an, also dürft ihr nichts schlechtes sagen. - Liefert McQueen hier wieder einen Film, den man ja nicht schlecht finden, oder doch.

Zudem packt er meines Erachtens hier viel zu viel rein. Es funktioniert nicht Korruption, Rassismus, Sozialie Ungerechtigkeiten (und so weiter und so fort) in zwei Stunden abzuhacken. Die Probleme sind dazu viel zu groß und komplex. Ja, Opferrollen sind nicht spannend. Selbst wenn die Schauspieler das beste aus dem gegebenen Material machen, so ist doch das Drehbuch einfach zu einfach.

Im Endeffekt noch nicht einmal nur zu einfach, sondern auch zu langatmig. Der zweistündige Film fühlt sich zuweilen wesentlich länger an und ist auf der Oberfläche eben auch nur ein weiterer Heist-Film. Nach einem guten Start, dümpelt es so vor sich hin und kommt einfach auch zu einem erwartbaren Ende.

Hier verrennt sich ein Thriller, der gerne mehr sein möchte als er im Endeffekt ist. Sicherlich gefallen mir die schauspielerischen Leistungen, sicherlich auch die Themen die grundsätzlich angesprochen werden. Doch der Film macht es sich einfach zu einfach. So versetzt der Film bewusst die Handlung in die 1980er Jahre, um sich der Frage der Emanzipation so nicht stellen zu müssen. WenngLEIch auch die 1980er weiter waren. Manch ein Wink in Richtung politisches Treiben ist gekonnt, manch einer gewollt. Schauspielerisch in Top Form, mit einem Drehbuch das nach Oscar schreit und Oscar bait ist. Daß der Film dann so gar nicht bei den Academys berücksichtigt wurde, verwundert an der Stelle schon ein wenig, so war doch gerade 2018, bzw. 2019 ein furchtbares Jahr in Sachen Nominierungen. Im Endeffekt ist es ein Film über den man in zehn Jahren vielleicht gar nicht mehr spricht, was schade ist, so hat er doch einige gute Ansätze.

Widows - Tödliche Witwen Bewertung
Bewertung des Films
610
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