24 Wochen

Kritik Details Trailer Galerie News
Prädikat: besonders wertvoll

24 Wochen Kritik

24 Wochen Kritik
0 Kommentare - 19.09.2016 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Bewertung: 4 / 5

Im sechsten Monat schwanger, erfährt Astrid, dass ihr ungeborenes Kind schwer krank ist. Astrid und ihr Lebensgefährte Markus sind geschockt, entscheiden sich aber dennoch, das Kind zu bekommen. Doch dann beginnt Astrid ihre Entscheidung zu überdenken und fragt sich, ob es überhaupt eine richtige Entscheidung geben kann.

Beeindruckend und ergreifend erzählt Anne Zohra Berrached in 24 Wochen, der im Wettbewerb der Berlinale lief, vom Trauma eines werdenden Elternpaares, das mit einer erschütternden Diagnose konfrontiert wird. Dass der schwierige Entscheidungsprozess, den beide durchlaufen, nicht in richtig oder falsch und schwarz oder weiß unterteilt werden kann, macht der Film in stimmigen, häufig improvisierten Dialogen und in jeder sorgsam durchdachten Szene deutlich.

Trailer zu 24 Wochen

Der Videoplayer(11648) wird gestartet

Der fast schon dokumentarische Erzähleindruck ist auch der Beteiligung echter Ärzte und Schwestern zu verdanken. Das so entstehende hohe Maß an Sachlichkeit und Authentizität verstärkt die Emotionalität der Figuren und lässt den Zuschauer an der schwierigen Situation des Paares teilhaben. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass hier keine Schauspieler, sondern reale Menschen zu sehen sind. Berrached beweist großen erzählerischen Mut, mit ihren Figuren konsequent den Weg bis zum Schluss zu gehen. Passend dazu ist die Kamera nah bei den Protagonisten, fängt durch ihre ruhige Haltung die Gedanken und Gefühle der Figuren ein und lässt dem Zuschauer die Ruhe, mitzugehen.

Julia Jentsch verkörpert Astrid als selbstbewusste und selbstreflektierende Frau, die bis zum Schluss innerlich zerrissen und unsicher ist. Doch immer stärker wird ihr bewusst, dass sie diejenige ist, die eine Entscheidung treffen muss, was auch einen Konflikt mit Markus nach sich zieht. Berrached hat mit Astrid eine komplexe Persönlichkeit geschaffen, der man, auch durch Jentschs fantastisches Spiel, gebannt folgt. Bjarne Mädel ist ein mehr als ebenbürtiger Partner für Jentsch und zeigt überzeugend den Konflikt der männlichen Hauptfigur zwischen Verständnis, Trauer und Wut. Im unaufgeregten, reif und reflektiert wirkenden Zusammenspiel entwickeln die beiden mit großer Sensibilität füreinander die Geschichte eines Paares, das miteinander die wohl größte Herausforderung im gemeinsamen Leben meistern muss.

Dass es auch immer wieder lockere Momente des Zusammenlebens mit der gemeinsamen achtjährigen Tochter und Astrids Mutter oder auch Feiern mit Freunden gibt, passt zu dem Konzept des Films, der nicht dramatisiert, sondern einfach das Leben mit einer wohltuenden Beiläufigkeit zeigt. 24 Wochen ist ein mutiger und konsequent erzählter Film, der auch nach dem Kinobesuch noch lange nachhallt und tief unter die Haut geht. Beeindruckend und berührend.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

24 Wochen Bewertung
Bewertung des Films
810

Weitere spannende Kritiken

Whatever Happens Kritik (Redaktion)

Prädikat: wertvoll

Poster Bild
Kritik vom 19.11.2017 von FBW - 0 Kommentare
Hannah und Julian - das war eine ganz große Liebe. Doch jetzt ist nach sieben Jahren alles aus. Nur noch einmal müssen beide in die gemeinsame Wohnung, die letzten Sachen rausräumen und die Übergabe vorbereiten. Dann ist ihre Liebe nur noch Geschichte. Doch wie das so ist mit Ge...
Kritik lesen »

Die Vierhändige Kritik (Redaktion)

Prädikat: besonders wertvoll

Poster Bild
Kritik vom 19.11.2017 von FBW - 0 Kommentare
Sophie und Jessica wurden als Kinder Zeuge eines brutalen Verbrechens. Jessica, die Ältere, gab daraufhin ihrer jüngeren Schwester Sophie ein Versprechen: "Ich werde immer auf dich aufpassen!" Doch nach all den Jahren ist aus dem Versprechen eine Besessenheit geworden. Jessica le...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Was denkst du?