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Boston

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Boston Kritik

6 Kommentar(e) - 30.01.2017 von Moviejones
Filmkritik

Boston Bewertung: 3.5/5

Peter Berg und Mark Wahlberg bleiben sich auch bei Boston treu und liefern einen spannenden Thriller ab, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Die großartige Leistung Wahlbergs macht diesen Film dabei fast zu einer One-Man-Show, bei der viele andere tolle Darsteller schnell in den Hintergrund rücken. Doch trotz seiner sehr guten Umsetzung und durchgängigen Spannung bleibt Boston einer der Filme, die man nicht zwingend gesehen haben muss, denn dafür vermittelt er zu wenig neue Informationen, die die Ereignisse rund um den Boston Marathon greifbar werden lassen.

Boston Kritik

Wie jedes Jahr findet am 15. April 2013 der Marathon in Boston statt. Wie jedes Jahr haben sich Tausende Läufer, aber auch unzählige Zuschauer versammelt, um am Ereignis teilzunehmen oder ihm beizuwohnen. Es ist ein schöner Tag, aber er soll in einer Tragödie enden, denn unerwartet explodieren zwei Sprengsätze nahe des Ziels und Panik ist vorprogrammiert. Inmitten des Chaos versucht Polizist Tommy Saunders (Mark Wahlberg) einen klaren Kopf zu bewahren und für Ordnung und Sicherheit zu sorgen, doch niemand weiß, ob nicht noch weitere Explosionen möglich sind. Während Tommy mitten im Geschehen ist, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, den Täter zu fassen...

Gerade erst hatten Mark Wahlberg und Peter Berg bei Deepwater Horizon zusammengearbeitet, welcher im November im Kino zu sehen war, da steht auch schon die nächste Produktion der beiden in den Startlöchern. Mit Lone Survivor haben wir es nun mit der dritten Gemeinschaftsarbeit zu tun und spätestens mit Boston dürfte klar sein, dass es sich hierbei um ein ausgezeichnetes Gespann handelt, welches immer wieder gute und spannende Filme hervorbringt. Dabei unterscheidet sich der aktuelle Film bis auf die Thematik gar nicht so sehr von den Vorgängern, denn erneut wird ein Ereignis genommen, jedoch Heldentum und die menschlichen Schicksale in den Mittelpunkt gestellt.

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Berg konzentriert sich einmal mehr auf ein heroisches Thema und setzt dabei auf ein Starensemble bestehend aus Wahlberg, J.K. Simmons, Kevin Bacon, John Goodman und Michelle Monaghan. Das liest sich gut auf dem Papier, doch viel zu tun hat ein Großteil dieser Darsteller nicht, denn sind wir mal ehrlich, die Poster deuten bereits die große Mark-Wahlberg-Show an. Dies ist nicht einmal negativ gemeint, denn Wahlberg hat es in den letzten Jahren geschafft, sich als ernstzunehmender Schauspieler zu etablieren. So ist es für ihn inzwischen kein Problem, banale Actionfilme wie Transformers 4 - Ära des Untergangs aufzuwerten und gleichzeitig in deutlich anspruchsvolleren Filmen wie Deepwater Horizon zu glänzen. Oscarwürdig ist dies zwar noch nicht, aber verdammt sehenswert und vielleicht die beste Performance von Wahlberg bisher.

Boston ist kein Film für zwischendurch, dafür sind die Ereignisse noch zu frisch und das wird dadurch verstärkt, dass gedrehtes Material mit Originalaufnahmen vermischt wird und dem Zuschauer so noch einmal deutlich gemacht wird, dass es sich hierbei um ein reales und kein fiktives Ereignis handelt. Dennoch hat man sich beim Drehbuch und der Umsetzung einige Freiheiten herausgenommen, damit am Ende auch ein wirklicher Thriller herauskommt. Dadurch kommt es immer wieder vor, dass einige Elemente simplifiziert werden und das Heldentum zu sehr in den Vordergrund rückt. Auch Tommy verkommt dadurch mitunter zum Übermenschen, der gewissermaßen die Verschmelzung vieler realer Helfer an zu vielen Orten gleichzeitig ist.

Gleichzeitig gelingt es Berg nicht im vollen Umfang, dem Sachverhalt neue Facetten abzuringen. Der Film wird zu sehr auf der sicheren Seite produziert, wenn auch extrem souverän, bietet dem Zuschauer dadurch aber keinen echten Grund, ihn sich anzusehen. So bleibt ein guter und spannender Thriller, dem aber, man verzeihe uns die Wortwahl, die letzte zündende Idee fehlt, so dass daraus wirklich etwas Großes hätte werden können. Ebenso stellt sich die Frage, ob es einen Film wie Boston im Moment eigentlich braucht, wo terroristische Anschläge inzwischen überall auf der Welt stattfinden und für viele Menschen traurigerweise allgegenwärtig sind - dahingehend dürfte es nur begrenzt Zuschauer geben, die dies auch noch im Kino erleben wollen, vor allem da diese Attacke noch sehr frisch ist.



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Boston Bewertung
Bewertung des Films
710
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6 Kommentare - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
Beachwater
Moviejones-Fan
19.02.2017 | 18:09 Uhr19.02.2017 | Kontakt
Jonesi

Ich weiß auch nicht, wer solche Filme braucht. Vielleicht für amerikanische Schulklassen. Mir wäre es persönlich aber Recht, wenn nicht jeder zweite Terroranschlag ab jetzt ein eigenes Film"Denkmal" bekommt.

ferdyf
Alienator
Geschlecht | 07.02.2017 | 20:10 Uhr07.02.2017 | Kontakt
Jonesi

Es gibt sicher viele, die nichts oder wenig über den Film oder die Geschehenisse wissen. Ich habe auch eben erst auf Datum gesehe. Jetzt wissen die Leute wenigstens anhand unserer Kommentare, dass man da gespoiltert werden kann

eli4s
Moviejones-Fan
Geschlecht | 07.02.2017 | 18:18 Uhr07.02.2017 | Kontakt
Jonesi

@ferdyf

sorry. ich dachte, da der Plot klar ist, wärs nicht so wichtig. im nachhinein hab ich doch viel erzählt... leider kann ich den Kommentar nicht mehr bearbeiten, da er zulange zurück liegt.

ferdyf
Alienator
Geschlecht | 07.02.2017 | 18:13 Uhr07.02.2017 | Kontakt
Jonesi

Dieser Beitrag wurde am 07.02.2017 18:14 Uhr editiert.

eli4 Bitte als Spoiler markieren!

Die Thematik ist natürlich sehr traurig, aber am Wochenende war ich in Split und habe den Boston Trailer gesehen. Da war ein Moment wo Wahlberg meint, "Wir sind die Guten, sie sind die Bösen" und ich kann das einfach nicht leiden. Diese Selbstdarstellung, immer die Guten zu sein, aber dort Tausende jeden Tag abzuschlachten. In keinster Weise verherrliche ich den Anschlag (wehe jemand unterstellt mir das), aber es ist nicht in Gut/Böse zu gliedern. Es ist viel komplizierter und leider wird dem Publikum so suggeriert, dass unsere Weltpolizei natürlich alles für uns die Bevölkerung tut.

Ich fand diesen einen Satz einfach so prägend, dass ich schon im Vorfeld etwas enttäuscht bin. Dieses Schwarz/Weiss Denken, ist leider stylistisch für Hollywood und mir würde mal ein kritischer Film gefallen a la Snowden, der ja auch gefloppt ist. Fragt sich warum, nicht wahr?

Spawn3000
Moviejones-Fan
07.02.2017 | 17:29 Uhr07.02.2017 | Kontakt
Jonesi

Überall dieser Wahlberg...gibts wirklich keine anderen Schauspieler mehr??

eli4s
Moviejones-Fan
Geschlecht | 31.01.2017 | 00:07 Uhr31.01.2017 | Kontakt
Jonesi

Gerade aus der Sneak... Plotspoiler gibts wohl leider keine. Ein Drama basierend auf den Ereignissen beim Boston Marathon 2013.

Den Menschen aus Boston, den Helfern und Opfern ein Gesicht geben im Angesicht des schrecklichen Attentats. Das scheint zumindest im ersten Teil des Films der Anspruch zu sein.
In den stärksten Momenten führt uns der Film das Grauen vor Augen und führt uns ganz dicht ins Geschehen. Mit wackeliger Handkamera (die zugegeben anfangs anstrengend war) steht der Zuschauer direkt bei den Menschen vor Ort. Das wird mal mehr mal weniger überzeugend mit echten Archiv-Aufnahmen zwischengeschnitten. Leider wirken die Filmszenen trotz allem noch etwas zu glatt. Trotzdem ist diese Sequenz bedrückend.


Zu Beginn des Films werden dafür schätzungsweise ein knappes Dutzend Figuren eingeführt, die noch am Tag zuvor glücklich in ihrer heilen Welt leben. Der Zuschauer soll zumindest ein paar Identifikationsfiguren haben. Das funktioniert leider nur sehr bedingt. Fraglich, warum hier einige bekannte Gesichter unter den Schauspielern sind. Denn leider wird den meisten dieser Figuren dann gar keine Zeit gewidmet. Bereits kurz nach Beginn des zweiten Akts sind die meisten vergessen, um am Ende des Films irgendwo in ein oder zwei Einstellungen wieder aufzutauchen.
Vollkommen fehl am Platz auch J.K. Simmons als (Provinz-?) Polizist, der auch früh gezeigt, aber bis spät im Film überhaupt keine Rolle spielt. Und als er dann eingreift, stiehlt er rein dramaturgisch gesehen, Mark Wahlberg die Show. Gerade hier und danach gibt es einige Längen im Film.

Grundsätzlich ist der Film dramaturgisch komplett unausgewogen. Ähnlich ist es mit dem FBI Agenten, der von Kevin Bacon gespielt wird. Er bringt mit Hilfe von Wahlberg einige Ermittlungen ins Rollen - verschwindet dann im zweiten Teil des Films aber auch für große Zeiten von der Leinwand. Selbst Wahlberg als Protagonist ist hier oft einen Schritt hinten dran und bleibt dann in der zweiten Hälfte eher passiv.

Hier und da gibt es den ein oder anderen Moment, in dem man versucht, die Sache wirklich zu reflektieren. Auch das passiert nicht immer sehr geistreich, wie Wahlberg in einem recht peinlichen Monolog Kund tut.


Das andere große Problem ist der "Tonfall" des Films. Die Eröffnungssequenz wirkt eher wie aus einem flappsigen Copfilm, mit flachem Humor, in der Wahlbergs Figur als die verspottete, degradierte Kommissar etabliert wird. Sofort ist die Befürchtung groß, dass er dementsprechend nachher zum Helden stilisiert wird - das ist zum Glück nicht in dem Ausmaß der Fall, wie gedacht.
Trotzdem liegt genau da das Problem begraben - da wo sich der FIlm Freiheiten gibt, um das Ereignis in ein konventionelles Copmovie zu verpacken - fast schon eine Art Krimikomödie.
Vollkommen unangebracht fand ich, dass hier und da eine Art von Humor und One Liner wie aus einem Actionfilm oder ähnlichem auftauchen. Dafür ist die Thematik viel zu brisant und sensibel. Das ging gar nicht! Passt darüberhinaus auch schlicht nicht rein bei der ernsten Stimmung.

Ein positiver Abgang wenigstens in der letzten Szene. Die in der Boston der Opfer gedenkt und vereint zusammensteht. Aber wie auch Moviejones in ihrer Kritik anspricht, denke ich nicht, dass es der günstigste Zeitpunkt für den Film war. Zumindest auf diese Art.